Kahn steht am Samstag im DFB-Tor

Mit Oliver Kahn im Tor wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Stuttgart das Spiel um WM-Platz 3 gegen Portugal bestreiten. Auch die Portugiesen nehmen das "Treffen der Enttäuschten" ernst.

Treffen der Enttäuschten, Finale der Verlierer, Kampf um die “Goldene Ananas” – über den Sinn des Spiels im Schatten des großen WM-Endspiels wird seit Jahrzehnten gestritten, erwies sich das Duell um Bronze doch oft als Langweiler ohne Erinnerungswert. Das soll am Samstag zwischen Deutschland und Portugal in Stuttgart (21 Uhr) anders sein. “Der dritte Platz ist bei Olympia auch eine Menge wert, das Spiel gehört dazu”, sagte DFB-Torhüter Jens Lehmann zum Stellenwert der vorletzten WM-Partie.

Anreize gibt es für die Gastgeber gleich mehrere. Die Deutschen haben gegen die Portugiesen seit über zehn Jahren (21. Februar 1996 in Porto 2:1) nicht mehr gewonnen, sie wollen die Euphorie im Land bis zum letzten Schlusspfiff am Leben erhalten und Miroslav Klose, der derzeit mit fünf Treffern die Scorer-Liste anführt, möchte WM-Torschützenkönig werden. “Dieser Titel ist auch etwas ganz Großes, und das Turnier als Dritter zu beendeten ist besser als Vierter zu werden”, meinte der 28-jährige Stürmer.

Umstellungen wird Jürgen Klinsmann für sein 34. Länderspiel als deutscher Teamchef auf alle Fälle vornehmen. So macht Lehnmann für Oliver Kahn im Tor Platz, der “Titan” kommt bei seiner vierten WM-Teilnahme doch noch zu seinem WM-Auftritt. Und der verletzungsbedingte Ausfall von Michael Ballack ermöglicht Klinsmann sogar noch ein besonderes Zuckerl für Kahn. In seinem möglicherweise letzten Spiel für Deutschland darf der 37-Jährige die DFB-Auswahl noch einmal als Kapitän auf den Rasen führen. Vor Kahn muss Klinsmann eine “neue” Mannschaft aufbieten, da neben Arne Friedrich und Per Mertesacker eben auch Michael Ballack, der im Finale 2002 wegen einer Sperre gefehlt hatte, ausfällt.

Portugal möchte in WM-Fußstapfen Eusebios treten
Portugals Fußballer wollen das Erbe Eusebios antreten und wie der frühere Fußball-Star 1966 in London aufs WM-Stockerl. Kapitän Luis Figo höchst persönlich appellierte vor seiner Abschiedsvorstellung am Samstag im Stuttgarter Stadion (21 Uhr) gegen Deutschland immer wieder an seine Mitspieler und die Ehre. “Die WM ist noch nicht vorbei”, betonte der 33-Jährige vor seinem 127. und letzten Länderspiel. “Wir haben uns noch etwas verdient”, meinte Torwart Ricardo. “Das wird eine schwierige Partie, aber wir kämpfen darum, noch einen Sieg zu landen.” Deco räumte hingegen ein, dass er bereits die Regenerationsphase nach der WM im Auge hat. “Ich denke nur daran, mich auszuruhen, um mich beim FC Barcelona gut präsentieren zu können. Wir haben schließlich die spanische Meisterschaft und die Champions League vor uns”, sagte er, nahm sich und seine Mitspieler aber dennoch in die Pflicht: “Für alle unsere Fans müssen wir noch einmal unser Bestes geben.”

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