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Honeck: Spaß hart erarbeitet

Wortgewandt und schnell auf den Beinen, Austria-Lustenaus Manuel Honeck als Derby-Matchwinner im ADEG-Erstliga-Duell gegen Altach.

Ein Altacher schrieb die Geschichte des zweiten Saisonderbys zwischen cashpoint Altach und Austria Lustenau. Dass Manuel Honeck seinen Doppelpack aber im Dress der “Grün-Weißen” erzielte, sorgte für zusätzliche Emotionen – nicht nur im Lager der Lustenauer. „Ich kannte weder den Spieler noch den Namen“, meinte ein sichtlich enttäuschter SCRA-Trainer Adi Hütter zu dem Thema. In der Tat, hatte sich der 20-Jährige, der seit seinem achten Lebensjahr für Altach spielte, doch schon frühzeitig Richtung Austria abgesetzt und dort einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Zwei Tage nach seinem bislang größten persönlichen Erfolg waren die Spuren der Siegesfeiern schon verblichen. Dafür präsentierte er seine linke Hand in einem Gipsverband.

VN: Was ist denn passiert? Etwa zu ausgiebig gefeiert?
Manuel Honeck (schmunzelt):
Ehrlich gesagt, ich weiß es selbst nicht. Schon während des Spiels hatte ich Schmerzen, aber ich kann mich nicht erinnern, woher diese rührten. Am Sonntag bin ich zur Untersuchung ins Krankenhaus und da hat der Arzt einen Riss im Kahnbein festgestellt. Er hat mir auch dazu geraten, die Sache operieren zu lassen. Ich muss das heute mit meinem Trainer besprechen, dann werde ich entscheiden.

VN: Zurück zum Derby. Wo und wie haben Sie nach dem Derby gefeiert?
Honeck:
Wir sind ja gleich nach dem Spiel mit dem Bus zurückgefahren. Dann hat sich die Mannschaft im Glashaus zusammengesetzt. Ein bisschen später ist es dann schon geworden. Zu Hause haben mir dann auch Bekannte aus Altach, die eigentlich Altach-Fans sind, gratuliert. Das hat mich gefreut.

VN: Für Sie persönlich war es immerhin schon der achte Einsatz im 15. Saisonspiel (Meisterschaft und Cup). Dennoch dürfe es etwas Besonderes gewesen sein. Wie war denn die Gefühlslage vor der Einwechslung.
Honeck:
Ich war schon froh, überhaupt dabei zu sein. Insgeheim habe ich mich schon vor der Saison auf die Spiele gegen Altach gefreut.

VN: Was hat Trainer Edi Stöhr Ihnen in den Sekunden vor der Einwechslung mit auf den Weg gegeben?
Honeck:
Er hat mir gesagt, was meine Aufgabe ist, was er von mir erwartet. Ich soll Laufbereitschaft zeigen und Gas geben. Dann hat er mich noch kurz gefragt, ob ich Angst hätte. Ich habe geantwortet: Nein, habe ich nicht. Dann bin ich rein und habe versucht, Gas zu geben.

VN: Was auch sehr gut geklappt hat. Wann gelangen Ihnen denn zuletzt zwei Tore?
Honeck:
Vor einer Woche, im Spiel mit den Amateuren beim FC Koblach.

VN: Ihr erster Treffer war Marke “Tor des Monats”. Haben Sie das Tor schon im Fernsehen gesehen?
Honeck:
Ja, und ich musste selbst staunen. Wirklich schön.

VN: Wie haben Sie die Entstehung miterlebt?
Honeck:
Als Stürmer hast du eigentlich nicht viel Zeit, um nachzudenken. Als der Ball kam, habe ich gesehen wie mein Gegenspieler kommt. Ich dachte nur kurz: entweder oder.

VN: Und beim zweiten Treffer?
Honeck:
Patrick (Anm. d. Red.: Patrick Salomon) ist zum Kopfball hochgestiegen. Ich spürte, dass er den Ball vielleicht nicht auf‘s Tor bringt und bin dorthin gegangen, wo ein Stürmer stehen sollte. Ein bisschen glücklich, aber es hat gepasst.

VN: Fühlten Sie sich nach dem Schlusspfiff so richtig als Matchwinner?
Honeck:
Darüber habe ich ehrlich gesagt nicht nachgedacht,. Ich war erleichtert, dass wir das Spiel noch gedreht haben. Für mich war wichtig, dass wir als Mannschaft gewonnen haben.

VN: Erst einmal in dieser Saison standen Sie in der Anfangsformation. Fordern Sie nun einen Stammplatz?
Honeck:
Nein, überhaupt nicht. Das wäre eine schlechte Reaktion von mir. Ich bin zur Austria gewechselt, um mich weiter zu entwickeln. Außerdem: Erstens entscheidet der Trainer, wer spielt. Zweitens rege ich mich nicht auf, wenn ich nicht spiele. Ich versuche, im Training mein Bestes zu geben und mich so aufzudrängen.

VN: Sie sind nun seit Sommer Profi. Wie ist Ihnen die Umstellung gelungen?
Honeck:
Nachwuchsfußball ist etwas ganz anderes. Im Erwachsenenfußball wird einem in jedem Training bewusst, dass man sich körperlich mehr durchsetzen muss. Das Spiel selbst ist schneller, das Tempo höher. Aber ich wollte das, denn ich fühle mich wohler mit Mitspielern, die auch Gas geben.

VN: Bei der Austria haben Sie einen Dreijahresvertrag?
Honeck:
Für mich ist das okay. Ich weiß, dass ich Zeit brauche, um mich zu entwickeln. Ich bin ja quasi vom Amateur- in den Profifußball geplatzt. Dabei hat mir sehr geholfen, dass der Trainer auf mich setzt und auf mich schaut. Er gibt mir die Chance, das spüre ich und das lässt er mich spüren. Ich bekomme meine Einsätze, wenn die Leistung im Training passt.

VN: Im Moment muss es besonderen Spaß machen, für die Austria zu spielen?
Honeck:
Auf jeden Fall. Das wiederum hängt viel mit dem Trainer zusammen. Er gibt uns Selbstvertrauen und verlangt es auch von uns. Der Trainer pusht uns immer wieder in dem er uns vor Augen hält, was wir wirklich drauf haben. Dafür arbeiten wir auch hart. Wirklich, für den Spaß, für jeden Sieg müssen wir hart arbeiten. Jede Woche beginn es von vorne. Wir wissen genau, dass wir alles dafür tun müssen, um erfolgreich zu sein.

Word Rap mit Manuel Honeck

Tore . . . sind alles im Fußball. Aber es ist egal, wer sie schießt.
Niederlagen . . . sind ab und zu hart, aber auch sehr hilfreich.
Siege . . . .sind im Fußball das Schönste.
Austria Lustenau . . . ist im Moment mein Leben.
Fußball-Profi . . . ist mit Sicherheit einer der schönsten Berufe.
Familie . . . ist für mich persönlich sicher das Wichtigste im Leben, um erfolgreich und glücklich zu sein.
Geld . . . spielt nicht so eine große Rolle, finde ich jedenfalls.
Freundin . . . habe ich, die Beste.

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