AA

Wann spielt die Deutsche Bundesliga wieder?

Martin Hinteregger will bald wieder spielen - doch darf er das, ist die Frage?
Martin Hinteregger will bald wieder spielen - doch darf er das, ist die Frage? ©GEPA pictures - Mathias Mandl
Zweifel wachsen, ob der für Mai geplante Neustart und der bis Ende Juni erhoffte Saison-Abschluss noch realistisch sind.

Bis zum 31. August dürfen in Deutschland wegen der Coronavirus-Pandemie keine Großveranstaltungen stattfinden. Das hat die Politik beschlossen. Außer dem Profi-Fußball, der nach wie vor auf eine Saisonfortsetzung mit Geisterspielen hofft.

Wann fließen die so dringend benötigten TV-Millionen, wann kann der Spielbetrieb mit Geisterspielen fortgesetzt werden? Die Fußball-Bundesliga muss warten. Auch nach der wegweisenden Konferenz von Bund und Ländern inmitten der Coronavirus-Krise bleibt bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den 36 Proficlubs viel Ungewissheit. Nachdem der Profifußball und seine schon minutiös skizzierten Pläne für Geisterspiele bei der Schalte am Mittwoch offiziell nicht einmal Thema waren, wachsen Zweifel, ob der für Mai geplante Neustart und der bis Ende Juni erhoffte Abschluss der Liga-Spielzeit noch realistisch sind.

300 Millionen Rate nicht eingegangen

Wichtiger als ein schnelles Comeback auf dem Rasen dürfte vor allem für die finanziell angeschlagenen Vereine die zeitnahe Auszahlung der millionenschweren TV-Rate sein. Nach einem Bericht des "Kicker" ist die für 10. April erwartete Summe von 304 Millionen Euro noch nicht eingegangen, als neuer Zahltag für Pay-TV-Sender Sky und Co. ist demnach nun der 2. Mai im Gespräch.

"Wir sind in ständigem Austausch mit unserem langjährigen Partner DFL, insbesondere angesichts der aktuellen Situation der Bundesliga und 2. Bundesliga. In diesem Zusammenhang gibt es aktive Diskussionen mit dem Ziel, auch im Hinblick auf Lizenzzahlungen und deren potenzielles Timing konstruktive Lösungen zu finden", sagte am Donnerstag ein Sky-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Für manche Clubs existenziell

Für manche Proficlubs dürfte diese Rate existenziell sein, um nicht schon im Mai oder Juni vor der Insolvenz zu stehen. Nach "Kicker"-Informationen handelt es sich um 13 Vereine, darunter vier Bundesligisten. Vereine machten angesichts der derzeitigen Krise bereits den Ernst der Lage deutlich: So appellierte der FC Schalke 04 bereits an seine Dauerkartenbesitzer, von Rückforderungen für die verbleibenden Heimspiele abzusehen.

Geplanter Neustart per Anfang Mai wird wohl nicht halten

Die neuen Beschlüsse der Politik, wonach die Ausgangsbeschränkungen bis 3. Mai verlängert wurden, sorgen auch für neue Herausforderungen für die Liga-Verantwortlichen. Da bis zum ersten Mai-Wochenende nicht einmal geregeltes Mannschaftstraining möglich ist, wird der für Anfang Mai angepeilte Neustart der Liga mit dem 26. Spieltag wohl zur Utopie. Wissenschaftler gehen davon aus, dass zwei Wochen normales Training nötig sind, um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Momentan ist nicht einmal absehbar, ob es dann Anfang Mai mit dem normalen Training wieder losgehen kann.

Auch bei Politikern ist die zügige Fortsetzung der Bundesliga-Saison umstritten. Während sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erst ab Herbst wieder Spiele ohne Publikum vorstellen kann, sieht Wolfgang Kubicki von der FDP keine Hürden, schnellstmöglich damit anzufangen.

Die 36 DFL-Mitglieder tagen nun am 23. April statt wie geplant an diesem Freitag. Man sei für das Szenario mit Geisterspielen bereit, sagte DFL-Boss Christian Seifert jüngst der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wir haben es nicht in der Hand", fügte er an. Seit Mittwoch herrscht auch Klarheit, dass es bis mindestens Ende August keine Großevents gibt, also definitiv keine Fußballspiele mit Publikum. Das beträfe nach aktuellem Spielplan auch den Bundesliga-Saisonstart 2020/21, sofern die Pandemie und das Nachholen anderer Wettbewerbe nicht diesen Zeitplan auch noch kräftig durcheinanderwirbeln.

Corona und die Bundesligisten

Die Bundesligisten, die in Kleingruppen wieder trainieren lassen, befinden sich derweil verstärkt unter Beobachtung. Düsseldorfs Coach Uwe Rösler sagte dem "Express": "Ich habe schnell gemerkt, dass wir als Verein der Landeshauptstadt genau unter die Lupe genommen werden. Wir haben mehrmals Besuch bekommen, es wurde darauf geschaut, dass wir auch alle Regeln umsetzen."

Schalke hat derweil selbst die Maßnahmen verschärft. Bei Physiotherapeuten wird seit Donnerstag Fieber gemessen, Profis erhalten zur Kontaktvermeidung im Supermarkt Essensmenüs und alle Beteiligten müssen jeden Tag Rückmeldung geben, "ob sie symptomfrei sind", wie Sascha Riether, Koordinator der Lizenzspielerabteilung, den "Ruhr Nachrichten" sagte.

Fußball ist Freude

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verwies darauf, dass die "Relevanz von Fußball möglicherweise nicht allein in der finanziellen Wirkung liegt, sondern auch in der psychologischen Wirkung". Der Fußball sei für "sehr viele Menschen" ein "Teil von Freude".

(APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Sport VOL.AT
  • Wann spielt die Deutsche Bundesliga wieder?
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen