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HPV-Impfung: Experten für Immunisierung

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Forderung nach der HPV-Impfung, die 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern kann, für alle Frauen: Vom 27. bis 28. September fand in Brüssel eine von der EU und dem UNO-Fonds für Frauenentwicklung organisierte Konferenz statt.

Die Forderungen: Mehr Impfungen, wirksame Screeningprogramme auf Zervix-Karzinome und eine entsprechende Behandlung könnten weltweit pro Jahr 250.000 Menschenleben retten. “Führende Frauenvertreterinnen forderten zur Ausrottung von Gebärmutterhalskrebs auf. Dies sollte durch eine weltweite Bewegung zur Bekämpfung des Zervix-Karzinoms geschehen. Das ist eine verhütbare Erkrankung, die 250.000 Frauen pro Jahr tötet. 80 Prozent davon in den Entwicklungsländern. Gebärmutterhalskrebs wird durch das Human Papilloma-Virus (HPV) verursacht und seine häufig sexuell übertragbare Erkrankung. Eine anhaltende Infektion mit HPV ist für 99 Prozent der Fälle von Zervix-Karzinomen verantwortlich”, hieß es in einer Aussendung.

In Österreich wird schon seit einiger Zeit von Experten, auch von der Österreichischen Krebshilfe, die HPV-Impfung zumindest für alle Mädchen vor Aufnahme der ersten sexuellen Kontakte gefordert. Das Gesundheitsministerium unter Andrea Kdolsky (V) ist der Aufnahme der Immunisierung in das kostenlose Kinderimpfprogramm allerdings bisher skeptisch gegenübergestanden. Es soll aber in dem Ressort an einem Konzept gearbeitet werden.

International ist der Zug in Richtung HPV-Impfung in vielen Industriestaaten bereits abgefahren. Auch die Entwicklungsländer können auf Unterstützung hoffen. Der Erzeuger des ersten HPV-Impfstoffes, Sanofi Pasteur MSD, Merck & Co., Inc., wird mindestens drei Millionen Dosen des HPV-Vierfachimpfstoffes gegen Gebärmutterhalskrebs, für den weltweiten Einsatz in Pilotprojekten in Entwicklungsländern spenden. Dies gab er am Montag bekannt. Das Unternehmen hat dieses Engagement jetzt auf dem jährlichen Treffen der Clinton Global Initiative in New York bekräftigt.

“Mit unserer Spende von drei Millionen Dosen unseres HPV-Vierfachimpfstoffes, verteilt über die kommenden fünf Jahre, setzen wir uns für die Impfung einer Million Mädchen und junger Frauen gegen Gebärmutterhalskrebs ein, einer Erkrankung, an der weltweit jedes Jahr fast 250.000 Frauen sterben,” sagte Margaret G. McGlynn, Präsidentin von Merck Vaccines and Infectious Disease. Man werde weiterhin mit der internationalen Gemeinschaft an Lösungen in der Frage für die Entwicklungsländer arbeiten.

Der HPV-Vierfachimpfstoff ist der einzige tetravalente Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs, der gegen die vier humanen Papillomvirus-Typen 6, 11, 16 und 18 gerichtet ist. Diese Typen verursachen weltweit den größten Teil der durch humane Papillomviren bedingten Erkrankungen im Genitalbereich, einschließlich 70 bis 75 Prozent aller Zervix-Karzinome und einen großen Teil der Vorstufen. Ebenso schützt der Impfstoff vor 90 Prozent der Genitalwarzen durch HPV.

In Österreich erkranken jährlich rund 550 Frauen trotz der Möglichkeit der Früherkennung von Vorstufen dazu an einem Zervix-Karzinom. Etwa 180 Todesopfer sind auf die Erkrankung zurückzuführen. Weiters erfolgen pro Jahr rund 5.000 sogenannter Konisationen, bei denen Frauen mit Krebs-Vorstufen durch einen Eingriff betroffenes Gewebe am Gebärmutterhals entfernt werden muss. Die Betroffenen sind Ängsten und möglichen Komplikationen ausgesetzt. Die Impfung kostet allerdings regulär rund 600 Euro, was sich wahrscheinlich viele Familien für ihre Töchter nicht leisten können dürften

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