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Hochmodernes Energie-Kraftwerk Obervermunt II feierlich eröffnet

Feierliche Eröffnung
Feierliche Eröffnung ©Oliver Lerch
Heute wurde Vorarlbergs neueste Kraftwerksanlage, das Pumpspeicherkraftwerk Obervermuntwerk II, feierlich eröffnet.
Tage der Offenen Türe verschoben
Obervermunt II feierlich eröffnet

Die Vorbereitungen dauerten 9 Jahre. Der Bau tief im Berginneren der Silvretta weit über 4 Jahre.

Das Pumpspeicherkraftwerk ist das zweitgrößte Pumpspeicherkraftwerk des Landesenergieversorgers illwerke vkw. Es nutzt die bestehenden Speicher Silvretta und Vermunt und soll als Lieferant für Spitzen- und Regelenergie die Erfolgsgeschichte von Kops II fortsetzen.
Die Kosten beliefen sich auf eine halbe Milliarde Euro. Bis Ende 2020 sollen auch die Rekultivierungsarbeiten abgeschlossen sein.

"Historischer Tag"

Landeshauptmann Markus Wallner hat am Freitag in feierlichem Rahmen Obervermunt II offiziell eröffnet. Wallner betonte beim Festakt: "Es ist ein historischer Tag für die eigenständige Wasserkraft." Der Regierungschef hob hervor, dass das 500 Millionen teure Werk eine hohe Versorgungssicherheit und moderate Strompreise gewährleiste. Durch die energiepolitische Unabhängigkeit würden genau jene Spielräume geöffnet, die es brauche, um langfristig energieautonom zu werden, erinnerte der Landeshauptmann an das ambitionierte Energieautonomie-Ziel, das sich Vorarlberg gesteckt hat. Danach sollen sich bis zum Jahr 2050 der Energieverbrauch und die Energieerzeugung aus heimischen erneuerbaren Energieträgern in Vorarlberg die Waage halten.

Bereits hohe Nachfrage

Schon jetzt wird eine starke Nachfrage registriert. Das Kraftwerk leistet auch einen wichtigen Beitrag bei der Ausregelung des europäischen Stromnetzes.

Regionale Wertschöpfung

Die Errichtung des Obervermuntwerks II in der Silvretta war das größte Bauprojekt der letzten Jahre in Vorarlberg. Etwa 500 Millionen Euro hat Vorarlbergs größtes Energieunternehmen in das moderne Kraftwerk investiert, das im Juni mit einem Tag der offenen Tür offiziell seinen Betrieb aufnehmen wird.

„119 Millionen Euro der Investition bleiben dabei im Land“, betont Projektleiter Gerd Wegeler. Dazu kommen auch noch viele Eigenleistungen der Mitarbeiter des Unternehmens, die noch nicht in dieser Summe eingerechnet sind. Und auch rund um das Projekt dürfte viel Geld im Montafon und Vorarlberg liegen geblieben sein.

Der größte Vorarlberger Auftragnehmer war die Schrunser Firma Jäger Bau. Sie hatte 30 Prozent an der Arbeitsgemeinschaft, die den Bauauftrag an Land gezogen hat, und war damit federführend für die Errichtung des Kraftwerks mitverantwortlich. Aber auch andere Unternehmen haben große Aufträge erhalten: die Firma Künz aus Hard etwa, die die Rechen und Schützen geliefert hat. Ein wichtiger Partner war auch die Firma LCS Cable Cranes aus Sulz, die mit einer eigenen Materialseilbahn dafür sorgte, dass die Versorgung der Baustelle auch dann gewährleistet war, wenn die Silvretta Hochalpenstraße außer Betrieb war. Die Firma Wagner aus Nüziders kümmerte sich um die Edelstahlkonstruktion der Rohrleitung im Krafthaus, die Dorbirner Graf Holding übernahm Elektroinstallationen. Dazu kamen Sub-Unternehmer der Arge, darunter etwa die Bludenzer Bertsch-Gruppe.

Nicht nur große Unternehmen

Aber es waren nicht nur große Unternehmen, die profitierten. So haben Klein- und Mittelständler viele wichtige Aufträge übernommen. Die Schrunser Dachdeckerei Stemer beispielsweise, oder Stahlbau Rudigier aus Bludenz, die Treppen im Kraftwerk errichteten. Auch die Bürser Bartenbach-Gruppe hatte wichtige Aufgaben, sie übernahm das Sandstrahlen und den Korrisionsschutz. Auch bei den Planungs- und Architekturaufgaben waren Vorarlberger Firmen beteiligt, allen voran die Architekten Lang-Vonier, die für die Portale und die Kaverne samt Licht- und Farbkonzept verantwortlich zeichnen.

„Wir sind mit unseren Kraftwerken am freien Markt tätig“, erklärt Wegeler. Man habe die Aufträge nach dem Bestbieterprinzip vergeben. „Der Preis hat natürlich einen wesentlichen Anteil bei den Vergaben“, legt der Projektleiter Wert darauf, dass die einheimischen Unternehmen absolut wettbewerbsfähig sind. „Natürlich hat es Vorteile, wenn man sich kennt und es kurze Wege gibt.“ Viele Partner seien ja über die Grenzen hinaus tätig und absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet. „Es ist also auch ein glücklicher Zufall, dass wir so viele Vorarlberger Unternehmen beauftragen konnten.“ Die 119 Millionen Euro die an Aufträgen an Vorarlberger Unternehmen geflossen sind, spiegeln aber noch nicht das komplette Bild. Denn für die Baustelle waren über Jahre über 500 Menschen vor Ort beschäftigt. „In der Bauzeit war das Silvrettadorf so etwas wie die elfte Gemeinde des Montafons“, zeichnet Wegeler ein Bild, das zeigen soll, was neben den reinen Bauaufträgen noch an Wertschöpfung geschaffen wurde. Das Kraftwerk wurde im 3-Schicht-Betrieb gebaut. Etwa 300 Personen übernachteten dabei auf der Silvretta, nutzen die dortige Kantine im Madlenerhaus. Die wiederum bezog Lebensmittel von regionalen Anbietern. Auch die Container brachten Geld – so wurden beispielsweise viele Fernsehgeräte im Montafon erworben.

Beherberger augelastet

Viele Mitarbeiter gerade von externen Unternehmen übernachteten zudem im Montafon: Ferienwohnungen in Partenen, aber auch weiter hinaus wurden so ausgelastet. Auch im Berggasthaus Piz Buin wurden Zimmer gebucht, die Arbeiter nutzten die Gastronomie: Das alles habe also lokale Wertschöpfung erzeugt. „Dazu kamen viele kleinere Anschaffungen, die die Firmen bei Unternehmen wie zum Beispiel bei Schmieds Erben gemacht haben“, zählt Wegeler weiter auf, und „obendrein kommen Leistungen für Transporte, Schneeräumungen und vieles mehr“.

(Red.)

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