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Joker - Kritik und Trailer zum Film

Der Joker, dieser Superschurke mit dem wahnsinnigen Grinsen, ist aus vielen Batman-Geschichten längst bekannt. Wie aber wurde aus dem Mann Arthur Fleck dieser gruselige Joker? Das erzählt Regisseur Todd Phillips ("Hangover"-Filme) in diesem neuen Werk - mit einem grandiosen Joaquin Phoenix in der Hauptrolle.

Dem Schmerz ins Gesicht lachen - etwas das Arthur Fleck sein Leben lang macht. Er würgt sein Lachen aus sich heraus wie Galle. Und am Ende wird es ihn zum "Joker" machen. Dieses Psycho(pathen)gramm von Regisseur Todd Phillips hat in Venedig den Hauptpreis eingefahren und Joaquin Phoenix, den exzessivsten Darsteller seiner Generation, abermals zum Oscar-Favoriten katapultiert. Ab Freitag im Kino.

Joker - Kurzinhalt zum Film

Dieser "Joker" ist der "Taxi Driver" des neuen Jahrtausends, wie dieser im Zeitlook der 1970er gehalten und doch ganz heutig. Ein Leben zerbricht hier analog zur Gesellschaft, in das es eingebettet ist, die Sozialkritik kommt hier in Form einer Parabel daher. Gewalt wird nie als Actionelement, sondern stets als Folge von Demütigung eingesetzt.

Dieser Joker ist ganz in der Realität verhaftet, besitzt keine Superkräfte. Beinahe kann man die metaphorische Anbindung an die Welt der Comicverfilmungen bedauern - unterwirft sich das Werk dadurch einer zusätzlichen Bedeutungsschablone, die wenig zur Erkenntnis, sondern eher zu falschen Assoziationen beiträgt. Zugleich zeigt Phillips, wie unbedingt, wie facettenreich das DC-Universum auch auf die Leinwand zu bringen wäre.

Die Welt von Gotham City zerfällt, ist geteilt in eine abgehobene kleine Geldelite und den breiten Rest, der in einer kalten, harten Realität existieren muss, darunter auch Arthur Fleck (Phoenix), der mit seiner labilen Mutter (Frances Conroy) in einem heruntergekommenen Apartment lebt und sich als Partyclown verdingt. Seine Mutter bombardiert den reichen Bürgermeisterkandidaten Thomas Wayne (Vater des späteren Batman) mit Bittbriefen, während Arthur sich mit Psychopharmaka durch den Tag schleppt und dennoch in den unmöglichsten Situationen von einem dämonischen Lachen übermannt wird.

Ein Lichtpunkt in diesem traurigen Alltag ist die tägliche Late-Night-Show von Murray Franklin (Robert De Niro). Das Fernsehen ist für Arthur jedoch weit, stattdessen versucht er sich erfolglos im Stand-Up-Comedy-Format. Als ein Kollege ihm eine Waffe gibt, kommt es zu einer ersten Bluttat, und drei junge Schnösel müssen ihr Leben lassen. Dies ist der Auftakt zur Geburt des Jokers - und der Beginn eines Aufstands der Unterdrückten.

Joker - Die Kritik

Das ganze Werk lebt dabei ungeachtet einer ausgefeilten, dunklen Optik beinahe ausschließlich von Joaquin Phoenix. Der 44-Jährige stellt sich mit seiner Darstellung des Batman-Pendants in eine Reihe mit Vorgängern wie Jack Nicholson, Jared Leto und Heath Ledger - und zeigt eine Leistung, die diesen nicht nur ebenbürtig ist. Phoenix hat schließlich seine Position als beinahe fanatischer Darsteller kultiviert, der seine Figuren mit ganzem Körper und Seele durchdringt.

So ist er für den Part des Arthur Fleck auf die Knochen abgemagert, eine sich krümmende Gestalt, ein ungelenker Mensch - mit seinem Körper und im Umgang mit anderen. Und mit einem immer wieder explosiv aus ihm herausbrechenden Lachen, das einem kalt den Rücken hinunterläuft. Er vermisst den Weg eines Opfers, das zum Täter wird - und dessen Leidensweg zugleich ein Selbstfindungsprozess ist. Arthur Fleck ist ein Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann, abseits des vordergründigen Spannungsmoments.

Überraschender als die gewohnt außergewöhnliche Leistung von Phoenix ist dabei wohl die von Regisseur und Drehbuchautor Todd Phillips, der zuvor vornehmlich mit den "Hangover"-Filmen erfolgreich war und nun ein vielschichtiges, ebenso ruhiges wie packendes Männerporträt abliefert. Dazu trägt auch der vielstimmige Soundtrack der isländischen Cellistin und Komponistin Hildur Gudnadottir bei, der wie Arthur Fleck zusehends in den Wahnsinn abgleitet.

Auf Fortsetzung scheint dieser "Joker" - unüblich für das Comic-Genre - nicht angelegt. Insofern muss sich vielleicht nicht Batman warm anziehen. Aber die Konkurrenz bei der Oscar-Verleihung 2020 mit Sicherheit.

Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

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