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Herr über die Autobahn

Hohenems/VN - Autobahnmeister Gerald Gröger kennt die A 14 wie seine Hosen­tasche.

Wenn er nicht gerade mit seiner Harley Davidson über die Straßen schwebt oder an der sardischen Costa Paradiso ins türkisblaue Wasser taucht, dann trifft man Gerald Gröger meist irgendwo auf oder entlang der Autobahn. Sein Revier sind die 62 Kilometer der A 14 zwischen Hörbranz und Bludenz. Seit Juni 2008 leitet der 45-Jährige die Autobahnmeisterei der Asfinag in Hohenems.

Nach sieben Jahren als Bauhofleiter bei der Stadt Hohen­ems war er auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Und da es ihm Straßen schon immer irgendwie angetan hatten, kam die freie Stelle bei der Asfinag für ihn wie bestellt. Bevor er jedoch in das Hohenemser Büro einziehen konnte, wurde Gröger auf Herz und Nieren geprüft: „Nach drei Bewerbungsgesprächen in Innsbruck bekam ich erst die Zusage. Und ich habe es bis heute nicht bereut“, ist er überzeugt, seinen Traumjob gefunden zu haben.

Kein Traumstart

Auch wenn die Anfänge nicht ganz so traumhaft vonstatten gingen wie erhofft: „Innerhalb kurzer Zeit waren drei Selbstmordunfälle im Ambergtunnel. Da habe ich schon gedacht: ,Oje, was habe ich mir hier angetan. Wenn das so weitergeht, dann ist das wohl eher nichts für mich‘“, erzählt der begeisterte Motorradfahrer. Doch so sollte es sich glücklicherweise nicht fortsetzen. Die positiven Seiten der Arbeit überwiegen nunmehr deutlich: „Es kommt nie Langeweile auf. Kein Tag ist gleich. Immer wieder müssen neue Situationen bewältigt werden“, meint Gröger. Von der Einteilung der 27 Mitarbeiter, dem Ansuchen bei Behörden für Sperren, der Kontrolle von Baustellen, der Budgeterstelltung und -kontrolle über Gespräche mit Anrainern – so ziemlich alles, was auf und neben der Autobahn vor sich geht, fällt in den Aufgabenbereich Grögers.

Um das Geschehen noch besser im Auge behalten zu können, sollen alsbald Kameras bei den WC-Anlagen sowie entlang der gesamten Autobahn installiert werden. „Bei den WC-Anlagen haben wir derzeit ein extrem hohes Müllaufkommen. Von Katzenstreu bis hin zu Möbeln – der gesamte Hausrat wird dort entsorgt“, erzählt er.

Bei Großeinsätzen ist der Autobahnmeister persönlich vor Ort – wie letzthin nächtens beim Hochwasser in Dornbirn oder bei schweren Unfällen. Zusammen mit der Autobahnpolizei sorgt er dann dafür, dass die Strecke gesperrt und so schnell wie möglich wieder freigegeben werden kann. Die Gefahr fährt bei solchen Einsätzen stets mit. „Wenn die Autofahrer mit 130 km/h oder mehr an dir vorbeirauschen, dann ist das nicht zum Spaßen. Ohne Sicherheitsausrüstung und Rundumlicht ist so ein Ausflug lebensgefährlich“, fügt Gröger hinzu. In Bälde zieht es den 45-Jährigen wieder weg von der Autobahn – nach Sardinien: „Die Straßen, die Landschaft, das Essen“, schwärmt er – einmal pro Jahr ein Pflichttermin, manchmal sogar auch zweimal.

Zur Person

Gerald Gröger leitet seit Juni 2008 die Autobahnmeisterei Hohenems

Geboren: 3. April 1965

Ausbildung: Maurerlehre (Rümmele Bau), Polierschule in der HTL Rankweil

Laufbahn: Rhomberg Bau – Asphalteinbau, sieben Jahre Bauhofleiter bei der Stadt Hohenems, seit 2008 Autobahnmeister bei der Asfinag

Familie: ledig, ein Sohn (zwölf Jahre)

Hobbys: Reisen, Motorrad fahren

 

(VN-ger)

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