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Ja das Schreiben und das Lesen...

Dir. Mag. Wolfgang Türtscher, Obmann der ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung.
Dir. Mag. Wolfgang Türtscher, Obmann der ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung. ©Harald Pfarrmaier

Heute, 8. September, Internationaler Alphabetisierungstag der UNESCO – Alfa-Telefon Vorarlberg 0664 3281000 bietet anonym Hilfe an

Bregenz. Einer Schätzung zufolge können etwa 30.000 Vorarlberger nicht ausreichend lesen und schreiben. Das “Netzwerk Alphabetisierung und Basisbildung in Österreich” bietet kostenlose Beratung für alle Betroffenen und Vorarlbergs Erwachsenenbildung bietet Basiskurse an. Eingerichtet wurde auch das “Alfa-Telefon-Vorarlberg”. Unter 0664 3281000 gibt es anonym Informationen über spezielle Bildungsangebote und Förderungen.

“Ja, das Schreiben und das Lesen, ist nie mein Fach gewesen…” gesteht Schweinezüchter Zsupan in der Johann-Strauss-Operette “Der Zigeunerbaron” ein. Dieses Schicksal teilt er weltweit mit 793 Millionen Menschen, die weder lesen noch schreiben können. Einem Untersuchungsbericht der UNESCO zufolge ist ein Großteil der erwachsenen Analphabeten weiblichen Geschlechts. Mehr als 70 Prozent von ihnen stammen aus den armen Gebieten südlich der Sahara sowie Süd- und Westasiens.

Nach einer Studie des EU-Parlaments weisen in Europa zwischen zehn und 30 Prozent der Bevölkerung Defizite in der Basisbildung auf. Sie haben beim Lesen, Schreiben oder Rechnen und im Umgang mit dem Computer massive Probleme. . “Über 300.000 österreichische Erwachsene verfügen über keine ausreichenden Kenntnisse, die in ihrem Lebensumfeld – beruflich, privat und dem gesellschaftlichen Leben – vorausgesetzt werden”, informiert Mag. Wolfgang Türtscher, der Obmann der ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung, aus Anlass des UNESCO-Alphabetisierungstages.

Unglückliche Lerngeschichte als Ursache

In Vorarlberg liegt die Zahl der funktionalen Analphabeten bei etwa 30.000. Sie haben Schwierigkeiten Formulare und Anträge auszufüllen, Gebrauchsanleitungen, Warnhinweise, Verträge oder Zeitungsartikel zu verstehen. Mängel, die sich natürlich auch in der Arbeitswelt auswirken. Türtscher: “Viele Betroffene haben Angst davor sich zu blamieren oder für dumm gehalten zu werden und verstecken ihre Mängel vor ihrer Umwelt.” Der Bildungsexperte will hier mit Vorurteilen aufräumen: “Fehlende Schreib- und Lesekenntnisse haben nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, sondern meist mit einer unglücklichen Lerngeschichte.”

Die Betroffenen leiden nicht nur unter der Angst, entdeckt zu werden. Folgen sind auch gesellschaftliche Ausgrenzung, ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko und erhöhte Armutsgefährdung. Hinzu kommt der Ausschluss von Weitebeildung und dadurch fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten. Um hier entgegen zu wirken und das Tabuthema aufzubrechen bietet das “Netzwerk Alphabetisierung und Basisbildung in Österreich” kostenlose Beratung für alle Betroffenen, aber auch allen Personen und Einrichtungen, die diese unterstützen wollen, an.

In Vorarlberg bietet die Erwachsenenbildung seit Jahren im ganzen Land Basisbildungskurse an. EIngerichtet wurde auch das “Alfa-Telefon Vorarlberg 0664 3281000”. Berater informieren anonym über spezielle Bildungsangebote für Erwachsene sowie mögliche Förderungen und Anbieter.
HAPF

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