Infineon schreibt weiter rote Zahlen

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon schreibt überraschend weiter rote Zahlen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2005/2006 betrug der Verlust 23 Millionen Euro, nach 26 Millionen Euro im Vorquartal.

Analysten hatten mit einem Gewinn gerechnet. An der Börse kam die Aktie in der Früh stark unter Druck. Händler sprachen von „sehr schlechten“ Zahlen.

Infineon begründete den weiteren Verlust mit den Aufwendungen für die Ausgliederung der Speichersparte (Qimonda) und Wertberichtigungen auf Steuern.

Der Umsatz ging leicht von 1,99 auf 1,97 Mrd. Euro zurück. In den beiden so genannten Logiksegmenten, also dem Geschäft mit Halbleitern für Handys oder Autos, gingen die Erlöse zurück. Die gestiegenen Umsätze von Qimonda hätten das nicht vollständig ausgeglichen. Infineon hatte zum 1. Mai sein krisenanfälliges Kerngeschäft mit Computerspeichern in das eigenständige Unternehmen Qimonda ausgegliedert.

Der Gewinn aus dem Börsengang der gemeinsam mit Hynix betriebenen Tochter Inotera von 30 Mio. Euro sei durch Wertminderungen und Konzernumbaukosten aufgezehrt worden. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Periodengewinn von 30 Mio. Euro gerechnet.

Das Betriebsergebnis sei im abgelaufenen Quartal (per Ende Juni) auf 49 (Vorquartal: 28) Mio. Euro angestiegen, was der Chiphersteller vor allem auf Zuwächse in der Speicherchipsparte Qimonda zurückführte. Das Betriebsergebnis Qimondas, die Anfang August an die New Yorker Börse kommen soll, habe sich bei leicht wachsenden Umsätzen auf 100 Mio. Euro nahezu verfünffacht. Der Anstieg sei auf höhere Auslieferungszahlen und bessere Preise auf dem Markt für Speicherchips zurückzuführen, hieß es.

Hingegen hätten die beiden Logikchipsegmente Rückgänge hinnehmen müssen. Das Geschäft mit Chips für die Kommunikationsbranche habe bei einem Umsatzrückgang von 14 Prozent seinen operativen Verlust verglichen mit dem Vorquartal auf 61 Mio. Euro mehr als verdoppelt. In diesem Segment seien die Infineon-Produkte schlechter gelaufen, für zusätzliche Belastungen hätten Wertminderungen sowie Restrukturierungskosten gesorgt.

Infineon ist bisher stark abhängig vom Absatz seines größten Handykunden BenQ Mobile, der stetig Marktanteile verliert. Durch eine breitere Abnehmerbasis soll sich bereits im laufenden Quartal die Umsatz- und Ertragslage wieder verbessern, hieß es.

Das zuletzt florierende Geschäft mit Halbleitern für die Autobranche und die Industrie habe ebenso einen Dämpfer hinnehmen müssen. Bei nahezu stagnierendem Umsatz sei der Betriebsgewinn um knapp ein Viertel auf 57 Mio. Euro zurückgegangen. Das Geschäft habe sich gegenüber dem außerordentlichen starken zweiten Quartal nun wieder normalisiert, hieß es.

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