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"Jahrhundert"-Hochwasser überflutete Passau

Zuerst traf es die Restaurants an der Passauer Uferpromenade. Dann liefen viele Gassen der Altstadt mit Wasser voll, das Rathaus der Drei-Flüsse-Stadt meldete: "Land unter".

1,5 Meter steht das Wasser auf dem Rathausplatz, wo sich sonst Touristen tummeln.

Am Mittag dann der erste Hoffnungsschimmer seit Tagen. Der Pegelstand der Donau, die in Passau die Wassermassen von Ilz und Inn aufnimmt, verharrt bei 10,81 Metern. Bis zum Abend sollte das schlimmste Hochwassers seit 48 Jahren dann leicht zurückgehen.

Vergeblich verbarrikadierten viele Geschäfte vom Sexshop bis zum Souvenirladen und Hotels wie Cafes Türen und Fenster. Anton Bruckmeier hat Latten vor seinem Textilgeschäft aufgezogen – genutzt hat es ebenso wenig wie die 50.000 Sandsäcke, mit denen Soldaten und Feuerwehrleute die Altstadt auf der Landzunge zwischen Inn und Donau und Umgebung verrammeln.

„Die Donau steigt unglaublich schnell“, sagte Stadtbrandinspektor Andreas Dittlmann, der seit Samstag fast ununterbrochen im Einsatz ist. „Alles läuft, was laufen kann“, fasste Eva-Kathrin Veit vom Krisenstab im Landratsamt Passau den Einsatz der weit über 1.200 Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwilligen des Technischen Hilfswerkes (THW) in und um Passau zusammen.

Rund 850 Einsatzkräfte pumpen seit Montag allein in Passau einen Keller nach dem anderen leer – und sehen doch kein Ende. „Zwölf Stunden Dienst ist die Regel“, sagt der Heeressoldat.

Viele Anrainer machten ihrem Ärger Luft über Katastrophen-Touristen, die die Stadt bevölkern. Ganze Familien sind mit Fotoapparaten und Videokameras gekommen, um die Verwüstungen zu bestaunen.

Ein Ende des Dauereinsatzes ist für die Helfer auch nach drei Tagen nicht in Sicht. „Die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn die Fluten sinken“, sagte Erich Rehader vom THW. Dann müssen er und seine zumeist ehrenamtlichen Helfer Tausende Sandsäcke und Barrikaden wieder abbauen. „Der Katastrophenalarm ist dann längst vorbei und die Bundeswehr wieder abgezogen“, sagt er mit leiser Stimme.

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