"Jodelkultur" kennt keine Grenzen

Das Schötze-Chörli Stein in Tracht
Das Schötze-Chörli Stein in Tracht ©Propstei St. Gerold
Weitere "Jodelwettstreit"-Teilnehmer

Im Rahmen des Volkskultur-Angebotes der Propstei St. Gerold wurde am letzten Sonntag herzhaft gejodelt und gejuchzt …

St. Gerold. Die malerisch gelegene Propstei St. Gerold ist seit Pater Nathanaels Zeiten bekanntlich ein Mekka für verschiedenste Sparten der Kultur geworden: Neben der vielschichtigen “Klassik” nimmt im Angebot auch immer wieder wertvolle Volkskultur einen breiten Raum ein. Ja, der Nachfolger von P. Nathanael, P. Kolumban Reichlin, demonstrierte dies klar, indem er am Sonntag, welcher der “Jodelkultur” gewidmet war, selbst als Sohn im Familienquartett Reichlin sang. Nun, unter dem Motto “Jodelkultur” trafen sich in der Kirche der Propstei in einer Soiree Formationen aus der Schweiz und Vorarlberg zu edlem “Jodelwettstreit”: das Schötze-Chörli Stein (Leitung: Annette Grieder) aus dem Appenzell; die in Vorarlberg besonders beliebte Hausmusik Fink mit Evelyn Fink-Mennel sowie Wilma und Isabella Fink aus Andelsbuch und das Familienquartett Reichlin aus Steinerberg (Schwyz/Innerschweiz) mit Maria, Esther, Yvonne und P. Kolumban, Gesang, und Peter Achermann an der Knopfharmonika.

Künstler aus dem “Volk”
An den zahlreichen vielfältigen Hörgenüssen etwa der Schötze-Männer faszinierte vor allem, dass immer wieder betont wurde (Annette Grieder), dass die Sänger allesamt keine “Profi” seien und alle ihre “Kunst” ohne Ausbildung “naturbelassen” in der Chorgemeinschaft aus dem Volk erlernt hätten. Kaum zu glauben. Denn die 15 Männer des Schötze-Chörli in ihrer schmucken rot-schwarzen Appenzeller Sennentracht samt obligatem Ohrbehang sangen und jodelten ihre zahlreichen Lieder bzw.”Zäuerli” (deren Dialekttexte neben dem Jodeln leider unverständlich blieben) ohne Noten und ohne Dirigentin in einer schier unglaublichen Homogenität und Stimmnuancierung. Die Vorarlberger Familie Fink mit Geige, Hackbrett, Cello, “Käsharfo” etc. begeisterte mit subtilen bzw. heiteren Volksmusikklängen von Wilhelm Fritz, Gerold Amann und Uli Troy. Die dritte Gruppe der singenden und immer wieder klangschön jodelnden Vokalisten war das Familienquartett Reichlin als Jodelduett bzw.- terzett und Quartett mit profilierten Liedern von Grolimund, Bracher, Fuhrer oder Röthlisberger. Ein Blickfang waren hier die Frauentrachten, wobei die verheirateten Frauen weiße Hauben in Form einer Irokesenfrisur (!) trugen. Das Publikum im restlos gefüllten Kirchenraum konnte sich zwei Stunden lang am Wohlklang echt volkstümlicher Gesangs-und Jodelkunst aus der großräumigen Region Schweiz/Vorarlberg erfreuen.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • St. Gerold
  • "Jodelkultur" kennt keine Grenzen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen