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Internet: "Tummelplatz für Kriminelle"

Bregenz - Viren, Trojaner und Abofallen: Die Internet­kriminalität steigt immer weiter an.

Das World Wide Web ist mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Soziale Netzwerke, Suchmaschinen und Wissenslexika stehen bei den Internetnutzern hoch im Kurs. Doch das „Netz“ hat auch seine Schattenseiten. Allein im ersten Halbjahr verzeichnete die Abteilung Internetkriminalität im Landeskriminalamt genauso viele Ermittlungsfälle wie im gesamten Vorjahr. „Das Internet ist eine fixe Größe, wo sich Verbrecher tummeln“, beschreibt Kriminalist Harald Longhi. Die Bandbreite der zu bearbeitenden Fälle reicht von Missbrauchsfällen bei E-Mail-Konten über Computer- und Telefonbetrügereien bis hin zu Cyber-Mobbing.

Viren und Trojaner

Mindestens zehn Prozent aller User in Vorarlberg müssen sich mit sogenannter Schadsoftware auseinandersetzen, die Viren und Trojaner auf dem Computer platziert. „Teilweise merken die Nutzer das sofort, teilweise erst später. Beispielsweise, wenn das Passwort ausgeforscht und für Interneteinkäufe verwendet wurde“, zeigt Longhi die Taktik der Kriminellen auf. Die Dunkelziffer der Straftaten ist dementsprechend hoch. Auch weil einige User das einfach hinnehmen und keine Anzeige erstatten oder weil solche Anzeigen für Firmen einen Imageverlust bedeuten können.

Abzocke im Internet

Der Experte rät dazu, sowohl das Betriebssystem als auch die Sicherheitssoftware auf dem aktuellsten Stand zu halten. Und vor allem gegenüber kostenlosen Angeboten skeptisch zu sein: „Der Nutzer sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nichts geschenkt gibt.“
Gerade die Abzocken im Hinblick auf vermeintlich kostenlose Angebote sind Paul Rusching vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer wohlbekannt. „Da wird den Usern vorgegaukelt, dass sie nach ihrer Registrierung gratis etwas downloaden dürfen“, entlarvt Rusching die Vorgehensweise der „Abofallensteller“.

Denn das „Gratis“-Angebot entpuppt sich als langfristiger und teurer Abovertrag. Der versteckte Kostenhinweis ist irgendwo leicht übersehbar am Rand angebracht. Die Folge: Die Betroffenen erhalten aggressive Inkasso- und Anwaltsschreiben. „Da werden Forderungen von 3000 bis 8000 Euro geltend gemacht“, weiß Rusching. Um weiteren Druck auf die Internetnutzer auszuüben, werden äußerst kurze Fristen bis zur Zahlung angegeben und sogar Unterlassungserklärungen angefügt.

Abmahnung im Briefkasten

Nach Auskunft der Arbeiterkammer gehen jährlich österreichweit 30.000 Beschwerden in Bezug auf die Internetkriminalität ein. „Allein in Vorarlberg sind es 3500 bis 5000 Beschwerden pro Jahr. Hauptsächlich geht es eben um die Abofalle.“ Falls „Gratis-Downloader“ also eine Abmahnung in ihrem Briefkasten finden sollten, rät Rusching dazu, rechtlichen Rat einzuholen und die Arbeiterkammer zu kontaktieren.

(VN-HEY)

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