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Jeder Film eine Parzelle

Klaus/VN - Ferdinand Mähr liebt das Leben hinter der Kamera. Filmpremiere ist am Freitag.

Das Filmen interessierte ihn immer schon. Doch früher war Ferdinand Mähr das „Zeug zu teuer“ und die „Qualität zu dürftig“. Seit Anbruch des Digitalzeitalters hat sich das geändert. Jetzt hängt er mit Leib und Seele an der Filmerei. Jeden Streifen sieht er als „neue Parzelle“ in seinem bewegten Leben. Nun ist diese persönliche Landkarte wieder ein Stück größer geworden. Am Freitag feiert das jüngste Werk von Ferdinand Mähr im Cubus in Wolfurt Premiere. „Albanien – Auf dem Weg nach oben“ zeigt die positive Entwicklung, die eine vergessene Bergregion im Norden des Landes dank der Vorarlberger Aktion „Schüler helfen Schülern“ in den letzten 16 Jahren genommen hat.

Eine Woche war Ferdinand Mähr mit Projektleiter Paul Wohlgenannt in dem gebirgigen Tal unterwegs. Sammelte Eindrücke und Impressionen. „Schüler helfen Schülern“ machte es sich zur Aufgabe, das Bildungssystem im Gebiet von Fan zu verbessern. 13 Schulen und 5 Kindergärten wurden gebaut, Schulmöbel geliefert, Lehr- und Lernmittel gekauft sowie Lehrer vor Ort unterstützt. Inzwischen haben die ersten Jugendlichen maturiert und besuchen die Universität. „Ein schöner Erfolg“, bestätigt Ferdinand Mähr, der über den Filmemacher Niko Mylonas zu dieser ehrenamtlichen Aufgabe kam.

Bewegte Vergangenheit

Mit ihm hat der 60-Jährige schon im Filmclub Feldkirch gerne zusammengearbeitet. „Er war praktisch mein Lehrer“, erzählt der Neo-Pensionist, der sich damals als sehr wissbegieriger Schüler hervortat. Mit Erfolg. Denn Ferdinand Mähr räumte während seiner aktiven Zeit im Filmclub einige Preise ab. Als Mylonas ging, ging auch er. „Ich brauche die Abwechslung“, sagt der großgewachsene, sympathische Mann. Entsprechend turbulent nimmt sich seine Vergangenheit aus. Schon Mitte der 1980er-Jahre ging der gelernte Elektriker als Entwicklungshelfer nach Nicaragua, wo er als technischer Lehrer an einer HTL unterrichtete.Vier Jahre blieb Ferdinand Mähr. Dann folgten drei Jahre Costa Rica.

Dort leitete er ein Projekt unter dem Titel „Verbesserung der technischen Ausbildung“. Es handelte sich um ein Geschenk, mit dem die österreichische Regierung dem damaligen Präsidenten Arias zum Friedensnobelpreis gratulierte. Immer mit dabei hatte Mähr seine nicaraguanische Frau und die beiden Kinder. „Da gab es nie Probleme“, merkt er mit einem freundlichen Lachen an. Sein Sohn engagiert sich heute selbst im Nicaragua-Komitee. Und er hat die Reiselust seines Vaters geerbt.

Sesshaft geworden

Der ist inzwischen jedoch sesshafter geworden. Ab einem gewissen Alter brauche man einen sicheren Hafen. Den bot ihm zuletzt ein japanischer Konzern, der ihn als Vertriebsleiter für Vorarlberg rekrutierte. Daneben blieb noch viel Zeit, um der Filmerei nachzugehen. „Das habe ich sehr geschätzt“, sagt Ferdinand Mähr. So entstanden Filme im Land und außerhalb des Landes. Unter anderem hat Mähr das Sozialsystem in Kuba mit der Kamera eingefangen und auf diese Weise das „negative Bild, das oft noch von diesem Land gezeichnet wird“, etwas zurechtgerückt. So sind, „getrieben von Neugier und dem Interesse an fremden Kulturen“, bislang etwa zwanzig Dokumentarfilme entstanden. Eben Parzellen, die sein Leben bereichern.

Zur Person

Ferdinand Mähr

Geboren: 5. Juli 1950 in Feldkirch
Wohnort: Klaus
Beruf: seit einem halben Jahr Pensionist
Hobby: Filmen

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