"Kein Töten für den guten Zweck"

Anfang Juli strahlte RTL 2 eine Sendung aus, in welcher der britische Starkoch Jamie Oliver vor laufender Kamera Küken vergaste. Bilder 

VOL hat bei PETA, der weltweit größten Tierrechtsorganisation, nachgefragt, wie Tierrechtler diese Aktion bewerten.

Der gefeierte TV-Koch Jamie Oliver erstickte für seinen Film “Hühnerhölle” männliche Küken, um die Zuschauer auf die Missstände bei der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. In der industriellen Tierhaltung ist es Gang und Gebe, männliche Küken, da sie keine Eier produzieren können, aus einem profitorientierten Kalkül zu töten. Die Tiere werden entweder vergast oder zerschreddert. Insgesamt werden in Europa pro Jahr etwa 280 Millionen Küken aus wirtschaftlichen Gründen getötet. Diese Tatsache wollte Jamie Oliver den Zuschauer auf eine sehr eindringliche Art und Weise ins Gedächtnis rufen.

Harald Ullmann, zweiter Vorsitzender der Tierrechtsorganisation PETA (dt. Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren), sieht diese medienwirksame Aktion zweigeteilt. Auf der einen Seite hat Oliver durch das Massenmedium Fernsehen nachdrücklich auf die Missstände bei der Massentierhaltung hingewiesen. Doch lebende Tiere sozusagen “für einen guten Zweck zu töten”, dies stößt bei Ullmann auf Ablehnung: „Wir hätten auf schon bestehendes Material zurückgegriffen“, so der Tierrechtler im VOL Live-Interview.

Dass Jamie Oliver die Provokation als Mittel verwendet hat, kann Ullmann aber gut nachvollziehen. PETA zieht es in ihren Kampagnen jedoch vor, lieber mit nackter Haut von berühmten Menschen als mit toten Tieren zu provozieren. In einem Punkt sind sich Ullmann, Oliver und andere Tierschützer aber einig: Es muss Menschen geben, die für die sprechen und aufstehen, die nicht selbst sprechen und aufstehen können. Und dies hat Jamie Oliver auf jeden Fall getan.

Fact-Box PETA

People for the Ethical Treatment of Animals
1980 in den USA gegründet
1994 Büros in Europa eröffnet
300 Mitarbeiter weltweit
15 Mitarbeiter in Deutschland
Zwei Millionen Mitglieder weltweit
Non-Profit Organisation, die sich mit Spenden finanziert.

Weitere Informationen unter www.peta.de

PETA zur Kükentötungsaktion von Jamie Oliver

VOL Live zu Besuch bei PETA Stuttgart

Leben und Sterben für die Eierindustrie

Jamie Olivers Skandal-Video


home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Tiere
  • "Kein Töten für den guten Zweck"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen