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Höhen und Tiefen gemeinsam überstanden

Gemeinsam hat das Jubelpaar auch schwere Zeiten gemeistert.
Gemeinsam hat das Jubelpaar auch schwere Zeiten gemeistert. ©Karin Lässer
Auf 60 Ehejahre, in denen das Schicksal Unerwartetes bereithielt, blicken heute Anna und Josef Wessin zurück.
Diamantene Hochzeit
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Aus armen Verhältnissen stammt Anna geb. Flucher. Sie erblickte in Oberrakitsch bei Mureck/Steiermark das Licht der Welt und wuchs mit ihren drei Schwestern liebevoll umsorgt auf. Schon mit neun Jahren musste sie bei Bauern arbeiteten, wie ihre Eltern und Schwestern, um genug zum Essen zu haben. Nach dem Schulbesuch in Brunsee fuhr sie mit 14 Jahren zu ihrer Schwester nach Altenrhein/Schweiz. Kurz arbeitete sie in einer Metzgerei und dann im Restaurant Flughafen Altenrhein in der Küche, als Zimmermädchen, stand um 5 Uhr früh auf um Frühstück herzurichten, Samstage und Sonntage gab es nicht und bei Freinächten war sie bis vier/fünf Uhr in der Früh im Dienst. „Ich war gerne in der Schweiz, verdient habe ich nicht viel, trotzdem habe ich immer Geld nach Hause geschickt. Einmal im Jahr konnte ich eine Woche nach Hause fahren“, erinnert sich Anna.

Aus Bleiberg/Kärnten stammt Josef Wessin. Seine Mutter, sie brachte dreimal Zwillinge zur Welt, kümmerte sich liebevoll um ihn und seine Geschwister. Nach der Pflichtschule lernte er Bergbau und nach der Militärzeit verschlug es ihn ebenfalls in die Schweiz, wo er in einer Spenglerei eine Anstellung fand. 

Gemeinsame Zukunft

„Wir haben uns zu Weihnachten 1959 bei Josefs Bruder kennengelernt. Wir haben miteinander getanzt, sind zusammen geblieben und haben am 30. Juli 1960 in Dornbirn geheiratet. Im Gasthaus Rose haben wir unseren schönsten Tag mit Bekannten gefeiert, wir erinnern uns gerne daran“, ist vom Jubelpaar zu erfahren. Kurze Zeit wohnten Anna und Josef in Lustenau in einem Zimmer mit Kochnische und zogen dann in eine Betriebswohnung von F.M. Zumtobel, wo Josef inzwischen arbeitete. „Es war sehr umständlich von Lustenau nach Dornbirn zu Philipp Mäser zu kommen wo ich arbeitete, darum waren wir sehr glücklich, dass wir umziehen konnten“, erzählt Anna. 1961 schlossen sie glücklich Tochter Ruth in die Arme.

Herausforderung

Josefs Gehirnblutung und die Kleinhirnoperation 1962 überraschte das Paar und stellte es vor neue Herausforderungen. Nach vielen Tagen im Koma wachte Josef wieder auf, musste sprechen und gehen lernen und war nicht mehr belastbar wie zuvor. Anna pflegte ihn, sorgte für das Kind und den Lebensunterhalt. „Josef konnte zwar ab und zu arbeiten gehen, er hatte jedoch Anfälle und musste öfter ins LKH Rankweil. Ich stand mit meiner kleinen Tochter da und wusste oft nicht, wie es weitergehen sollte“, erinnert sich Anna. Das Leben ging weiter und 1965 stellten sich Herbert und 1970 Peter ein. Anna machte Heimarbeit, nähte für Mäser oft 100 Pullis am Tag und fertigte bis zu 40.000 Verschlüsse für Zumtobel täglich, abends putzte sie bei Quelle. Da das Einkommen klein war, begann Anna für die Kinder zu nähen und war dankbar für die finanzielle Hilfe ihrer älteren Schwester. Beim Sticken erholte sie sich und Ferienaufenthalte bei den Familien in der Steiermark und in Kärnten gaben neuen Kraft für den Alltag. Urlaube nach Kuba, Bulgarien oder Gran Canaria leistete sich das Paar, als die Kinder groß waren. 

Positive Einstellung

Seit einigen Jahren ist Josef durch eine Zyste am Rückenmark auf den Rollstuhl angewiesen. Damit Josef auch die Wohnung verlassen kann, hat Anna bei der Landesregierung um den Einbau eines Lifts gekämpft. „Josef war richtiggehend in unserer Wohnung im dritten Stock eingesperrt, außer die Rettung hat ihn im Stuhl hinuntergetragen. Es war furchtbar, dass er immer nur in der Wohnung bleiben musste“, ist von Anna zu erfahren. „Meine Frau hat alles gemacht und organisiert und so ist es gut. Ich habe mitgeholfen, so gut ich konnte“, ergänzt Josef. „Wir haben uns immer gut vertragen, so richtig streiten oder beleidigt sein, das kennen wir nicht. Dadurch, dass wir sehr sparsam waren und uns selten etwas gegönnt haben, ist es uns gelungen, eine Dreizimmerwohnung zu kaufen, in der wir nun schon seit 52 Jahren leben“, berichten die Jubilare stolz. Das gute Verhältnis zu den Kindern und sechs Enkeln macht sie glücklich, Tochter Ruth erkundigt sich täglich nach dem Wohlergehen der Eltern. 

Lebensabend

„Ich bin jetzt 83 Jahre alt und habe viel geleistet in meinem Leben“, so Anna, „es geht mir gut und den Zucker habe ich im Griff. Ich mache den Haushalt selbst und den Garten, den ich seit 40 Jahren pachte, mein Mann ist momentan stabil und der Krankenpflegeverein unterstützt mich. „Unser diamantenes Hochzeitsjubiläum feiern wir zu Haus, da Josef nicht stehen und gehen kann, so ist es einfacher. Wir wünschen uns gesund zu bleiben, denn ich möchte Josef nicht hergeben, das ist das Wichtigste im Moment und dass es den Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln gut geht.

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