Initiative löst Welle der Hilfbereitschaft aus

Die Aktion "Vorarlberg hilft" hat großen Anklang gefunden.
Die Aktion "Vorarlberg hilft" hat großen Anklang gefunden. ©VN
Die Aktion "Vorarlberg hilft" von VOL.AT und VN hat bereits jetzt großen Anklang gefunden. Zahlreiche Vorschläge haben die Redaktionen bereits erreicht.
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Reaktionen aus Vorarlberg
"Müssen schauen, dass sie Fuß fassen"


„Wir müssen uns in einem ersten Schritt einmal auf den Deutschunterricht fokussieren“, sagte Egon Blum in den VN am Samstag anlässlich des Startes der Aktion „Vorarlberg hilft“. Der Lehrlingsexperte und Russ-Preis-Träger unterstützt diese Initiative von VN und VOL.AT, indem er sein Know-how im Integrations- und Ausbildungsbereich zur Verfügung stellt.

2200 Asylwerber leben derzeit in Vorarlberg. Und es werden noch mehr kommen. VN und VOL.AT initiierten „Vorarlberg hilft“, um den Neuankömmlingen zu helfen, sich in die Gesellschaft – Arbeitsmarkt, Wohnungssuche, Vereinstätigkeit – zu integrieren und hilfsbereite Vorarlberger dabei zu unterstützen, ihr Hilfsangebot an die richtige Stelle zu bringen. Am Wochenende sind bereits über 50 Vorarlberger dem Aufruf gefolgt, Vorschläge zu senden, wie Flüchtlingen geholfen werden kann. Blums Appell, Deutschunterricht zu erteilen, sind mehr als 30 Vorarlberger nachgekommen.

Zeit schenken

Ein Großteil der Einsender hat auch ein „Ja“ zu „Ich möchte anderweitig helfen“ gesetzt. Claudia Freek aus Weiler meldete: „Ich bin Jugendarbeiterin, kann mich in verschiedenen Sozialen Gebieten einbringen, gerne mit Kindern und Jugendlichen.“

Freizeitangebote vorstellen und wichtige Plätze wie Bushaltestellen und Bahnhof zeigen, schlägt die Hohenemserin Elisabeth Märk vor. Zeit für Unternehmungen zur Verfügung stellen kann Alma Nußbaumer aus Bregenz. Für Fahrten und Behördengänge würde sich der Bludescher Richard Nigsch zur Verfügung stellen: bei der Alltagsintegration behilflich sein möchte Margaritha Matt aus  Wolfurt.

Kinder helfen Kindern

„Meine Kinder sind auf die Idee gekommen, dass jedes eine Schachtel (mit Sachspenden) für ein Kind in seinem Alter zusammenstellt“, schreibt Silke Hagen aus Rankweil, Mutter von vier Kindern. „Wir hoffen, auch mit dieser Spende etwas dazu beitragen zu können.“ Wollen auch Sie mithelfen und mitbewegen?

Reaktionen aus Vorarlberg

Manfred Rein, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg: Die Aktion „Vorarlberg hilft“ begrüßen die Wirtschaftkammer und ich als Person. Wir müssen die Flüchtlinge willkommen eißen und sie dabei unterstützen, sich in unserem Land zu integrieren. Wir haben in der Wirtschaftskammer bereits Überlegungen angestellt, wie wir helfen können. Als erstes werden wir im WIFI gratis Sprachkurse anbieten, derzeit sind wir auf der Suche nach Lehrpersonen. Und danach werden wir auch überlegen, wie wir diese Personen ins Arbeitsleben integrieren können.

Lassaad Chabbi, Trainer SC Austria Lustenau: Ich habe sehr viel Kontakt zu Flüchtlingen, auch weil ich die arabische Sprache spreche. Ich spüre ihre nsicherheit, weil sie ja arbeiten und ihren Beitrag leisten möchten. Jetzt aber steht einmal der Winter vor der Türe und da sind Unterkunft und Kleidung das Wichtigste.

Manfred Ellensohn: Nachdem bereits viele Flüchtlinge hier sind und noch viele kommen werden, müssen wir das Beste im Sinne aller Beteiligten tun. Initiativen wie jene der VN sind dabei sehr wichtig. Gerade aufgrund unserer guten Wirtschaftslage sehe ich auch Spielraum bei öffentlichen Einrichtungen, die Herausforderungen zu stemmen. Viele der Kriegsflüchtlinge sind gut ausgebildet und qualifiziert. Deshalb bin ich der Meinung, dass man sie im Land auch gut integrieren kann.

Landtagspräsident Harald Sonderegger: Menschlichkeit ist das Gebot der Stunde! Der Versuch, sich in die Situation der Flüchtlinge zu versetzen, führt vor Augen, welch große Bedeutung einem enschlichen und würdevollen Umgang zukommt: Von der ersten Begegnung über die Frage der Unterbringung bis hin zur raschen Ausgestaltung einer sicheren, selbstverantwortlichen Zukunft. Vorarlberg leistet hier seinen Teil, kommt seiner Verantwortung nach – heute und künftig. Gesamteuropäisch gilt: Nationalstaatliche Egoismen und Florianidenken sind durch solidarische Lösungen zu ersetzen. Hier sind wir alle gefordert.

Elmar Stüttler, Obmann des Vereins “Tischlein deck dich”: Ich finde es ganz toll, dass sich die VN für Flüchtlinge einsetzen. Die Medien sind ganz wichtig. Das hat man auch bei mir gesehen. Wenn sie mich nicht unterstützt hätten, könnte „Tischlein deck dich“ heute nicht so vielen Menschen helfen. Nur wenn alle zusammenhelfen, können wir die Flüchtlingskrise bewältigen. Mit der Aufnahme von Flüchtlingen ist es ja nicht getan. Wir müssen diese Menschen auch in die Gesellschaft beziehungsweise in den Arbeitsmarkt integrieren. Darin sehe ich die größte Herausforderung.

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