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Hypo Vorarlberg steigert Ergebnis trotz Krise

Vorstand der Hypo Vorarlberg stellt Zahlen vor.
Vorstand der Hypo Vorarlberg stellt Zahlen vor. ©VOL.AT/Sascha Schmidt
Bregenz - Die Landes- und Hypothekenbank Vorarlberg (Hypo Vorarlberg) hat im Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 81,3 Mio. Euro erzielt, ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2010: 76,5 Mio. Euro).
Jodok Simma im Gespräch

Angesichts des “herausfordernden Jahres” sei man damit “sehr zufrieden”, so der scheidende Vorstandsvorsitzende Jodok Simma am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Bregenz. 2012 stehe im Zeichen der Vorbereitung auf Basel III, die Stärkung der Eigenmittel werde ein zentrales Anliegen der kommenden Jahre sein. Der Gewinn 2011 soll daher großteils den Rücklagen zugeführt werden, erklärte Simmas designierter Nachfolger Michael Grahammer, der ab 1. Mai den Vorsitz übernehmen wird.

Schweizer Franken steigert Ausleihungen

Als Stützen des Ertrags bezeichneten die Vorstände die höheren Zinsüberschüsse (149,5 Mio. Euro; plus 18,5 Prozent), den stabilen Provisionsüberschuss (39,9 Mio. Euro, plus 0,1 Prozent) sowie die rund 25,6 Mio. Euro Risikokosten, die trotz gesteigerten Ausleihvolumens auf dem Niveau von 2010 blieben. Die Ausleihungen an Kunden erhöhten sich 2011 um 7,1 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro. Ein Teil davon sei auf den Anstieg des Schweizer Frankens zurückzuführen. Viele der Kunden nützten das niedrige Zinsniveau für Bauvorhaben. Die zunehmende Verunsicherung der Kunden schlage sich in vermehrten Investitionen in Sachwerten und dem Trend zur Entschuldung, etwa zu Sondertilgungen, nieder, informierte der zuständige Vorstand Johannes Hefel.

Mehr Internetgeschäfte über hyprodirekt.at

Angesichts der verschärften Kriterien für die Banken erhielten Einlagen einen immer höheren Stellenwert. Bei der Hypo stiegen sie 2011 auf 4,2 Mrd. Euro (plus 11,3 Prozent). Man könne in dem Wettbewerb stärker partizipieren als andere, die Hypo Vorarlberg werde als “Ort der Sicherheit” gesehen. Auf der Jagd nach Einlagen wolle die Hypo Vorarlberg ihr Internetgeschäft mit dem Vertriebskanal hypodirekt.at ab Frühjahr 2012 ausbauen und für die dort offerierten Spar- und Festzinskonten hohe Zinsen bieten.

Kreditkonditionen verteuern sich

Laut Risiko-Vorstand Grahammer wird der Fokus in den kommenden Jahren ganz auf der Stärkung der Eigenmittel liegen. Mit einer Eigenkapitalquote von 13,3 Prozent und einer Kernkapitalquote von 9,1 Prozent erfülle man die Anforderungen von Basel III bereits heute. “Wir rechnen aber damit, dass sich die Ratingagenturen Zuschläge erwarten”, so Grahammer. Man plane daher eine Kapitalerhöhung von mindestens 25 Mio. Euro, um das Wachstum der Bank und ein gutes Rating zu sichern. Darum fließe ein Großteil des Gewinns 2011 in die Rücklagen. Mit der Einführung von Basel III würden sich voraussichtlich auch die Kreditkonditionen für Kunden verteuern.

Teilverstaatlichung von Banken

In Hinblick auf die Teilverstaatlichung der ÖVAG aufgetretene Diskussion hinsichtlich der Insolvenz von Banken sprach sich Simma für eine Marktbereinigung aus. Er würde etwa die Kommunalkredite abwickeln. In anderen Staaten gebe es diese Möglichkeit bereits. Es stelle sich die Frage, ob die derzeitige Regelung eine dauerhafte sein könne, begründete er. Banken, die Einlagen annehmen, sollten sich auf ihre Kernkompetenz als Dienstleister für die Realwirtschaft konzentrieren. Die Bankenabgabe, gegen die die Hypo Vorarlberg erfolglos gerichtlich vorging, machte 2011 rund sechs Mio. Euro aus, insgesamt führte die Hypo Vorarlberg rund 25,6 Mio. Euro an Steuern ab.

Veränderungen im Vorstand

Mit Ende April diesen Jahres wird Vorstandsvorsitzender Jodok Simma aus dem Vorstand ausscheiden. Simma war seit 1975 Vorstandsmitglied und wurde 1997 Vorstandsvorsitzender der Vorarlberger Landesbank. Michael Grahammer wird mit 1. Mai 2012 die Aufgaben von Simma als Vorstandsvorsitzender übernehmen. Zeitgleich wird auch Michel Haller, zuletzt Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bregenz, zum Vorstandsmitglied der Hypo Landesbank.

Jodok Simma im Interview

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