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Kein Zuckerschlecken für Wall Street

Die Wall Street hat am Mittwoch die Wiederwahl des republikanischen Präsidenten George W. Bush mit starken Kursgewinnen bejubelt.

Sein demokratischer Gegenspieler John Kerry war Investoren ein Dorn im Auge, da er Steuererhöhungen für die reichen Amerikaner und mehr Eingriffe in die Pharma- und Energiebranche sowie andere Wirtschaftsbereiche geplant hatte.

Allerdings hatte Bush den US-Finanzmärkten in den vergangenen Jahren auch nicht viel Gutes beschert, und die kommenden Jahre dürften angesichts mittel- und langfristiger US-Wirtschaftsprobleme ebenfalls kein Zuckerschlecken werden.

Der Dow-Jones-Index stieg am Mittwoch um 1,44 Prozent auf 10 180,19 Punkte. Der technologielastige NASDAQ-Index erhöhte sich um 1,37 Prozent auf 2011,97 Punkte. Zu den größten Gewinnern zählten Pharmaaktien wie Pfizer und Merk, Rüstungsaktien wie Lockheed Martin, Ölaktien wie ExxonMobil und Ölfeldausrüster wie Halliburton. Technologie-, Finanz-, Auto- und Konsumgüterwerte legten ebenfalls zu. All diese Branchen hatten auf einen Bush-Wahlsieg gehofft.

30-jährige US-Staatsanleihen verloren einen vollen Punkt, und die Rendite erhöhte sich auf 4,87 Prozent. Der Euro festigte sich auf 1,2796 Dollar gegenüber 1,2726 Dollar am Vortag. Der Ölpreis gab um zwölf Cent auf 49,50 Dollar nach. Der Goldpreis legte um 4,70 Dollar auf 425,50 Dollar je Feinunze zu.

Allerdings erhoffen sich viele Wall-Street-Gurus angesichts des soliden US-Wirtschaftswachstums von rund 3,7 Prozent und hohen Unternehmensgewinnen bis Jahresende einen Endspurt an den US- Aktienbörsen und für das kommende Jahr ebenfalls Kursgewinne. Bush will seine Steuergeschenke von 1,7 Billionen Dollar dauerhaft machen. Er will Dividenden und Spekulationsgewinne weiterhin nur mit 15 Prozent besteuern. Bush will sich in den Pharmamarkt nicht einmischen. Er plant eine weitere Steigerung der Rüstungsausgaben. Er ist den Öl- und Energiekonzernen ebenfalls sehr gut gesonnen.

Der Rentenmarkt dürfte wegen der von US-Notenbankchef Alan Greenspan anvisierten graduellen Leitzinserhöhungen in den kommenden Wochen und Monaten Verluste verbuchen. Der „Greenback“ dürfte seine Talfahrt fortsetzen und bald unter 1,30 Dollar je Euro absinken, da kein rascher Abbau der monumentalen amerikanischen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite zu erwarten ist.

Ein Blick zurück auf die vergangenen vier Jahre unter Bush zeigt, dass nicht alles rosig war. Der Dow hat seither rund sieben Prozent an Wert verloren und der NASDAQ-Index sogar 41 Prozent. Der Dollar ist gegenüber dem Euro um 47 Prozent abgesackt.

Der Goldpreis ist wegen der Probleme an den Finanzmärkten, wegen der Irak-Krise und den Terroranschlägen um rund 60 Prozent in die Höhe geschossen. Der Ölpreis hat unter Bush um etwa 50 Prozent zugelegt. Die amerikanischen Leitzinsen liegen momentan bei 1,75 Prozent nach sechs Prozent vor vier Jahren.

Aus den riesigen US-Haushaltsüberschüssen und einer halbwegs soliden Leistungsbilanz sind Rekorddefizite geworden. Damit müssen die USA früher oder später fertig werden. Dies ist nur über steigende US-Zinsen zum Anlocken von ausländischem Kapital oder durch einen weiter scharf fallenden Dollar erreichbar, um die Exporte anzukurbeln und die Importe zu bremsen.

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