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Hormon-Erkrankungen können zum Tod führen

Hormonelle Erkrankungen können unbehandelt tödlich enden.
Hormonelle Erkrankungen können unbehandelt tödlich enden. ©CanvaPro (Sujet)
Die Stoffwechselexperten in Stv.-Direktorin der Innsbrucker Uni-Klinik für Innere Medizin I, Susanne Kaser, warnt zum Hormontag vor der Verhamlosung von hormonellen Erkrankungen. Diese könnten unbehandelt zum Tod führen.

Zum "European Hormone Day" am Montag warnt Susanne Kaser vor der Verharmlosung von Hormonerkrankungen. "Häufig werden hormonelle Störungen als harmlose Erkrankungen oder gar Befindlichkeitsstörungen dargestellt ", sagte Kaser im APA-Gespräch.

Hormonelle Funktionsstörungen können unbehandelt zum Tod führen

"Tatsächlich können aber verschiedene hormonelle Funktionsstörungen unbehandelt rasch zum Tod führen", erklärte die Fachärztin für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen. Nicht zuletzt deshalb solle dieser "Europäische Hormontag" auch Bewusstsein schaffen für derartige Erkrankungen. "Dieses Bewusstsein ist in unserer Gesellschaft sicher nicht in ausreichendem Maße gegeben", so Kaser.

Gesamte Körpersysteme werden von Hormonen gesteuert

Schließlich würden die gesamten menschlichen Körpersysteme von Hormonen gesteuert, der Ausfall einzelner dieser Systeme könne zu schwerwiegenden Körperfunktionsstörungen und letztlich zum Tod führen, verdeutlichte die Expertin der Medizinischen Universität Innsbruck. Als Beispiel nannte Kaser einen Ausfall der in der Hirnanhangsdrüse produzierten Hormone. Dieser könne eine potenziell lebensbedrohliche Nebennierenschwäche, eine sogenannte "Addison Krise" zur Folge haben. Auch schwerwiegende Schilddrüsenfunktionsstörungen oder schwere Entgleisungen des Natrium- und Flüssigkeitshaushaltes können lebensgefährlich sein.

Krankheiten durch Störungen des Hormonhaushalts

Auf Störungen des Hormonhaushaltes seien nicht nur solche akut lebensbedrohlichen Zustände zurückzuführen, sondern auch endokrine Erkrankungen per se: Zu den drei bekanntesten zählen laut Kaser Adipositas, Diabetes und Osteoporose, der sogenannte Knochenschwund. "Etwa die Hälfte aller Knochenbrüche bei über 50-Jährigen sind in Österreich auf Störungen des Knochenstoffwechsels zurückzuführen", wies die renommierte Ärztin auf markante Konsequenzen hin.

Auch Tumorerkrankungen fallen in endokrinologische Erkrankungen

Auch Tumorerkrankungen fallen in das breite Spektrum endokrinologischer Erkrankungen, wie Krankheiten von Drüsen oder Hormonen im Fachbegriff bezeichnet werden. Diese Tumorerkrankungen können sowohl gut- als auch bösartig sein und sind bei mittelalterlichen oder älteren Menschen durchaus häufig. Wenn die Nebenniere zum Beispiel ein spezielles Hormon im Überschuss produziert, kann dies Bluthochdruck auslösen. Ein anderes Beispiel wäre eine Überfunktion der Hirnanhangsdrüse, die eine überschüssige Cortisolproduktion in der Nebenniere anregt, was zu schwerwiegenden Stoffwechsel- und Infektionsproblemen führen kann. Andererseits könnten großteils gutartige Tumore in der Hirnanhangsdrüse auch zu einem Funktionsverlust von verschiedenen Hormonen führen, der unbehandelt tödlich sein kann."Hormone regulieren lebenswichtige Körperfunktionen, dies betrifft den Kreislauf genauso wie Stoffwechsel und Energiehaushalt oder Mineralstoffwechsel", betonte Kaser.

Wichtig rechtzeigtig die Symptome deuten zu können

Es sei eminent wichtig, rechtzeitig die Symptome deuten zu können. Hormonerkrankungen würden häufig mit Symptomen einhergehen, die nicht spezifisch einer Erkrankung zuzuordnen seien. Deshalb seien von den Europäischen Fachgesellschaften "Alarmsymptome" definiert worden, die zu einer raschen ärztlichen Abklärung führen sollen. "Zu den Alarmsymptomen zählen beispielsweise unerklärbare starke Gewichtsabnahme oder -zunahme, ausgeprägte Kälteintoleranz, exzessives Durstgefühl, extreme Müdigkeit oder brüchige Haare und Fingernägel", erläuterte die Expertin. Natürlich können auch nicht hormonelle Erkrankungen zu solchen Symptomen führen, weshalb eine ärztliche Abklärung erfolgen sollte.

Prävention spielt eine essenzielle Rolle

Und nicht zuletzt spiele auch die Prävention eine essenzielle Rolle. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßigem Schlaf über mindestens sieben Stunden etwa, körperliche Bewegung über mindestens eineinhalb bis zweieinhalb Stunden pro Woche sowie der Konsum von frischen, unverarbeiteten sowie Iod-hältigen und Kalzium-reichen Lebensmitteln wie Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte, Bohnen und Mandeln wird empfohlen, um eine hormonelle Erkrankung hintanzuhalten.

(APA/Red)

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