Hochbegabtenförderung am Landeskonservatorium

Feldkirch – Wenn Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau musizieren, dann bedarf es einer Fördermaßnahme. Das Förderprogramm am Vorarlberger Landeskonservatorium unterstützt junge Musiker ganz speziell. VOL Live sprach mit zwei geförderten Musikern und deren Mentoren.
Förderung am Landeskonservatorium
"Sie heben sich deutlich von der Menge ab"
Gesangsstudentin Nadja Endrizzi
Jennifer Forster studiert Gitarre
Gitarrendozent Michael Buchrainer

Professionelles Musizieren erfordert nicht nur Talent, sondern auch Fleiß. Dabei fallen für einen Musikstudenten im Laufe des Tages einige Übungsstunden an, die besonders für junge Menschen mit einem standardisierten Schulprogramm kaum zu vereinbaren wären. Dieses Problem hat das Vorarlberger Landeskonservatorium bereits vor Jahrzehnten erkannt und kooperiert daher mit dem Gymnasium Schillerstraße, welches speziell für Jugendliche zwischen 14 und 19 ein Schulangebot entwickelte, welches sich Musikgymnasium nennt. „Ich habe zwar an den Nachmittagen frei, jedoch brauche ich fünf Jahre bis zur Matura“, schildert Nadja Endrizzi. Die 17-Jährige studiert Musik und bestreitet ihren Alltag als Schülerin. „Es ist manchmal schwierig sich die Zeit optimal einzuteilen, da ich schließlich auch Hausaufgaben machen muss. Zusätzlich achte ich darauf, dass ich jeden Tag zumindest eine Stunde übe“, schildert Nadja ihren Alltag.

Weiterführend können Kinder und Jugendliche sich dann um eine Hochbegabtenförderung bemühen. Die Hochbegabtenförderung am Vorarlberger Landeskonservatorium ergänzt dieses Angebot dahin gehend, dass talentierte, junge Musiker eine doppelte Unterrichtseinheit in ihrem zentralen künstlerischen Hauptfach bekommen, Ergänzungsfächer besuchen können und durch Konzertauftritte einen Zugewinn an Bühnenerfahrung erhalten. Die Begabungsschwerpunkte werden durch ein Aufnahmeverfahren erfasst. „Ich war 13, als ich die Aufnahmeprüfung absolvierte – aber musiziert habe ich bereits mit 4 Jahren“, erzählt die Musikgymnasiastin Nadja. Diese Kinder stechen jedoch schon weit vorher aus der Menge und kommen daher beispielsweise durch ihre Musikschulpädagogen in diese Förderklassen.

Künstlerpersönlichkeiten

In einer Welt in der Kinder zu Künstlern herangezüchtet werden, möchte man vom modernen „Wunderkind“ sprechen. „Ich mag zwar den Begriff des Wunderkindes nicht, aber diese hochbegabten Kinder und Jugendlichen heben sich definitiv von der Masse ab – sonst wären sie nicht bei uns am Vorarlberger Landeskonservatorium“, strahlt Dora Kutschi, Gesangsdozentin am Vorarlberger Landeskonservatorium. „Der Unterricht ist auf jeden Fall anders als mit anderen Studenten“, bestätigt sie im VOL Live Interview.

Auch Michael Buchrainer, Dozent für Gitarre, stimmt dieser Aussage zu und ergänzt: „Solche Kinder und Jugendliche bringen von sich aus Motivation mit und sie sind ‚feinfühliger‘.“ Seine Schülerin, Jennifer Forster entspricht dieser Aussage auf jeden Fall. Die junge Musikerin ließ sich von ihrer Kindergartenpädagogin inspirieren und wollte unbedingt das Gitarrenspiel erlernen. „Ich übe zwischen drei und vier Stunden pro Tag“, verkündet die Jugendliche, die ebenfalls in das Musikgymnasium Feldkirch geht und die Vorzüge der Förderklasse genießt. Zur Stückauswahl meint ihr Mentor: „Natürlich können auch Kinder technisch sehr anspruchsvolle Stücke erlernen – wie man anhand von Beispielen aus dem asiatischen Raum erkennen kann. Jedoch gehört zu einem technisch schweren Stück auch ein hohes Verständnis für das gesamte Gefüge des Stücks. Hier sollte man Werke auswählen, die auch dem Reifegrad des Schülers entsprechen. Ich möchte Jennifer nicht überfordern und sie soll auch verstehen was sie spielt.“

VOL Live sprach mit Prof. Dora Kutschi

Gesangsstudentin Nadja Endrizzi

Jennifer Forster studiert Gitarre

Gitarrendozent Michael Buchrainer

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