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Italien im Würgegriff der Flammen: Vier Tote

Bei heftige Bränden in der süditalienischen Region Apulien sind am Dienstag vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Personen wurden verbrannt in ihrem Auto in der Nähe der Badeortschaft Peschici entdeckt.

Weitere zwei Leichen wurden am Strand der Ortschaft gefunden, teilte die Polizei mit. Das Feuer geriet so dicht ans Ufer, dass mehrere Touristen nicht mehr vom Meer zurück ans Land gelangen konnten.

Tausende Urlauber saßen am Strand von Peschici in der Falle. Die Feuerwehr war mit mehreren Booten im Einsatz, um die Touristen zu retten. Dutzende verletzte Menschen wurden von der Hafenpolizei mit Booten ins Spital gebracht.

In der Gegend um Vieste mussten vier Campingplätze evakuiert werden. Durch starken Wind konnten keine Lösch-Hubschrauber im Kampf gegen die Flammen eingesetzt werden. Rund 1.000 Menschen mussten vom Strand mit Schiffen in Sicherheit gebracht werden. Verzweifelte Menschen flüchteten in Badeanzug vor den Bränden.

Die Behörden bildeten einen Krisenstab. Innenminister Giuliano Amato versprach vollen Einsatz beim Kampf gegen die Brände. Hilferufe der Regierung wurden dabei auch ins Ausland geschickt: Spanien traf am Dienstag mit zwei Löschflugzeuge zur Unterstützung der Feuerbekämpfung auf Sardinien ein. Zwei weitere Maschinen aus Frankreich werden erwartet.

Ottaviano Del Turco, Präsident der von den Bränden betroffenen Region Molise, forderte die Ausrufung des Notstands und den Einsatz des Heeres, um Brandstifter zu stoppen. In Termoli, einer der größten Städte der Gegend bedrohten die Flammen auch Wohnhäuser.

In der mittelitalienischen Region Umbrien wüteten das Feuer ebenfalls. Dramatisch war die Lage am Dienstag auch in der mittelitalienischen Region Marche. Zehn Personen mussten mit Brandwunden ins Spital eingeliefert werden. In den vergangenen Tagen seien 600 Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen, hieß es. Auch Sizilien wurde von den Bränden nicht verschont. Allein 15 Brände gab es in den Provinzen Messina und Catania. Auf Sardinien zerstörte das Feuer mehr als 30.000 Hektar Wald. Ein Campingplatz im Norden der Insel wurde zerstört.

Auch die berühmte Amalfiküste war betroffen. Eine Küstenstraße musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Schwere Brände wüteten auch in Kampanien und im Ort Castel Gandolfo bei Rom, in der sich die Sommerresidenz des Papst befindet. Der Großteil der Feuer soll absichtlich gelegt worden sein.

Wegen der Brände kam es auf verschiedenen Bahnstrecken zu erheblichen Verspätungen. Die Bahnverbindung zwischen Termoli und Campomarino in den Abruzzen wurde gänzlich gesperrt. Auch die Hitzewelle machte den Italiener weiterhin zu schaffen: In Reggio Calabria wurde 42 Grad gemessen, in Crotone lagen die Spitzenwerte bei 41 Grad. Mit einer Abkühlung ist laut Wetterexperten vorerst nicht zu rechnen.

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