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Karde, Ysop, Knöterich und Co.

Ingeborg Sponsel zeigt, wie ein Gel hergestellt wird.
Ingeborg Sponsel zeigt, wie ein Gel hergestellt wird. ©Karin Lässer
Japanischen Staudenknöterich, Melde, Karde oder Ysop - Heilpflanzenfachfrau und Permakultur-Beraterin Ingeborg Sponsel kennt sie alle und erklärte mit viel Wissen und Freude interessierten Frauen deren Herkunft, Verarbeitung und Heilkräfte.
Heilpflanzen
Heilkräuter

Lustenau. Der Japanische Staudenknöterich zum Beispiel wächst oft unbeachtet. An der Bahnstrecke Bregenz-Lochau findet man besonders viele Sträucher mit den großen Blättern und rötlichen Stängeln, aus denen man Flöten basteln kann. Seine Heilkräfte sind erstaunlich. Die Wurzel wirkt systematisch im ganzen Köper, überwindet die Blut-Gerhirn-Schranke und die Darmbarriere, verbesserte den Blutfluss, schützt die Edothelzellen in Gehirn und Herz – um nur ein paar zu nennen. Ein winziges Stück Wurzel reicht, um eine neue Staude wachsen zu lassen, deren Wurzel drei Meter tief und sechs Meter weit pro Jahr wächst.

Mehlkraut

Die Melde, auch Mehlkraut genannt, wirkt bei Stoffwechselstörungen, nervöser Erschöpfung, äußerlich wirkt der Saft bei Hauterkrankungen, leichten Verbrennungen und Gicht. In der Volksmedizin galt Melde als blutreinigend und Heilmittel bei Lungenleiden sowie Blasen- und Nierenerkrankungen. Die Samen färben Stoffe blau, Blätter und Stiele grün. Die jungen Blätter sind mehlartig überzogen, daher auch der Name Mehlkraut.

Wunderblume

Appetitanregend, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend, antibakteriell, ausweitend, entgiftend und entzündungshemmend ist die Wilde Karde oder Weberdistel. Diese Pflanze wurde schon von den alt-griechischen Ärzten gebraucht, wächst auf Brachland, an Wegrändern, in voller Sonne bis tausend Meter Höhe. Gesammelt werden einjährige Wurzeln im Frühjahr und Herbst, Blätter im Frühjahr. Sie wird bei Borreliose, Arthritis, zur Stärkung des Immunsystems, bei Gelbsucht und Hauterkrankungen eingesetzt und hat einen stimulierenden Effekt auf das Knochenwachstum. Erstaunlich ist die Entwicklung der Blüte. Zuerst beginnt eine ringförmige Zone in halber Höhe des Köpfchens zu blühen, von dort setzt sich das Abblühen nach unten und oben fort. Eine Pflanze entwickelt ca. 2000 Samen.

Biblisch

Schon in der Bibel wird Ysop als bitteres Kraut zum Passamahl erwähnt. Dieser Halbstrauch wird bis zu 60 cm hoch, blüht blauviolett und liebt kalkhaltigen steinig-flachgrindigen Boden. Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Ursolsäure, Oleanosolsäure, Diosmin und Marrubin wirken u. a. entzündungshemmend, schweißtreibend, entspannend, menstruationsfördernd, verdauungsanregend. Eine Tasse Tee wirkt entspannend bei Lernstress und Prüfungsvorbereitungen. Ysop wirkt anregend auf den Hirnstamm, stärkt das Nervensystem und regt das Lymphsystem an.

Essbar und gesund

Diese Pflanzen schmecken auch gut und sind gesund. Frische Knöterichtriebe frittiert auf Brot schmecken köstlich, klein geschnitten und mit Honig gekocht wird daraus ein süßsaueres Kompott. Der milde spinatähnlich Geschmack der Melde eignet sich für Suppe, roh aufs Brot, als Salat und die Blätter könne mit Käse überbacken werden. Als Bitterstoffe für verschiedene Liköre wird die Wurzel der Karde verwendet. Ysop ist ein Bestandteil des Chartreuse-Likörs. Zum Würzen sind die jungen Blätter geeignet. Eine Besonderheit des Ysop: auf den Blättern kann ein Pilz der Gattung Penicillin wachsen, deshalb wurde früher dem Ysop-Bad eine heilende Wirkung bei Lepra zugesprochen. Creme und Gels können ebenfalls gewonnen werden. Vier lehrreiche Abende, vier zum Teil unbekannte Pflanzen und zehn staunende Frauen dankten Ingeborg Sponsel für ihr Engagement und freuen sich schon auf ein Kennenlernen neuer Pflanzen. Wie eine Teilnehmerin bemerkte kennt sie Ingeborg schon rund 17 Jahre. In den von ihr besuchten Kursen kam bisher keine Pflanze zweimal vor. Erstaunlich, was für gesunde Stauden und Pflanzen, oft als Unkraut bezeichnet, auf teilweise mageren Böden und heißen Plätzen wachsen und gedeihen. Verantwortungsvoller Umgang und Information vor dem Einnehmen und Verarbeiten dieser Heilpflanzen ist natürlich Voraussetzung.

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