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Holzhut aus Baumstamm gezaubert

Bei dieser Schale ist schon das Material eine Besonderheit – Holz eines Mehlbirnenbaums.
Bei dieser Schale ist schon das Material eine Besonderheit – Holz eines Mehlbirnenbaums. ©Peter Strauß
Als Drechsler hat Reinhart Hämmerle in der Pension ein interessantes Hobby gefunden.

Es ist ein Klassiker für die Magier, die mit Hokuspokus ihren berühmten Hasen aus dem Hut zaubern und es wurde zu einer beliebten Redensart – den „Hasen aus dem Hut zaubern“. Weit realistischer ist der „Zauber“, dem sich Reinhart Hämmerle in seinem Ruhestand verschrieben hat: er zaubert keinen Hasen aus dem Hut, sondern einen Holzhut aus dem Stamm eines Birnbaumes.

Suche nach Exklusivem

Den Hut trägt er als Beispiel dafür, was aus einem unscheinbaren Stück Holz auf der Drechselbank alles entstehen kann. Sechs bis sieben Stunden hat er aufgewendet, um aus einem „nassen“ Birnbaumstamm den Hut herauszuarbeiten. „Nass“, d. h. frisch gefällt, muss das Grundmaterial sein, denn nach der Arbeit folgt noch das Pressen des Werkstücks, das in die richtige Form gebracht werden muss, denn „mit Drechseln allein ist es hier natürlich nicht getan“, erläutert der ehemalige Exekutivbeamte, der vor acht Jahren in Pension ging und sich dann vor etwa fünf Jahren dem kreativen Schaffen verschrieben hat – Unikate sind es, die er aus ausschließlich heimischen Hölzern herstellt.

„Kunst war schon da“

Es habe ihn immer schon gereizt, sich mit kreativem Arbeiten an der Drechselbank zu beschäftigen, meint er im Gespräch mit der VN-Heimat. Jetzt, in der Pension, habe er Zeit und Muße dafür, denn die brauche man unbedingt. „Die Kunst war schon da. Es galt sie nur herauszuarbeiten“, beschreibt er schmunzelnd sein Hobby. Eines seiner jüngsten und spektakulärsten Werke ist eine Schale aus Mehlbirnholz. Dieser Baum hat ihn schon viele Jahre lang „gereizt“ und „immer, wenn ich daran vorbeigefahren bin, habe ich mir vorgestellt, was daraus zu machen wäre.“ Als der Baum gefällt wurde, griff Hämmerle zu und drechselte unter anderem eine exklusive Schale.

Struktur

Derartig ausgefallenes Material sei ein Glücksfall und man könne sehr sicher sein, dass ein Unikat geschaffen werde. Anders sei es bei den „üblichen“ Holzarten wie Nuss oder Ahorn. „Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, mit der Form ein einzigartiges Stück zu kreieren.“ Da kommt es auf das Auge an, die gewachsene Struktur des Holzes zur Wirkung zu bringen – und eine Auswahl der Arbeiten bestätigt Hämmerle ein außergewöhnlich gutes Auge, die Strukturen des Holzes zu erkennen und herauszuarbeiten.

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