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Karlsbrücke wieder offen

Exakt zwei Wochen nach dem Höhepunkt der verheerenden Flut in Prag wurde am Mittwoch eines der Wahrzeichen der Hauptstadt, die historische Karlsbrücke, wieder eröffnet.

Schon Minuten nach Aufhebung der Sperre spazierten bereits Dutzende Touristen über das Bauwerk aus dem Jahr 1357. Angesichts eines Besucherschwunds wegen der Überschwemmungen würden zahlreiche Hotels über eine Preissenkung nachdenken, sagte ein Mitarbeiter des Fremdenverkehrsverbands.

Spätestens in der kommenden Woche sollen einige der überschwemmten Prager Synagogen wieder für Besucher frei gegeben werden, teilte ein Sprecher der Föderation Jüdischer Gemeinden in Tschechien mit. Er schätzte den Gesamtschaden der Organisation auf etwa vier Milionen Euro. Israel sagte der Föderation am Mittwoch eine Spende in Höhe von umgerechnet 50.000 Euro zu.

Während in der südböhmischen Stadt Cesky Krumlov (Krumau) am Mittwoch der Flut-Krisenstab aufgelöst wurde, verzögern sich die Aufräumarbeiten im stark hochwassergeschädigten Bezirk Prag-Karlin. In dem Viertel, aus dem täglich etwa 1.000 Lastwagenladungen Müll transportiert werden, brach am Mittwoch ein Kellergewölbe ein. Verletzt wurde aber niemand. An diesem Donnerstag will EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen das Viertel besuchen, in dem rund 25.000 Menschen wegen des Hochwassers ihre Wohnungen hatten verlassen müssen.

Das umstrittene Chemiewerk Spolana in Neratovice an der Elbe hat nach Angaben der Prager Zeitung „Lidove noviny“ (Mittwochausgabe) die Verletzung von Feuerwehrmännern während eines Chlorgas-Austritts am vergangenen Freitag geheim gehalten. Nach dem Einsatz auf dem Firmenareal hätten zahlreiche Mitglieder der Rettungsmannschaft wegen Hautverletzungen und Atembeschwerden ärztlich behandelt werden müssen, berichtete das Blatt.

Spolana habe dagegen behauptet, bei dem Einsatz gegen den „ungefährlichen Stoff“ habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Ein Sprecher des Unternehmens sagte der Zeitung, er wisse nichts über angebliche Verletzte. Die Bürgermeister der bei Neratovice liegenden Orte wollen an diesem Donnerstag ihr weiteres Vorgehen koordinieren. Es gehe um die vehemente Forderung an das Unternehmen, die Kommunikation zu verbessern, sowie um die Bildung eines neuen Evakuierungsplans, sagte ein Kommunalpolitiker.

In der nordböhmischen Grenzregion zu Sachsen ist die Lage in einigen Kommunen weiterhin ernst. Der beliebte Ausflugsort Hrensko beantragte am Mittwoch beim Kreisamt in Decin, den Ausnahmezustand bis 15. September zu verlängern. Die Folgen des Hochwassers seien längst nicht beseitigt, sagte ein Behördensprecher. Auch die Grenzübergänge Hrensko und Zinnwald blieben geschlossen, hieß es. Dagegen nahm das Zollamt in Moldava am Mittwoch den Betrieb wieder auf.

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