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In Kanada-Riesentorläufen ist Pushen angesagt

Flaches Terrain wartet in Kanada auf die Weltcupläuferinnen.
Flaches Terrain wartet in Kanada auf die Weltcupläuferinnen. ©AP
Nach Siegen in Sölden und Killington hat die Schweizerin Lara Gut-Behrami in den Saison-Riesentorläufen die Benchmark gesetzt.

Sie ist auch bei den Ski-Weltcuprennen am Samstag und Sonntag in Mont-Tremblant (jeweils 17.00/20.15 Uhr MEZ) mit zu favorisieren. Für die Österreicherinnen ging es schrittweise vorwärts, in den USA lief es mit Platz sieben für Julia Scheib und elf für Katharina Liensberger schon besser. In Quebec ist auf weitgehend flachem Terrain Pushen angesagt.

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Die Österreicherinnen haben die Zeit zwischen den Technik-Doppelveranstaltungen zu einem Tag Training in Killington und geplanten zwei Tagen in Mont-Tremblant genützt. Der Warm-up-Hang dort weist ein ähnlich flaches Gelände auf wie der zum Großteil mit Kunstschnee und zuletzt zum Verhärten mit Wasser präparierte Rennhang, auf dem letzmals 1983 Weltcuprennen stattfanden. "Es geht darum, die ersten sechs, sieben Tore im Steilen richtig runterzudrücken, dann wird es richtig flach. Da heißt es den Speed suchen und finden, in die Abfahrtsposition gehen, zu pushen. Die weite Linie wird bestraft", beschrieb Cheftrainer Roland Assinger die Aufgabe.

"Meine Stärken im Steilhang nützen und unten pushen und schauen, dass viel weitergeht. Das ist für das Rennen der Schlüssel", sagte auch die Steirerin Scheib, deren bestes Karriereergebnis "Lust auf mehr" machte. "Das war für mich wichtig nach dem Ausfall in Sölden. Ich fühle mich wohl und gut und möchte da weitermachen." Noch mehr darauf vertrauen, dass sie die Leistungen vom Training im Rennen umsetzen kann, sei bei ihr das große Thema. "Die Athletinnen, die in Killington vor mir waren, haben schon Rennen gewonnen. Das ist der Unterschied, da fährt man im zweiten Durchgang anders. Ich werde schauen, dass ich mich rantaste, dass das selbstverständlicher wird."

Die schnellste Zeit im zweiten Durchgang des Killington-Riesentorlaufs war für Liensberger eine wohlschmeckende Portion Selbstvertrauen. Sie habe sich am Limit bewegt, dieses sei aber kalkulierbar gewesen. "Ich habe gewusst, was ich vom ersten auf den zweiten Durchgang bessermachen will und konnte das so umsetzen. Mit dieser Einstellung, diesem Fokus will ich weitermachen." Daher sei der Zeitpunkt für gleich zwei weitere Riesentorläufe "sehr passend", sagte die Slalom-Dritte von Levi.

Die einzelnen Rennen seien derzeit aber nicht so entscheidend wie der Blick auf das Gesamte, beteuerte die Vorarlbergerin. "Es ist ein Prozess, wie lange der auch immer dauern wird. Das Gesamtpaket ist stimmig, das war im letzten Jahr nicht so. Heuer habe ich ein gutes Gefühl, darauf will ich aufbauen. Mich von Rennen zu Rennen steigern zu können, wäre das Ziel, das ich momentan habe." Wenn sie sich die Zeitrückstände anschaue, gäbe es noch viel zu tun. "Aber die Richtung stimmt. Wenn gute Ergebnisse kommen, gibt das Sicherheit."

Im ersten Durchgang "verhalten", im zweiten "mit bissl der Wut im Bauch", sagte Assinger über Liensbergers USA-Riesentorlauf. "Da sieht man schon, was sie in der Lage ist zu leisten." Siegermentalität benötige Risiko. "Dann wird es knapp zwischen den Toren, aber da will man hin. Eine Laufbestzeit ist immer positiv, ein Fingerzeig, dass es gehen kann."

Mit dem Saisonplatzierungen 14 und 20 nicht zufrieden ist Stephanie Brunner, den Start habe sie sich anders vorgestellt. "Ich bin nicht da, dass ich 15. werde, das interessiert mich nicht. Ich hatte sehr viele gute Sektionen, aber in manchen habe ich echt viel Zeit verloren. Im Training passt es schon, in den Rennen war ich vom gutem Skifahren echt weit weg." Da sie im Training zuletzt "wie ein Glöckerl Bestzeiten" gefahren sei, ist sie froh, dass es nun Schlag auf Schlag weitergeht. Stimmungsvolle Rennen dürften garantiert sein, 30.000 Fans werden in dem Ski-Ressort keine zwei Autostunden von Montreal entfernt erwartet. Wohl auch dank der Kanadierin Valerie Grenier, die mit den Rängen sieben und fünf anreiste.

(APA)

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