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Ivo Cuk's letzter MMA-Kampf

Der vierfache Weltmeister im MMA (Mixed Martial Arts) bestreitet im September seinen letzten Kampf. W&W sprach mit Ivo über seine erfolgreiche Kampfsportkarriere.

Bereits im zarten Alter von sechs Jahren begann Ivo mit Judo. Von klein auf investierte der 43-jährige viel Zeit in das Kampfsporttraining.

Nach seiner Dachdeckerlehre war er als solcher auch berufstätig und nebenher auch im Bereich Security. In der Türsteher- und Nachtclubszene kam damals ein Trend auf: Free Fight. Man stellte vor einem Club Baugitter auf und dann trat der Türsteher des einen Clubs gegen den Türsteher eines anderen Clubs an. Später entwickelte sich aus dem Freefight die Sportart MMA. Die heute bekannteste MMA Liga der Welt, die UFC, ist nach Startschwierigkeiten heute Dank einflussreicher Stars wie Conor McGregor weltweit populär und hat sich zu einem Milliarden Business entwickelt. Die Ursprünge dieses Kampfsports gehen allerdings auf die olympischen Spiele der Antike zurück. Damals gab es bereits die beiden Urkampfsportarten Boxen und Ringen. Schon damals kam die Frage auf: Wer ist der bessere Kämpfer – der Boxer oder der Ringer? Und bereits 648 vor Christus gab es dann die olympische Disziplin Pankration. Die Männer durften beim Pankration schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers verwenden; außerdem ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Ziel war es, den Gegner zum Aufgeben zu bewegen. Die Kämpfe dauerten so lange, bis einer durch Handheben aufgab, starb oder die Sonne unterging.

Die MMA Kampftechnik besteht aus einer Mischung vieler anderer Kampfsportarten. ©Ivo Cuk

Beim heutigen MMA bedienen sich die Kämpfer folgender Kampftechniken: Boxen, Kickboxen, Taek-wondo, Muay Thai, Karate, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Judo und Sambo. Auch Techniken aus anderen Kampfkunstarten werden benutzt. Ivo begann 2008 mit seinem ersten MMA-Kampf, damals noch hinter Baugittern. Seinen größten Erfolg feierte er 2012, als er in Melbourne (Australien) gegen den Neuseeländischen Champion in der zweiten Runde durch technisches KO gewann. In Deutschland wurde er dann erstmals Weltmeister im Schwergewicht und verteidigte seinen Titel dann noch dreimal. Viele seiner Kämpfe sind im Internet auf YouTube zu bestaunen

Ivo ist bereit: Er wird seinen letzten Kampf in Düsseldorf bestreiten. ©Ivo Cuk

Niederlagen einstecken

Doch auch Niederlagen gehören bei diesem Sport dazu: Besonders bitter war für den 105 Kilo schweren Modellathleten ein KO nach nur 45 Sekunden gegen den russischen Champion Alikhan Vakhaev. Der Kampf fand in der stark besetzten russischen MMA Liga ACA in Grosny (Tschetschenien) statt. Gegen den bärenstaken Rumänen Catalin Morosano war ebenfalls bereits in der ersten Runde Schluss. Auch hier ging Ivo schwer KO. „Man schläft dann eine Runde, Schmerzen hat man keine, die kommen erst zwei Tage später. Aber das ekelhaft nach Amoniak riechende Zeug, das einem unter die Nase gehalten wird, damit könnte man sogar Tote aufwecken.“ Beide Niederlagen musste Ivo 2018 einstecken, das hat ihm zu denken gegeben und stürzte ihn in eine depressive Phase.

Bei den harten MMA-Kämpfen ging er auch schon mal K.O. ©Ivo Cuk

Gott sei Dank hat der MMA Fighter eine Frau, die hinter ihm steht. Nach 18 Jahren Partnerschaft hat Ivo seine Leonora dieses Jahr im Mai geheiratet. Die beiden leben mit ihrem 18-jährigen Sohn in Dornbirn. „Mein größter Dank geht an meine Frau, sie hat mich in meinem sportlichen Werdegang unterstützt und motiviert. Sie hat aus mir den Mann gemacht, der ich heute bin."

Leonora hat ihren Mann immer bei allem unterstützt. ©ivo Cuk

Karriere positiv abschließen

Seinen letzten Kampf bestreitet Ivo Mitte September in Düsseldorf. Sein Gegner ist der gefürchtete Abu Xudaifa aus dem Libanon. Ivo möchte diesen Kampf unbedingt gewinnen, um seine Karriere positiv abzuschließen. Seine Kampfbilanz ist durchaus beachtlich: 33 Kämpfe, 21 Siege und 12 Niederlagen. Er bereitet sich gewissenhaft auf den Kampf vor. Jeden Morgen macht er in der Früh mit seinem Hund einen Berglauf. Danach geht er als Schichtführer im Terminal Wolfurt bei der ÖBB arbeiten.

Er arbeitet als Schichtführer im Terminal Wolfurt bei der ÖBB. ©Ivo Cuk

Nach der Arbeit geht es dann entweder zum Krafttraining oder zum Kampftraining. Das Krafttraining, insbesondere das Crossfit, kann der Kampfsportler jedem normalen Menschen für ein gesundes Leben empfehlen. Nach seinem letzten Kampf ist aber endgültig Schluss: „Bei mir brennt das Feuer nicht mehr, um in die Schlacht zu ziehen.“ Am Wochenende hat er zwanzig Jahre lang als Türsteher gearbeitet, doch nun widmet er diese Zeit lieber seiner Familie.

(WANN & WO/Hans-Jürgen Gasser)

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