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"Hoffen, dass Mühe nicht umsonst war"

©Privat
Veranstalter Herwig Bauer über die Zukunft des Poolbar Festivals in Zeiten der Corona-Krise.

von Alyssa Hanßke/Wann & Wo

WANN & WO: Seit Freitag ist klar: Bis zum 31. August sind keine Großveranstaltungen mehr gestattet. Wie steht es um das Poolbar Festival?

Herwig Bauer: Auch wenn das Poolbar Festival nicht zu den „großen Events“ zählt, ist nicht zu leugnen, dass auch bei unseren Hallenkonzerten Besucher eng beisammen stehen. Diese Teile der Veranstaltung fallen also flach. Glücklicherweise sind wir alles andere als ein Massenevent und verfügen außerdem über einen großen Außenbereich. So bleibt uns die Option, Veranstaltungen vermehrt auf die kleine Außenbühne zu verlegen.

WANN & WO: Es besteht also noch Hoffnung für den Poolbar-Sommer?

Herwig Bauer: Natürlich nehmen wir zur Kenntnis, dass die geplanten größeren Konzerte im Alten Hallenbad nicht umsetzbar sind. Doch das Poolbar-Team ist auf sehr vielen Ebenen aktiv und arbeitet hart an einer Lösung, ob und wie wir jene Bereiche, die sich mit den aktuellen Regeln vereinbaren lassen, im Sommer umsetzen können. Gerade für kleinere Konzerte, die ansonsten im Pool stattfänden oder unser Jazz-Frühstück bietet das weitläufige Außengelände eine gute Ausweichmöglichkeit. Für Metalcore-Konzerte, etwa jenes von der Band As I Lay Dying, kommt diese Option leider nicht infrage. Selbstverständlich werden parallel dazu auch Konzepte entwickelt, wie Hygiene, Distancing und andere Regelungen, durch Planung und Infrastruktur optimiert werden können.

WANN & WO: Davor musstet ihr also wochenlang eine Veranstaltung planen, von der ihr nicht einmal wusstet, ob sie stattfinden würde?

Herwig Bauer: Uns blieb nichts anderes übrig, als unsere Veranstaltungen, die Poolbar-Architektur und alles Gestalterische weiterhin normal vorzubereiten und zu hoffen, dass die Mühe nicht umsonst war. Hätten wir mit den Vorbereitungen gewartet, bis die Regierung grünes Licht gibt, wäre die Arbeit in der Kürze der Zeit unmöglich zu bewältigen gewesen. So waren wir auf der sicheren Seite. Die Pressekonferenz am vergangenen Freitag brachte immerhin endlich Klarheit in die Sache. Das war emotional wohltuend aber auch rechtlich wichtig für uns Veranstalter. Durch das offizielle Verbot trat nämlich die „Force-Majeure“-Klausel in den Künstlerverträgen in Kraft. Die Vertragspartner werden also so aus ihren Verpflichtungen entlassen, dass keiner an den anderen Ansprüche stellen kann.

WANN & WO: Vor wenigen Wochen warst du noch sehr überzeugt, dass das Festival stattfinden kann. Wie empfindest du die Situation jetzt?

Herwig Bauer: Wir sind zuversichtlich, dass nicht das ganze Festival abgesagt werden muss, sondern nur die Veranstaltungen im Innenraum. Was jedenfalls auch nicht gefährdet sein sollte, ist das Poolbar Raumfahrtprogramm – unsere diskursive Veranstaltungsreihe mit dem Poolcar an ungewöhnlichen Orten. Natürlich muss das alles zuallererst mit den lokalen Behörden abgestimmt werden. Erst wenn es hier grünes Licht gibt, kann überhaupt konkretisiert werden. Aber hier gibt es zumindest positive Signale, und wir sind zuversichtlich, dass hier alle an einem Strang ziehen. Bei allen Überlegungen steht natürlich die Gesundheit im Vordergrund, und auch die Interessen der Anrainerinnen und Anrainer wollen berücksichtigt werden. Auch wenn es vielleicht nur eine „schlanke“ Saison für uns wird, stehen unsere Partner, Sponsoren und Subventionsgeber zum Glück ausnahmslos hinter uns.

WANN & WO: Seit 27 Jahren prägt das Poolbar Festival die Vorarlberger Festivalkultur. Was würde ein Aus für die Gesellschaft bedeuten?

Herwig Bauer: Ich will das Festival nicht überbewerten. Sicher wäre es aber ein Schlag ins Gesicht. Viele haben in Zeiten der Isolation jetzt schon ihre Geduldsreserven langsam aufgebraucht. Irgendwann hilft auch kein Galgenhumor mehr. Keine sozialen Kontakte? Keine Kultur? Kein gemeinsames Bier? Für die Psychohygiene, meiner
Meinung nach, das reinste Gift. 

WANN & WO: Als Veranstalter hoffst du sicher auf ein schnelles Ende der Beschränkungen. Als Vater eines gefährdeten Kindes eher darauf, dass man nichts überstürzt und auf Nummer sicher geht. Wie lässt sich das vereinbaren?

Herwig Bauer: Meine Familie und ich sind in diesen Tagen gut isoliert und passen auf, keinen Kontakt nach draußen zu haben. Aus beruflichen Gründen und als geselliger Mensch hätte ich mir natürlich gewünscht, dass die Maßnahmen gelockert worden wären. Dazu hätte aber erst ein vernünftiger Weg gefunden werden müssen. Gerade bei Risikogruppen gilt es, besonders Acht zu geben. Diesbezüglich haben wir auch viele bauliche und infrastrukturelle Vorsichtsmaßnahmen für das Festival geplant, um die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten zu können.

Wordrap

Poolbar Festival bedeutet für mich ....
... große Teile meines Lebens.

Darum liebe ich meinen Job ...
... weil ich ständig gefordert, aber auch überfordert werde.

So verbringe ich die Zeit daheim ...
... mit viel Arbeit und vielen Kämpfen mit meinem Sohn (lacht).

Ich bin dankbar dafür, dass ...
...es mir und meiner Familie trotz allem super geht und es an nichts fehlt!

Das möchte ich noch loswerden, ...
... bitte bleibt jetzt brav und haltet euch an die Regeln, damit wir im Sommer dann nicht mehr so brav sein müssen.

Die gesamte Ausgabe der Wann & Wo lesen Sie hier.

(WANN & WO)

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