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"Jeder hat seine eigene Wahrheit"

Wie Kriege im Kleinen, Privaten stattfinden, zeigt Monika Helfer in ihrem neuen Stück "Kreuzers Kinder".
"Kreuzers Kinder"

„Es ist kein realistisches Stück, es ist nicht laut und plakativ“, verdeutlicht die Schriftstellerin gleich einmal ihre Intention. Und das ist gut zu wissen, wenn man sich auf einen Text einlässt, der immerhin davon handelt, wie drei inzwischen erwachsene Menschen auf einen Vorfall in ihrer Kindheit zurückblicken. Die Eltern wurden erschossen im Schlafzimmer aufgefunden. Jeder erzählt nun seine Sicht, was wirklich geschah, erfährt niemand.

Alles in Schwebe

„Das Ganze sehe ich wie einen Krieg, im Kleinen passiert die Katastrophe“, erklärt Monika Helfer, in deren Büchern (z. B. „Oskar und Lilli“) Kinder oft eine große Rolle erhalten, obwohl oder weil sie diese im Leben ihrer Eltern nicht haben. Ähnlich verhält es sich nun mit Emma, Josef und Rosa, die „die Füße nicht mehr auf den Boden bekommen“. Auf die Erzeugung von Beklommenheit hin ist das nicht ausgerichtet. „Man mag nach so einem traumatischen Erlebnis noch bindungsfähig sein, bei mir sind es die drei eben nicht.“ Helfer sagt es einfach, und Regisseur Hubert Dragaschnig nennt ihre Vorgehensweise eine „Wahrhaftigkeit“, die ihn beeindruck hat, als er eine kürzere Fassung des Textes las, aus dem im Auftrag des Theaters Kosmos das Stück „Kreuzers Kinder“ entstanden ist. Unweigerlich überlegt man als Leser, wie sich der Vorfall zugetragen hat. Drei Schüsse waren zu hören, aus zwei unterschiedlichen Waffen, von denen der Vater jede Menge im Haus hatte. „Jeder hat seine Wahrheit“, meint die Autorin und verweist darauf, dass es sich eben nicht um ein Kriminalstück handelt. Sie zitiert Joseph Roth, der über eine seiner Figuren zum Ausdruck bringt, dass Kriege immer im Privaten beginnen. Um diese Tatsache könne man sich nicht drücken. Nach längerer Pause bringt Monika Helfer im Sommer übrigens wieder ein Buch heraus: „Bevor ich schlafen kann“. „Ein Frauenbuch“ sagt sie. Um Katastrophen geht es, aber auch ums Glück.

Die Uraufführung findet am 23. April, 20 Uhr, im Theater Kosmos in Bregenz statt. Weitere Aufführungen bis 21. Mai, jeweils 20 Uhr: www.theaterkosmos.at

Zur Person Monika Helfer

Geboren: 1947 in Au Publikationen: „Eigentlich bin ich im Schnee geboren“, „Die wilden Kinder“, „Mulo. Eine Sage“, „Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr“, „Der Neffe“, „Oskar und Lilli“, „Kleine Fürstin“, „Wenn der Bräutigam kommt“, „Mein Mörder“, „Rosie in New York“, „Rosie in Wien“ u. a. , „Bevor ich schlafen kann“ erscheint im Sommer 2010 Theaterstücke: „Die Aufsässige“, „Bestien im Frühling“, „Kreuzers Kinder“ Hörspiele u. Filme: „Oskar und Lilli“, „Die wilden Kinder“ u. a. Wohnort: Hohenems Familie: verheiratet mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier

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