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"Ich traue jedem Handwerker mehr als dem Landeshauptmann"

Für die Vorarlberger Opposition hat sich die Causa Wirtschaftsbund mit den Rücktritten noch längst nicht erledigt.

Die SPÖ verlangt eine Offenlegung der Finanzströme, betont Landtagsabgeordnete Manuela Auer in Vorarlberg LIVE. Allein schon da Gelder aus Landesunternehmen über den Wirtschaftsbund scheinbar zur ÖVP flossen.

Sie fürchtet, dass man erst an der Oberfläche kratzt. „Wenn wir sehen, dass ein Inserat vorher 3600 Euro gekostet hat und dann wegen der Meldegrenze 3000 Euro, dann macht das hellhörig.“ Auf die Frage, ob man in einem Untersuchungsausschuss einen sinnvollen Zugang sieht, diese Fragen zu klären, ist Auer vorsichtig. „Was wir alle drei nicht wollen, ist etwas populistisches zu machen“, betont die Sozialdemokratin.

Bitschi: „Befremdlich“

Christoph Bitschi spricht von einer befremdlichen Reaktion des Landeshauptmanns. Schließlich war Markus Wallner sieben Jahre lang Landesgeschäftsführer der Volkspartei. Seine Forderung: „Dass man endlich erkennt, dass das nicht nur ein Steuerskandal, sondern ein Parteispendenskandal ist.“ Er sieht ein "System Wallner", dass dem Land mit diesen Vorgängen schade. "Hier wurden bewusst Unternehmer unter Druck gesetzt, um Gelder in die Partei zu spülen." Entsprechend bündle nun die Opposition ihre Kraft, um dies zu ändern. "Ich traue jedem Handwerker in diesem Land mehr als dem Landeshauptmann Markus Wallner."

Neos fordert neutrale Aufklärer

Von einem Neuanfang sieht Neos-Landeschefin Sabine Scheffknecht die ÖVP noch weit entfernt. Sie berichtet von Geschäftsführern, bei denen der Wirtschaftsbund Druck auf den Aufsichtsrat ausgeübt habe, als man aus diesem austrat.

Scheffknecht betont, dass derzeit eine politische Aufklärung der Vorgänge innerhalb des Wirtschaftsbundes alles andere als einfach sei. „Uns wäre es glaub ich allen gemeinsam am liebsten, dass passiert über eine neutrale Stelle, damit es eben nicht politisch besetzt wird“, betont sie in der Sendung. Ihr Favorit: Der Landesrechnungshof. Im Moment ist diesem jedoch nicht einmal eine freiwillige Prüfung der ÖVP-Teilorganisation so einfach möglich. Entsprechend fehle eine seriöse Kontrollmöglichkeit. „Es hapert im Gesamtsystem“, kritisiert sie die gesetzlichen Möglichkeiten.

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VOL.AT/VN)

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