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Jahrhundertprojekt Ortskanalisation

Viel Prominenz beim Spatenstich zum letzten Bauabschnitt der Ortskanalisation.
Viel Prominenz beim Spatenstich zum letzten Bauabschnitt der Ortskanalisation. ©Ferdinand Ortner
Ausbau als finanzieller Kraftakt der Gemeinde Lustenau und aller Bürger.

Lustenau. In der Marktgemeinde Lustenau wurde vor mehr als einem halben Jahrhundert – im Jahre 1962 – unter Bürgermeister Robert Bösch noch ohne Bauzeitplan mit dem Bau der Ortskanalisation begonnen. Seither musste für die Realisierung dieses Mammutprojekts die Gesamtsumme von etwa 109 Millionen Euro aufgewendet werden. Dabei hatte man für die Kanalisierungsarbeiten alles andere als gute Voraussetzungen. Umso erfreulicher war es daher, dass die gewaltigen Investitionen vor allem in den letzten zwei – drei Jahrzehnten planmäßig und zügig voranschritten, der Kostenrahmen gehalten und die Darlehensaufnahmen von allen Parteien akzeptiert wurden.

Der gute Projektverlauf wurde vor allem durch konstant hohe Investitionen – jahrzehntelang alljährlich drei bis fünf Millionen Euro – und den engagierten Einsatz aller Beteiligten ermöglicht.

Gemeinschaftsleistung

Heinz Fröwis – seit zwanzig Jahren beim Ausbau der Kanalisation an verantwortlicher Stelle tätig – nennt als die größten Herausforderungen und Problemfelder die aufwendige Fundierung der Leitungen und Schächte infolge der schlechten Untergrundverhältnisse, die notwendige Verwendung teurer Gussrohre und die zusätzlichen baulichen Erfordernisse wegen des geringen natürlichen Gefälles.

„Es werden auch noch nach dem Vollausbau dauernd größere Wartungs- und Erhaltungskosten anfallen“, versichert er unisono mit Gemeinderat Wolfgang Bösch. Weitere Kostenfaktoren waren die fortlaufende Erneuerung der Wasserleitungen sowie die Wiederherstellung und Modernisierung des Straßennetzes. Erwähnen muss man auch die beträchtlichen Kosten der Hauseigentümer für die Anschlüsse.

„Die enormen Investitionen haben sich in jeder Hinsicht bezahlt gemacht“, betont Bürgermeister Kurt Fischer. „Nur durch die konsequente Ortskanalisierung konnte ein Bauverbot für Bauwerber in Lustenau vermieden und die Wasserqualität der Fließgewässer deutlich verbessert werden.“ Aus Lustenau gelangt jetzt nur mehr geklärtes Abwasser in den Bodensee. Erholt haben sich auch die renaturierten Kanäle. Als gelungene Beispiele nennt der Bürgermeister den Moosbach und den Grindelkanal.

Überwachung und Wartung

Die Gesamtlänge der Kanäle beträgt 240 Kilometer. Rohrleitungen, Regenklärbecken, Auslaufbauwerke, Hebeanlagen und Pumpwerke müssen laufend überwacht und gewartet werden. In der Überwachungsanlage im Bauhof kontrolliert man viele Betriebszustände mittels Fernmeldeanlage. Auch in Zukunft muss für Wartung und Instandhaltung des Abwassersystems jährlich eine Million Euro investiert werden, sind die Projektverantwortlichen überzeugt.

Historischer Spatenstich Ortskanalisation 3
Historischer Spatenstich Ortskanalisation 3 ©Tiefbau-Gemeinderat Wolfgang Bösch half Bürgermeister Fischer beim Abschieg vom Bagger.

Startschuss für den letzten Bauabschnitt

Einen historischen Moment – den bevorstehenden Abschluss des Jahrhundertprojekts Ortskanalisation – feierte die Gemeinde Lustenau am 4. Februar vor dem Beginn der Bauarbeiten am letzten Baulos BA 56 mit einem Spatenstich-Festakt an der Kreuzung Brändlestraße-Binsenfeldstraße. „Wir biegen in die Zielgerade ein“, war das Motto des Events. Es gab einen „großen Bahnhof“ der Verantwortlichen der Gemeindepolitik, der Bauverwaltung, der Behörden und besonders auch von Exponenten vieler Firmen (Ingenieur- u. Vermessungsbüros Techniker, Bau-Unternehmen etc.). Bürgermeister Kurt Fischer dankte allen für den oft jahrzehntelangen verlässlichen Einsatz beim Ausbau der Kanalisation zur Abwasserbeseitigung und des Leitungsnetzes der Wasserversorgung sowie für die Sanierung vieler Straßen.Fischer erinnerte auch an die schwierigen Voraussetzungen für den Kanalbau, wie den sehr schlechten Untergrund, das geringe Gefälle und den Streusiedlungs-Charakter der Gemeinde. Er würdigte vor allem die Leistungen des Tiefbau-Gemeinderates Wolfgang Bösch und von Heinz Fröwis (Bauamt), der Experten und der maßgeblich beteiligten Baufirmen, wie „Wilhelm & Mayer“ und des technischen Büros „Adler“ sowie die gute Zusammenarbeit mit der Wasserbauabteilung des Landes, die durch Thomas Blank vertreten war.

Bösch – seit sechzehn Jahren Tiefbau-Referent der Gemeinde – gab einen kurzen Rückblick, berichtete von seinen guten Erfahrungen mit den Vorarlberger Firmen und dankte den maßgeblichen Fachleuten für die gute Mitarbeit. Anschließend an den Festakt waren die Gäste zu einem Mittagessen der Gemeinde in den „Frühlingsgarten“ geladen.

 

Kanalnetz
Lustenau besitzt eines der vielseitigsten Netze Österreichs
» Gesamtlänge (Schmutz- u. Regenwasserkanäle): 240 km
» ca. 70 Pumpwerke
» 3 Regenklärbecken
» Gesamtinvestitionen seit 1962: 1,5 Milliarden Schilling, bzw. 109 Mill. Euro
» Jährlich anfallendes Abwasser: ca. 1,2 Mill. Kubikmeter
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