Hochwasserschutzprojekt „Wellenaugraben“ in Lochau Süd abgeschlossen

Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde im Bereich der Landesstraße L190, ÖBB-Bahntrasse und Pipeline eine neue Verrohrungsstrecke für den Wellenaugraben zur schadlosen Ableitung des Gerinnes in den Bodensee geschaffen.
Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde im Bereich der Landesstraße L190, ÖBB-Bahntrasse und Pipeline eine neue Verrohrungsstrecke für den Wellenaugraben zur schadlosen Ableitung des Gerinnes in den Bodensee geschaffen. ©Schallert
Lochau. Mit der Verlegung der neuen Verrohrungsstrecke für den Wellenaugraben zur sicheren Ableitung des Gerinnes bzw. der Hang- und Niederschlagswässer in den Bodensee wurde das Hochwasserschutzprojekt „Wellenaugraben“ in Lochau Süd abgeschlossen.
Hochwasserschutzprojekt „Wellenaugraben“ in Lochau Süd

Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe im Juli 2010 in Lochau Ort und Lochau Süd hat der Forsttechnische Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Bregenz, in den Jahren 2014 bis 2016, in ständiger Absprache mit der Landesgeologie und dem Landesforstdienst, ein Projekt erstellt, um die im Hangfußbereich befindlichen Siedlungen „Klausmühle“ und „Klausberg“ künftig vor Steinschlägen und Rutschungen bestmöglichst zu schützen.

Hochwasserschutz-Maßnahmen

So wurden von Oktober 2016 bis November 2018 entlang einer neu angelegten Forststraße Steinschlagschutzdämme und Steinschlagschutznetze errichtet. Im Zuge der Verbauungsmaßnahmen galt es auch, die Schutzwirkung der überalten Baumbestände durch Holznutzungen und Wiederaufforstungen zu verbessern. Und schon während der Errichtung der Forststraße wurden bergseitige Entwässerungsgräben angelegt und „der neue Wellenaugraben“ entsprechend ausgebaut.

Über neue Rohre in den See

Als letzte Maßnahme erfolgte im Herbst 2020 im Bereich der Landesstraße L190 in Lochau Süd in einem sogenannten Microtunneling-Verfahren die Errichtung einer neuen Verrohrungsstrecke zur schadlosen Ableitung des Gerinnes in den Bodensee. Der Wellenaugraben wird nun unter der Landesstraße L190, der ÖBB-Gleisanlage und der Pipeline über die neu verlegten Rohre in den See geführt.

Spezielles Verfahren

Microtunneling ist ein spezielles Verfahren für den grabenlosen Rohrvortrieb bei Neuverlegung in einer neuen Trasse. Dabei können Rohrleitungen im Durchmesserbereich von DN 250mm bis DN 1800mm unterirdisch und ferngesteuert verlegt werden. Von einem Startschacht (Pressgrube) wurde so beim Wellenaugraben eine Verrohrung (Stahlbetonrohr DN 1000mm) mittels eines Vortriebsgerätes mit Presse und Bohrkopf vorgetrieben.

Im Frühjahr 2021 sollten auch noch offene kleinere Arbeiten abgeschlossen sein. So können bei zukünftigen Starkniederschlägen die vom Pfänderhang kommenden Wassermassen sicher in den Bodensee abgeleitet werden.

Rückblick in die Geschichte

Im Zuge eines mehrtägigen Starkregenereignisses vom 24. Juli bis 30. Juli 2010 kam es auch in Lochau Süd im Bereich Klausmühle und Klausberg zu Hangrutschungen und Murabgängen.

Es mussten mehrere Wohneinheiten in der Wohnanlage Neue Schanze evakuiert werden. Die Wohnungen waren teilweise nicht mehr bewohnbar, da das Murmaterial durch die Wohnungen geflossen ist. Darüber hinaus war das Gebäude „Huber“ am Klausberg durch einen Hangrutsch akut bedroht. Die Landesstraße L190 sowie die Bahnlinie der ÖBB-Strecke Lindau-Bregenz waren für mehrere Stunden bzw. Tage gesperrt.

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