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"Ich mache es nicht wegen der Erfolge"

In Kopenhagen kehrte der Erfolg zu Roland Schlosser zurück. Der Fechter der TS Dornbirn sorgt sich trotz des Sports nicht um seine berufliche Karriere.

Er ist nicht ausgezogen, um zu lernen, mit dem Florett umzugehen. Denn das konnte er. Aber er ist nach Kopenhagen übersiedelt, um sich bessere Rahmenbedingungen zu verschaffen. Roland Schlosser, der als einziger österreichischer Fechter die Qualifikation für Olympia geschafft hat, zog mit seiner Freundin Alexandra zusammen, inskribierte auf der Universität für Software-Entwicklung und trainiert beim Club Hellerup unter der Leitung von Andrej Kljuschin. Seitdem ist vieles anders – und besser geworden. Er musste nicht aus Österreich weggehen, um gut zu werden. “Aber wenn ich die Situation mit jetzt und vor einem Jahr vergleiche, dann hat sich sehr viel verändert, und zwar so, dass es positiv für meine Karriere war.” Der gebürtige Bregenzer hat sein Leben geordnet, er hat die wichtigen Faktoren – das Privatleben, die Ausbildung, den Sport – an einen Ort zusammengezogen. “Mein Leben ist oben einfacher zu organisieren. Ich bringe die Sachen leichter unter einen Hut.”

Chance auf Enttäuschung

Schon vor dem Wechsel nach Dänemark hat Schlosser die Prioritäten verändert. “Ich möchte mein Studium fertigmachen, ich bin nicht mehr bereit, alles für den Sport zu opfern. Mir ist wichtig, dass ich mich sicher fühle. Selbst mit Fechten muss ich keine Angst um meine berufliche Karriere haben.” Es lässt sich so organisieren, dass er das Fechten nicht einschränken muss. “Gefühlsmäßig und vom Leben her bin ich nicht bereit, aufzuhören. Ich habe das 2007 gemerkt – ich mache es nicht wegen der Erfolge. Die Chancen auf Erfolg sind sehr klein. Und wenn man es nur deshalb macht, ist die Chance auf Enttäuschung sehr groß”, weiß Schlosser. “Die letzten Jahre in Salzburg waren für mich nicht so erfolgreich, aber das hat nichts mit dem AFC Salzburg zu tun. Aber wenn man eine Zeit lang wo ist, und man merkt, man ist nicht produktiv, man kommt nicht weiter, dann muss man einfach noch Mal was verändern”, so der 25-Jährige, der in Kiew mit EM-Bronze seinen bisher größten Erfolg landen konnte. In Kopenhagen ist der Mode-Liebhaber gut integriert. “Wir sind eine sehr gute Trainingsgruppe, homogen. Und mit dem Trainer habe ich einen Konterpart gefunden. Seine Routine, sein Wissen – er war ja selber ein sehr guter Fechter – helfen mir in der jetzigen Phase meiner Karriere sehr.”

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