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"Internationale Spitze ist nur langfristig zu erreichen"

Der Deutsche Sven Benning ist beim Sportservice Vorarlberg als Leichtathletiktrainer beschäftigt. Im Interview spricht der 34-jährige über den Istzustand und die Zukunftspläne der Leichtathletik in Vorarlberg.

Sie sind seit 1. Jänner 2010 Leichtathletik-Trainer im Sportservice Vorarlberg. Wie stellt sich die Leichtathletik-Szene in Vorarlberg grundsätzlich dar?
Wir sind nicht – noch nicht – der führende Landesverband. Wir sind in Österreich konkurrenzfähig. Wir sind zum Beispiel im Frauensprint führend, die Plätze eins bis vier im 200-m-Sprint der Staatsmeisterschaften zeugen deutlich davon. Auf Mittel- und Langstrecke haben durchaus Verbesserungsmöglichkeiten.

Wie schaut’s in den anderen Disziplinen aus?
Im Wurfbereich sind wir konkurrenzfähig mit einigen wenigen Athleten. Im Sprungbereich zählen wir zum besten Drittel. Allerdings sind auch hier nur wenig Athleten im Trainings- und Wettkampfbetrieb eingegliedert.

Wie gedenken Sie, den Leichtathletiksport in Vorarlberg auf ein besseres Niveau zu bringen.
Wir bemühen uns derzeit um die Verbesserung der Trainerqualität. Der neue Übungsleiterkurs, den das Sportservice anbietet, ist eine perfekte Grundlage, auf die wir dann fachspezifisch aufsetzen können. Ein neues Fördersystem, das im Oktober eingeführt wird, wollen wir vor allem die aussichtsreichsten Sportler besser fördern. Wir können die Synergien im Sportservice perfekt nutzen. Wir tauschen uns mit anderen Sparten aus, das bringt alle Sportler weiter.

Wann macht es Sinn, dass Kinder mit der Spezialisierung auf eine oder mehrere LA-Sportarten beginnen?
Mit sieben oder acht Jahren ist es früh genug, viele Sportarten beginnen leider viel zu früh, die Kinder in die Vereine zu holen. Ich bin grundsätzlich dagegen, zu früh mit der Spezialisierung zu beginnen. Kinder sollte man nicht schon im Vorschulalter in eine sportliche Richtung drängen, aus der es möglicherweise keinen Ausgang mehr gibt. Kinder sollen viele Bewegungsmuster lernen, um diese dann in ihrer Sportart abrufen zu können.

Wie kann man diese zu frühe Spezialisierung verhindern?
Es gibt Überlegungen, ein sportartenübergreifendes Sichtungssystem einzuführen, damit die Kinder in die richtige Richtung gehen.

Wie lange muss ein Leichtathlet trainieren, bis er die nationale Spitze oder gar die internationale Spitze erreichen kann?
Die österreichische Spitze ist nicht wirklich eine Spitze. Wir müssen uns grundsätzlich an der internationalen Spitze orientieren. Wir wollen unsere Athleten bei Nachwuchsweltmeisterschaften und später auch bei den Großereignissen in der allgemeinen Klasse am Start haben. Das Ziel ist ein sehr langfristiges, ich gehe davon aus, dass wir in den Jahren 2022 bis 2024 dort ankommen werden.

Was “passiert“ mit den aktuellen Athleten, die werden 2022 kaum noch aktiv sein?
Aus den Jugendklassen können sich die Athleten mit Sicherheit so weit entwickeln, dass bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro der eine oder andere an den Start gehen könnte.

Welche körperlichen Voraussetzungen braucht ein Leichtathlet?
Die Vielfalt in der Leichtathletik ist so groß, dass dort eigentlich jeder Platz finden kann.

Welche Sportart haben Sie selbst betrieben?
Ich war 800 Meter Läufer, auf Landesebene war ich im Spitzenbereich, national war ich Durchschnitt, meine beste Laufzeit war 1:58,4 Minuten.

Welche Sportart außer Leichtathletik wäre für Sie als Trainer oder Athlet in Frage gekommen?
Skisport, Ski alpin, ich bin durch die Nähe zu den Alpen auf den Skiern groß geworden.

Quelle: Sportservice-V

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