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Homosexuell und gläubig

Bludenz - „Go West“-Obfrau Margit Jenny lädt zur Fachtagung „Homosexualität und Religionen“ ein.

Sich öffentlich zur Homosexualität zu bekennen, ist nicht immer leicht. Das weiß Margit Jenny, die Obfrau des Vorarlberger Vereins „Go West“, aus eigener Erfahrung. Die Bludenzerin setzt sich ehrenamtlich für die Interessen von Schwulen und Lesben ein. Sie will Bewusstseinsarbeit leisten: „Wir müssen das Thema sichtbar machen“, sagt sie. „Viele, die Homosexualität ablehnen, kennen gar keine Schwulen oder Lesben. Oder glauben das zumindest.“ Man sei immer noch mit diffusen Ängsten konfrontiert: „Dass Homosexuelle jemand umpolen, überreden oder gar anstecken wollten.“ Hier will sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen im Verein ansetzen: „Wir wollen Vorurteile abbauen und Menschen ermutigen, zu sich zu stehen und der eigenen Identität treu zu sein.“ Kriminalisierung Ihre persönliche Erfahrung: „Innerhalb der letzten zehn bis 20 Jahre hat sich viel verändert. Die zunehmende Akzeptanz ist spürbar. Viele Schwule haben noch erlebt, dass sie kriminalisiert werden. Auf die Idee, dass Homosexualität früher verboten war, käme man heute gar nicht mehr.“ Gerade durch die zunehmende Präsenz wachse auch die Akzeptanz in der Gesellschaft. „Schwule Politiker hätte man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen können“, erzählt sie. Jenny erinnert sich an einen vollkommen anderen Umgang in ihrer Jugend: „Homosexualität war offiziell ja gar nicht existent. Den Begriff Lesbe gab es nicht. Für mich war es für die Identitätsbildung deshalb entscheidend, dass ich andere Lesben kennengelernt habe. Dadurch wurde mir erst klar, dass es auch diese Möglichkeit zu leben gibt.“ Mit ihrem „Coming Out“ hat sie größtenteils positive Erfahrungen gemacht. „Ich habe bisher keine offene Ablehnung erlebt“, berichtet sie von viel Verständnis. Dass es aber auch ganz anders sein kann, weiß sie durch die freiwillige Arbeit beim Verein: „Positive Reaktionen sind nicht selbstverständlich. Das kann auch schiefgehen.“ „Ablehnung erfahren“ Die heute von „Go West“ stattfindende Fachtagung anlässlich des „Coming Out Days“ dreht sich um „Homosexualität und Religion“. Ein Thema, das sie selbst alltäglich beschäftigt. Schließlich arbeitet die Sozialarbeiterin für eine katholische Organisation und ist selbst gläubig. „Viele Schwule und Lesben haben von Vertretern der Kirche Ablehnung erfahren und leben mit dem vermeintlichen Widerspruch, gläubig und homosexuell zu sein. Aus der Kirche auszutreten ist ja keine Lösung. Man kann nicht einfach seinen Glauben ablegen.“ Als Bischof Elmar Fischer Anfang 2009 Homosexualität als „heilbar“ und als „Sexualneurose“ bezeichnete, empfand sie das als diffamierend: „Die Aussage war daneben. Aber es war auch gut zu sehen, dass ihm ein scharfer Gegenwind entgegenschlug und sich viele dagegen ausgesprochen und Stellung bezogen haben.“ Schließlich wäre es falsch, die ganze Kirche als homophob zu bezeichnen. Mit der Tagung wolle man jedenfalls „Brücken bauen zwischen scheinbar Unvereinbarem“. Auch Vertreter verschiedener Religionen hätten Interesse signalisiert. Jenny hofft nun auf rege Teilnahme und Verständnis. „Wir sind schließlich alle religiös sozialisiert. Die Kirche hat einen großen Einfluss auf unsere Wertehaltung.“

ZUR PERSON

Margit Jenny
Obfrau des Vereins „Go West“, der sich für die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen einsetzt.

Geboren: 24.10.1966

Wohnort: Bludenz

Beruf: Sozialarbeiterin

Familie: ledig

Hobbys: Wandern, Langlauf, Schwimmen, Freundschaften pflegen

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