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Kalt, aber nicht einmal kitschig

Lech/VN - Am Arlberg hatte man es am Donnerstagabend gut, man erlebte eine Festspielpremiere vor der Premiere.
Bregenzer Festspiele präsentieren "André Chénier"
Lech: "Spiel auf dem Schnee"

Das Medieninteresse war groß, hatte das Präsidium doch erst vor wenigen Tagen die kurzzeitig auch konfliktbehaftete Nachfolgediskussion damit beendet, dass der erfolgreiche künstlerische Leiter der Bregenzer Festspiele bis Ende 2014 bleibt. Mit dieser Nachricht traten Intendant David Pountney und Präsident Günter Rhomberg gestern Abend erstmals auch gemeinsam an die Öffentlichkeit und starteten sichtlich optimistisch gestimmt bereits im Jänner die diesjährige Saison, die mit einer neuen Seebühnenproduktion einen besonderen Höhepunkt aufweist.

Sensationelle Bühne

Dass Pountney sich traute, mit „André Chénier“ von Giordano ein 1896 uraufgeführtes Werk zu präsentieren, das Operngehern zwar sicher ein Begriff ist, dessen Titel aber nicht so geläufig ist wie jene der Opern, die bislang am See gespielt wurden, dürfte die Neugierde aber ebenfalls geschürt haben. Seit einigen Jahren ist es ja schon Tradition, einige Szenen und Arien der jeweiligen Produktionen in außergewöhnlicher Umgebung zu Gehör zu bringen.

Heuer ist bereits das Bühnenbild, entworfen von Florian Kradolfer, eine Sensation. Ließ der gewählte Slogan „Am Busen verschneiter Musen“ noch einiges an Kitsch befürchten oder sagen wir erahnen – denn ein wenig Kitsch wäre hier ja nicht weiter schlimm –, so stand bei Betrachtung der Bühne mit dem riesigen, etwa sieben Meter hohen Dekolleté, einem Schreibpult und einer angedeuteten Brücke rasch fest, dass man hier eine Skulptur schuf, die den Inhalt markant und eindrücklich untermauert.

Der frei denkende Dichter Chénier verliebt sich zur Zeit der Französischen Revolution nicht nur in eine Adelige, er erzeugt damit politische Gegnerschaft und erregt Eifersucht.

Starke Bilder

Das berühmte Gemälde „Tod des Marat“ von Jacques-Louis David war Vorbild für David Fieldings Entwurf für die Seebühne in Bregenz, „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix (siehe kleines Bild oben) stand für Lech Pate. Bei beiden handelt es sich um starke Bilder aus der Kunstgeschichte, die das Pub­likum direkt zur Thematik hinführen.

Tausende Zuschauer

Die Musik tut das Übrige. Wie vielschichtig und farbenprächtig Giordano Arien aufbaut und ein Drama vermittelt, konnte das Publikum in Lech bereits miterleben. An die 3000 werden es gestern Abend schon gewesen sein, die nach dem halbstündigen, von der Handlung her gut aufgebauten Ausschnitt den Sängern Hector Sandoval, Karine Babajanyan und John Lundgren zujubelten. Eike Ecker hatte straff inszeniert und die Tänzer Alfredo Karl, Claudia Sturn und Peterson da Cruz scheuten ebenso keine Kälte, sondern agierten feurig, mitreißend und begeisternd.


Bregenzer Festspiele präsentieren “André Chénier” im Schnee

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