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Hubschrauber im Dauereinsatz

Nach der Hochwasserkatastrophe in der Nacht zum Dienstag ist die Pontlatzkaserne im Tiroler Landeck wieder einmal zum „Heliport“ umfunktioniert worden.

Wie bei der Lawinenkatastrophe 1999 von Galtür wurde von hier eine Luftbrücke aufgebaut, über die am Freitag mit mittlerweile 17 Maschinen Helfer und Tonnen von Material in das Paznauntal geflogen wurden.

Die aus Salzburg beorderten Pioniere drehen dem landenden Black Hawk den Rücken zu, dessen Rotorblätter beim Aufsetzen im Kasernenhof alles aufwirbeln, was nicht niet- und nagelfest ist. Sofort schieben Soldaten und Feuerwehrleute Rollwagen mit Lebensmitteln zu der Maschine, die eilig beladen wird. Grundnahrungsmittel dürfen dabei ebenso nicht fehlen, wie vor allem hunderte Flaschen von Mineralwasser und die eine oder andere Kartonlage Bier. Kaum dass die Maschine abgehoben hat und in einem langen Linksbogen in Richtung Paznaun abdreht, landen schon die nächsten Black Hawk oder die seit Jahrzehnten beim Bundesheer eingesetzten Augusta Bell 212.

Gleich daneben wird mit Netzen ein Materialtransport vorbereitet. Auch ein altes Förderband wird transportiert, das in Kappl oder Ischgl von den Helfern eingesetzt werden wird. Die Anspannung steht den Salzburger Pionieren ins Gesicht geschrieben. „Wer weiß wie es da drinnen wirklich ausschaut“, meint einer der jungen Soldaten, „die Bilder im Fernsehen …“

Und während schon wieder ein Lebensmittel-Lkw zum Landeplatz heranrollt, wird eine “212-er“ für einen speziellen Flug „angefordert“. Einige Journalisten und Fotografen dürfen rasch ins Krisengebiet, um sich aus der Luft ein Bild der Lage zu machen. Personentransporte sind in den ersten Tagen eher die Seltenheit. Nur wer einen Notfall glaubhaft machen kann, wird ausgeflogen. Wie etwa ein älterer deutscher Urlaubsgast, dessen Frau zu Hause inzwischen mit ernsten Gesundheitsproblemen im Krankenhaus liegt. Geduldig erzählt er den Journalisten seine Geschichte, bevor er samt Rollkoffer von einem Vizeleutnant zum Ausgang begleitet wird.

Und während die ältere Maschine vom Boden knatternd abhebt, wird die nächste Black Hawk von einem Tankzug mit Kerosin versorgt. Woher sie kommt ist unschwer zu erkennen: Die drei Reifen sind bis zur Hälfte mit grauem Schlamm bedeckt. Das Paznauntal ist wieder einmal Einsatzgebiet.

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