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In den Welten anderer lesen

Alexander Kluy und Stefan Gmünder hatten wieder viele tausend Seiten für den vernehmlich langen Vorarlberger Winter mit dabei und schürten die Lust auf gemütliche Leseabende.
Alexander Kluy und Stefan Gmünder hatten wieder viele tausend Seiten für den vernehmlich langen Vorarlberger Winter mit dabei und schürten die Lust auf gemütliche Leseabende. ©Verena Kogelnig
Zwei renommierte Buchkritiker führten hinein in die Welt ausgesuchter Autoren.
Bücherwelten für Weihnachten 2018

Feldkirch Wie wir die verblüffende Erfindung, mit der wir nicht nur auf Zeitreisen gehen, sondern gar die Gedanken anderer lesen können, am vielseitigsten zu nutzen vermögen, dazu unterbreiteten am vorigen Freitag Alexander Kluy und Stefan Gmünder wieder ihre Vorschläge. In der Bibliothek der Arbeiterkammer Feldkirch fächerten sie in amüsanter und ausdrucksvoller Art auf, was sie auf den sage und schreibe elftausend Seiten der Werke erlebt hatten, welche sie bei „Bücherwelten für Weihnachten“ vorstellten.

Mit allen Sinnen hinein in Bücherwelten

Die Buchkritiker Kluy und Gmünder suchten heuer wieder die exquisitesten Erscheinungen des Jahres aus. Kluy, der in München als Herausgeber und Autor tätig ist, schreibt unter anderem für „Der Standard“ und das Magazin „Buchkultur“. Gmünder ist seit zwanzig Jahren bei „Der Standard“, dessen Kulturredaktion er leitet. Jeder der von ihnen vorgestellten Bände versprach, andere Sinne und Sehnsüchte zu stimulieren. Mit Augen und Abenteuersinn, mit Nase und Neugier ging es hinein in die reichhaltige Welt von 23 Autoren. Familiengeheimnissen auf Teneriffa und in Neapel wurde nachgespürt. Die Geschichte des genialen, heute beinahe vergessenen Joseph Boulogne, des „schwarzen Morzart“, schlugen Kluy und Gmünder vor mitzuerleben ebenso wie die Jahrtausende lange Historie der Stadt Istanbul. Mit Klassikern und Berühmtheiten unter den Schriftstellern wie Honoré de Balzac und Michael Ondaatje brachten sie Intimes und Intensives ins Angebot. Inspirierendes kündigten sie mit der Erfolgsgeschichte einer Marinetaucherin während des Zweiten Weltkriegs an oder jener des jemenitischen Kaffees. Für Krimifreunde wählten die beiden Kritiker Kniffliges sowie Blutrünstiges. Schließlich ließen sie gesellschaftskritische Betrachtungen über elitenbeherrschte Demokratien und einen Überwachungskapitalismus nicht außen vor.

Zwischen 80 und 120 Bücher lesen Gmünder und Kluy jährlich. Bei der Auswahl für ihr bibliophiles Publikum in der AK Bibliothek sprachen sie sich miteinander ab. Sie nahmen auch von Kritikerkollegen vernachlässigte Bücher in ihre Liste auf (welche in der AK Bibliothek erhältlich ist). Bisweilen gelangten sie dabei durchaus zu differierenden Ansichten darüber, wie lesenswert ein Buch sei. So kommentierte Kluy ein von Gmünder genial genanntes Werk mit den Worten: „Das beste am Buch ist der Umschlag.“ Gerade diese Unterschiede im Urteil gewährten ein differenziertes Bild, das ihren Zuhörern bei der eigenen Auslese zugutekommt und dabei zugleich die Leselust nicht nur für die Weihnachtszeit beflügelt. VKO

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