Jule's Blog: ausSPITZEMwinkel

Unter dem Titel, "ausSPITZEMwinkel - Erlebnisse eines "Youngstars" in der Bregenzer Handballwelt", versucht Julian Rauch jede Woche Einblicke in das Mannschaftsleben zu geben.

Ein noch nie da gewesener, unzensierter Zugang zum österreichischen Serienmeister.

Lesen Sie gleich im Anschluss den ersten Blogeintrag “kein Recht auf Trainingspause!”

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Kein Recht auf Trainingspause

Nach genau eineinhalb Trainingswochen, sprich 15 Trainings, bei denen ausnahmslos Kraft und Ausdauer im Vordergrund stand, fühlte es sich an, als wäre das Jahr 2009 schon weitaus älter als gerade mal 15 Tage.

 

Letzten Montag begann das Mannschaftstraining nach der Weihnachtspause und ich hatte mich schon auf den Tag gefreut, an dem es wieder losgehen sollte. Als aber gleich am ersten Montag zweimal ein äußerst intensives Ausdauertraining angesetzt war, wurde diese Freude etwas getrübt. Da auch zeitgleich zum Trainingsauftakt mein Urlaub zu Ende ging und ich wieder zu arbeiten anfing, waren die Regenerationszeiten denkbar kurz. Außerdem habe ich das Gefühl, dass dieses Jahr die Wintervorbereitung so hart und eisern ist wie in keinem der Jahre zuvor. Es wird hauptsächlich im Freien trainiert, was, wie man sich denken kann, bei diesen Temperaturen nicht besonders angenehm ist. Auch der Umfang des Trainings hat im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich zugenommen.

 

Da war der Besuch des Länderspiels der Nationalmannschaft gegen Slowenien in Hard letzte Woche Mittwoch eine willkommene Abwechslung. Der Rest der Mannschaft des A1-Teams saß geschlossen auf der Tribüne und ich freute mich besonders, meinen alten Schulkameraden und guten Freund, Robert Weber, wieder einmal spielen zu sehen. Er bot vor knapp 2000 Zuschauern ein tolles Spiel. Leider hat es trotz der sehr guten Einzelleistungen von Robert, Viktor Szylagiy und unseres Schlussmannes Niko für das Team Österreich nicht zum Sieg gereicht. Zu viele Eigenfehler sowie eine bis auf die Anfangsminuten nicht gut funktionierende Deckung waren dafür ausschlaggebend, dass das slowenische Nationalteam nicht zweimal hintereinander bezwungen werden konnte.

Es war aber interessant zu beobachten, wie sich die einzelnen Spieler seit dem letzten Länderspiel, das ich letztes Jahr in Bregenz live gesehen hatte, entwickelt haben. Trotz der guten Leistung darf man nicht vergessen, dass bei den Slowenen ein Star wie Zorman nur 20 Minuten gespielt hat und die slowenischen Superstars der letzten EM wie Pajovič, Kavtičnik, Pungartnik und Co. gar nicht dabei waren. Erst wenn auch unsere Stars wie Schlinger, Kolar und die anderen wieder topfit sind, wird ein echtes Kräftemessen möglich werden.

 

Nach einer nicht ganz so harten Trainingseinheit am Donnerstag, bei der wir das erste Mal während dieser Vorbereitung auch ein wenig mit dem Handball und nicht nur mit Medizinbällen und Sprungseilen gearbeitet haben, fuhr ich am Freitag Vormittag zum Lehrgang des Juniorennationalteams nach Bad Vöslau. Auch wenn ich an diesem Wochenende eigentlich trainingsfrei gehabt hätte, war ich trotzdem froh am Lehrgang teilnehmen zu können. Ich empfinde es immer noch als etwas Besonderes, zu den 14 besten Juniorenhandballern Österreichs zählen zu dürfen. Zu Beginn des Lehrgangs spielten wir ein Freundschaftsspiel gegen West Wien. Wir haben schon längere Zeit in dieser Aufstellung nicht mehr zusammengespielt und die Leistung war dementsprechend. Wir verloren deutlich. Doch die folgenden Trainingseinheiten an den beiden nächsten Tagen waren von einem spielerisch höheren Niveau geprägt.

 

Nachdem ich nun sieben Tage lang mindestens einmal, jedoch meistens zweimal hart trainiert hatte, hoffte ich darauf am Montag trainingsfrei zu bekommen. Doch daraus wurde nichts. Martin Liptak, unser Trainer, der erst am Montag vom Trainingslager der tschechischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war, belächelte meine Frage nur und meinte, dass ich mit 20 Jahren sowieso kein Recht auf eine Trainingspause habe, also biss ich in den sauren Apfel und trainierte auch gestern wieder zweimal (das zweite Mal abends zwei Stunden auf dem Viktoriaplatz bei Minusgraden). Nun sitz ich etwas müde und vor allem abgefroren zu Hause und freue mich auf das kommende Testspiel am Dienstag gegen Pfadi WInterthur!

Julian Rauch ist 20 Jahre alt, 180 cm groß und 76 kg schwer. Vor zwei Jahren brach der Bregenzer nach der schriftlichen Matura das Sportgymnasium Dornbirn ab und begann eine Lehre als Sportadministrator im Handballbüro A1 Bregenz. Neben den administrativen Verpflichtungen spielt der Vorklöstler auch in der Kampfmannschaft der Gelb-Schwarzen eine immer wichtigere Rolle. Am rechten Flügel erhält er von Coach Martin Liptak immer mehr Einsatzzeiten und ist am besten Weg zum Stammspieler. In seiner Freizeit ist Julian Rauch vorwiegend mit Freunden unterwegs und genießt das Leben eines jungen Handballers.

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