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Industrie spricht von verhaltenen Aussichten

Die Vorarlberger Industrie ist für die Herausforderungen gut gerüstet.
Die Vorarlberger Industrie ist für die Herausforderungen gut gerüstet. ©VOL.AT/Klaus Hartinger
Schwarzach - Die heimische Industrie bleibt einer der wichtigsten Wachstumstreiber für Österreichs Wirtschaft. Diese Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Allerdings kann sich der Sektor nicht der aktuellen Konjunkturabkühlung entziehen.

Die Industrieproduktion wird in diesem Jahr nur um knapp ein Prozent wachsen, wird sich aber 2013 wieder auf rund 3,0 Prozent beschleunigen. Damit wird die Industrie abermals zur wesentlichen Stütze des gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 1,2 Prozent. Das ist die Kernaussage einer aktuellen Analyse der Bank Austria.

Die Volkswirte dieses Instituts erwarten, dass bei wichtigen Handelspartnern der österreichischen Industrie schon im kommenden Jahr mit einer Stabilisierung der Konjunktur zu rechnen sein wird, da die Weichen für eine erfolgreiche Lösung der Eurokrise gestellt sind. Die Konjunkturverlangsamung ist demnach grundsätzlich in allen Sparten spürbar. Metallwarenhersteller, Papier- und Chemieindustrie sowie der Maschinenbau trotzen dennoch dem negativen Trend.

Auch Vorarlberg vor Herausforderungen

Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Vorarlberg führt dazu gegenüber den VN aus, dass auch die Vorarlberger Industrie aktuell konjunkturell vor Herausforderungen steht und in den einzelnen Branchen Verlangsamungen bemerkbar sind. “Aus Sitzungen und Mitgliederbesuchen wissen wir, dass das laufende Geschäftsjahr im Wesentlichen zwar positiv bewertet wird, sich aber die Anzeichen für schwierigere Zeiten in den nächsten Monaten und ins Jahr 2013 hinein aber vermehren. Viele Betriebe sprechen von verhaltenen Zukunftserwartungen – Planungsunsicherheiten sind in vielen Branchen zum Regelfall geworden”, fasst Burtscher zusammen.

Erfreulich sei aber, dass viele Leitbetriebe in Vorarlberg frühzeitig neue Märkte entdeckt haben und sich dort erfolgreich behaupten. Aktuell entwickeln sich der südamerikanische Raum, die USA und Russland gut, während in Europa die Zurückhaltung in nahezu allen Branchen spürbar ist. Beim aktuellen Branchenstimmungsbild in der Vorarlberger Industrie sieht man die Vielfalt an Herausforderungen: starke Preiserhöhungen in der Lebensmittelindustrie und Konkurrenzkampf im Handel, schwankende Rohstoffpreise im Metallbereich, leichte Zurückhaltung bei kommunalen Projekten im Bau- und Infrastrukturbereich, hohe Fixkosten im Transportsektor sowie neue technologische Herausforderungen in der Elektronik und Elektrotechnik-Branche.

Die grundsätzlich optimistische Einschätzung der Industrieentwicklung in Österreich durch die Bank Austria beruht auf der ausgeprägten Wettbewerbsfähigkeit des Sektors, vor allem der Investitionsgüterhersteller und ihrer Zulieferer. Maßgeblich ist hier der hohe Innovationsgrad der Unternehmen. So erreicht der Anteil innovationsaktiver Unternehmen im Sektordurchschnitt 61 Prozent – im Vergleich zu 55 Prozent im EU-Schnitt. Die Innovationsstärke im Maschinenbau, der Chemie-, der Fahrzeug- und Elektroindustrie sowie der Stahlindustrie liegt im Bereich von 80 bis 90 Prozent und damit zum Teil weit über den europäischen Vergleichswerten.

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