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Herbergssuche mit Happy End

Feldkirch - Das „Luaga und Losna“-Kinderthe­aterfestival startet am 9. September, 11 Uhr, mit dem „Zentrifuge“-Theaterspaziergang durch Feldkirch, gestartet wird beim Theater am Saumarkt.

Neue Räume bringen neue Ideen und die nutzt Festival-Chef Johannes Rausch auch.

VN:

Das „Luaga und Losna“-Kindertheaterfestival findet heuer erstmals in Feldkirch statt. Was waren die Gründe für den Umzug?

Rausch: In Bludenz hat sich der Kulturbetrieb durch die Bludenz Kultur GmbH. grundlegend geändert. Eine Kultur GmbH. ist in bestimmten Bereichen sicher sehr zielführend und auch notwendig. Für uns war das nicht der Fall.

VN:

Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?

Rausch: Das Finanzielle war eine Seite. Dass die Entscheidungsfreiheiten des „Luaga und Losna“-Festivals vertraglich gebunden worden wären, war der ausschlaggebende Punkt. Das war für uns nicht machbar. Und dann haben wir uns eben einen neuen Partner gesucht, den wir mit Feldkirch auch gefunden haben.

VN:

Die „Herbergssuche“ des Festivals war eine kurze, mit Feldkirch schnell eine neue Bleibe gefunden.

Rausch: Ein Festival wie „Luaga und Losna“ braucht einen Partner, der sicherstellt, dass es das Festival auch in Zukunft geben wird. Da sind wir über die Zusammenarbeit mit dem Theater am Saumarkt und der Stadt Feldkirch sehr froh. Es war auch so, dass immer wieder von Feldkirch aus bei uns angefragt wurde, ob man nicht auch hier etwas machen könnte. Es gab da immer wieder Kontakte.

VN:

Ein neuer Standort bietet immer die Chance, auch Neues auszuprobieren. Geschieht das nun in Feldkirch?

Rausch: Das Prinzip von „Lua­ga und Losna“ blieb bestehen. Es gibt Veränderungen in dem Sinn, dass man mit den neuen Räumen am Saumarkt oder im Pförtnerhaus auch anders umgeht und dass unsere Künstler auch jedes Jahr mit neuen Ideen anreisen. Ich schließe aber nicht aus, dass durch den neuen Standort auch neue Programminhalte dazukommen.

VN:

Wie positionieren Sie sich mit dem Festival im Kulturleben der Stadt?

Rausch: Das Festival, so wie ich es sehe, ist auch ein Impulsgeber. Wenn die Kinder Lust auf das Theater bekommen, weil sie beispielsweise bei „Luaga und Losna“ Spaß hatten, dann werden sie als Jugendliche das ganzjährige Theaterprogramm der Stadt auch nützen. So profitieren beide Seiten. Dann haben wir und die Stadt viel erreicht.

VN:

Schon ist man beim Stichwort „Kulturvermittlung“. Sehen Sie „Luaga und Losna“ auch als ein Medium der Vermittlung?

Rausch: Kunst an sich ist ja schon eine Sprache. Kunst ist ein Kommunikationsmittel. Wenn ich da also noch jemanden brauche, der mir diese Sprache erklärt, dann kann doch etwas nicht stimmen.

VN:

Was läuft also schief in der aktuellen Kulturvermittlungspraxis?

Rausch: Es besteht dabei die Gefahr, dass man nur noch erklären will, was große – und also gute – Kunst ist. Und nur was nicht selbständig verstanden wird, ist dann Kunst. Das spricht dem Publikum ein Stück weit auch die Fähigkeit ab, eigene Zugänge zu Kunst, Musik oder Theater finden zu können.

VN:

Und Ihr Rezept dafür, wie das Unternehmen „Kunstvermittlung“ klappen könnte?

Rausch: Das basiert auf der Ebene des Spaßes und der Freude am Theater. Dass man Kinder, Jugendliche und Erwachsene näher ans Theater bringen will, dagegen habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Mich stört nur dieses ständige „Erklären-Wollen“. Es darf nicht alles theoretisch aufgeschlüsselt werden, das würde der Kunst das nehmen, was sie eigentlich ausmacht – ihre Sinnlichkeit.

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