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Holocaust-Mahnmal feierlich enthüllt

Klestil unterstrich in seiner Rede die Mitschuld vieler Österreicher an den Nazi-Verbrechen.

Das Holocaust-Mahnmal am Wiener Judenplatz wurde am Mittwoch feierlich enthüllt sowie das Museum im Misrachi-Haus samt Grabungsräumen seiner Bestimmung übergeben. Unter reger Anteilnahme von Medien, Politikern, geistlichen Würdenträgern (darunter Alt-Kardinal Franz König) und einem zahlreich erschienen Publikum (darunter auch US-Anwalt Ed Fagan) sprach Wiens Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg den Kaddisch, das jüdische Totengebet.

„Hier wird erfahrbar, dass nur aus der Vergangenheit, die wir nicht mehr ändern können, eine bessere Zukunft gestaltet werden kann“, sagte Bundespräsident Thomas Klestil in seiner heutigen Rede zur Enthüllung des Mahnmals. Klestil verwies darauf, dass sich unter dem Platz die Fundamente jener mittelalterlichen Synagoge befänden, in der sich Wiener Juden der Verfolgung und Zwangstaufe durch Selbstverbrennung entzogen hätten:

„Und wir erkennen, dass es auch in dieser Hinsicht eine lange Kette der Verstrickung gibt, die wir in Trauer und Demut als Teil unserer Geschichte akzeptieren müssen, und die sich wie ein Schandmal durch die Jahrhunderte zieht. Wir müssen dies jedoch kennen, um auch bekennen zu können.“

„Wir müssen auch die Mitschuld vieler Österreicher an den Verbrechen des Nazi-Regimes bekennen“, so der Bundespräsident weiter, „Und wir müssen auch daran festhalten und erneut und immer wieder fordern“ dass im heutigen Österreich jeder Ansatz von Antisemitismus und Rassismus zurückgewiesen und bekämpft werden muss.

Der Vorsitzende der Wiener jüdischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, rief zum „nationalen Dialog“ auf. Wiens Bürgermeister Michael Häupl sprach von einem „weltweit einzigartigen Ort des Erinnerns, der Besinnung und der Begegnung“, von einem „Mahnmal von Wien für Wien und für die ganze Welt“.

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