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Hypo Vorarlberg verdoppelt Konzernergebnis

Die Vorstände der Hypo Landesbank Vorarlberg: Dr. Johannes Hefel, Dr. Michael Grahammer, Mag. Michel Haller
Die Vorstände der Hypo Landesbank Vorarlberg: Dr. Johannes Hefel, Dr. Michael Grahammer, Mag. Michel Haller ©Hypo
Bregenz - Finanziell hat die Hypo Vorarlberg die "Heta-Delle" in der Bilanz 2014 im vergangenen Jahr mehr als ausgeglichen. 2015 wurde das Ergebnis vor Steuern auf 121,1 Mio. Euro gesteigert und damit gegenüber 2014 (53,9 Mio.) mehr als verdoppelt.

Die Landes- und Hypothekenbank Vorarlberg (Hypo Vorarlberg) will nicht nur das Rückkaufangebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds für Anleihen der Heta annehmen, sondern unmittelbar danach “wahrscheinlich” eine Bundesanleihe zeichnen.

Vorstandsvorsitzender Michael Grahammer glaubt aber nicht, dass das Gros der Heta-Gläubiger dem Offert zustimmen wird. Die Hypo Vorarlberg hat das Rückkaufangebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds bereits in der vergangenen Woche offiziell abgesegnet – die Bank würde damit einen Ausfall von 26 Mio. Euro in Kauf nehmen. Am Mittwoch sagte Grahammer am Rande der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz auf APA-Nachfrage, dass die Hypo Vorarlberg im Falle eines Gläubiger-Konsens’ “aus heutiger Sicht” anstatt einer Barauszahlung “wahrscheinlich” eine Bundesanleihe zeichnen würde. Dennoch ging der Bank-Chef davon aus, dass die Heta-Gläubiger dem Angebot der Republik insgesamt eine Absage erteilen werden.

“Österreich wäre gut beraten, eine Einigung zu finden. Es wäre nicht klug, neben schon offenen großen Themen ein weiteres großes Thema aufzutun”, warnte der Vorstandsvorsitzende vor Unwägbarkeiten wie etwa einer Pleite des Landes Kärnten. Der Zugang zum ausländischen Kapitalmarkt habe sich bereits im vergangenen Jahr extrem erschwert, im Falle einer Nicht-Einigung werde sich dieses Thema noch einmal verschärfen, war Grahammer überzeugt. Er habe 2015 festgestellt, dass beispielsweise deutsche Investoren keine österreichischen Anleihen mehr gezeichnet und deutlich signalisiert hätten: “Mit Österreich wollen wir im Moment nichts zu tun haben”.

Erfreuliches Geschäftsjahr

Finanziell hat die Hypo Vorarlberg die “Heta-Delle” in der Bilanz 2014 im vergangenen Jahr mehr als ausgeglichen. 2015 wurde das Ergebnis vor Steuern auf 121,1 Mio. Euro gesteigert und damit gegenüber 2014 (53,9 Mio.) mehr als verdoppelt. 2014 hatten sich Wertberichtigungen für die Heta mit rund 48 Mio. Euro zu Buche geschlagen. “2015 war eines der besten Jahre, die wir überhaupt hatten”, sagte Grahammer.

2015 sei ein Bankenjahr mit vielen Herausforderungen und Verunsicherungen gewesen, umso bemerkenswerter sei der erzielte Erfolg, so der sichtlich zufriedene Vorstandschef. 2013 hatte die Bank – noch unbehelligt von den Heta-Wirren – ein Ergebnis vor Steuern von 96,1 Mio. Euro erreicht. Das Konzernergebnis 2015 bezifferte Grahammer mit 92,9 Mio. Euro (2014: 41,2 Mio.).

Grahammers Vorstandskollegen Johannes Hefel und Michel Haller berichteten im Detail über die Geschäftszahlen der Hypo Vorarlberg. Das Kreditvolumen nahm um 1,2 Prozent auf 9,1 Mrd. Euro zu, der Umfang an Einlagen stieg um 7,1 Prozent auf knapp 5 Mrd. Euro. 5,3 Mrd. Euro an Ausleihungen betrafen Firmenkunden, 1,9 Mrd. Euro Privatkunden. “Insgesamt wurden über 1.600 Wohnbaufinanzierungen mit einem Volumen von knapp 240 Millionen Euro abgeschlossen”, informierte Hefel. Im Bereich der Vermögensverwaltung sei das angelegte Volumen im Vorjahr um über zehn Prozent gestiegen.

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Schlechtere Zahlen für 2016 erwartet

Haller verwies auf die risikobewusste Kreditpolitik der Bank. 2015 seien 3,47 Prozent (2014: 2,58 Prozent) der gesamten Ausleihungen auf notleidende Kredite entfallen. Auch dabei habe die Heta eine Rolle gespielt, weil Rückstellungen in Kredite umgewandelt worden seien. Bei den Liquiditätskennzahlen liege man im Durchschnitt vergleichbarer europäischer Banken, und mit einer Gesamteigenmittelquote von 14,87 Prozent (2014: 13,27 Prozent) und einer harten Kernkapitalquote von 11,17 Prozent (2014: 9,82 Prozent) erfülle die Hypo Vorarlberg die aufsichtsrechtlichen Anforderungen von 2019 bereits heute.

Für das heurige Jahr rechnete Vorstandschef Grahammer mit “schlechteren Zahlen” als 2015. Einmaleffekte des Vorjahrs würden wegfallen, die Refinanzierung könnte sich erschweren. Die Regulatorien hätten bereits ein groteskes Ausmaß erreicht. Insgesamt sei die Hypo Vorarlberg aber “hervorragend aufgestellt”. Eine Schließung von Filialen wurde bis mindestens 2017 ausgeschlossen.

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