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Hochwasserlage weiter prekär

Die schweren Niederschläge in der Nacht auf auf Mittwoch, haben in Teilen Österreichs zu starken Überschwemmungen geführt.

Zahlreiche Feuerwehren waren im Großeinsatz, einige Straßen mussten gesperrt werden. Auch der Donaupegel stieg rapide an. War zunächst die Lage in Salzburg besonders kritisch, wurde am Nachmittag – wie auch zuvor in Salzburg – in Niederösterreich Katastrophenalarm gegeben.

Betroffen war dabei besonders das südliche Waldviertel. In die drei Stauseen des Kamp flossen am Abend 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, teilte Jörg Würzelberger, Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos, mit. Durch die sich zuspitzende Hochwassersituation im Gebiet des Stausees Ottenstein und des Kamp-Flusses wurden im Bezirk Horn Evakuierungen veranlasst, darunter einige Firmen. Die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) musste beim Stausee Ottenstein die Wehrklappe öffnen, wie ein Sprecher des Unternehmens der APA mitteilte. Eine teilweise Evakuierung des Ortes Stallegg konnte am Abend nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Dort wurden Sandsack-Barrieren gegen die Fluten aufgebaut. Die Ortschaft Steinegg wurde bereits zuvor evakuiert.

Auch die Kamptalstraße musste bei Stallegg gesperrt werden. Laut Augenzeugen war die Straße knapp einen Meter hoch überflutet. Im Bezirk Zwettl waren rund 60 bis 70 Keller unter Wasser. „In Niederösterreich sind rund 1.000 Leute im Einsatz. Alle anderen wurden auf Bereitschaft gesetzt“, sagte Würzelberger. „Wir können derzeit (am Abend, Anm.) nicht sagen, wie es weiter geht“, so der Sprecher. Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik übertraf die gestrige Tagesmenge von 97 Litern den bisherigen Rekord vom 12. Juni 1953 um zehn Liter.

In Salzburg waren von den sintflutartigen Regenfällen besonders die Landeshauptstadt, der Flach- und der Tennengau betroffen. Rund 1.600 Mann der Feuerwehren waren im Einsatz, um die Schäden in den Griff zu bekommen. Die Hochwassergefahr ging jedoch am Vormittag zurück. Es entstanden Schäden in höheren Millionen-Beträgen.

In der Nacht gab es in Salzburg rund 120 Millimeter Regen pro Quadratmeter, das sind drei Viertel der üblichen August-Niederschläge. Unzählige kleinere Bäche und Gewässer traten aus den Ufern. Am schlimmsten betroffen waren neben der Landeshauptstadt die Gemeinden Hallwang, Plainfeld, Obertrum und Eugendorf und das Trumer Seen Gebiet.

Zu Schäden kam es auch im Raum Hallein, wo unter anderem die Wiestal- und die Krispler-Landesstraße überschwemmt und vermurt wurden. Murenabgänge gab es weiters in St. Gilgen sowie am Haunsberg, Überschwemmungen sind außerdem aus Oberndorf und Lamprechtshausen gemeldet. In Anthering wurden auch die Gleise der Lokalbahn unterspült.

Auch in Oberösterreich spitzte sich die Situation durch die anhaltenden Regenfälle am Nachmittag zu. Vor allem der Raum Freistadt war betroffen. Sowohl die Donau als auch die Zubringerflüsse zeigten steigende Tendenz. In Mauthausen mussten die Vorkehrungen für die Sperre der neben der Donau verlaufenden Bundesstraße getroffen werden. Auch der Inn im Raum Schärding drohte über die Ufer zu treten. Dort wurden ebenfalls entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet. In Linz hatte die Donau einen Pegelstand von 567 Zentimetern erreicht, damit wurde die „Warngrenze“ von 550 Zentimetern überschritten.

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