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Heftiges Winter-Intermezzo im Osten Österreichs

Wiener City wurde zur Winterlandschaft
Wiener City wurde zur Winterlandschaft
Der Winter hat am Montag im Osten Österreichs ein heftiges, aber voraussichtlich kurzes Lebenszeichen gesetzt. Vor allem in Niederösterreich gab es immer wieder Probleme auf den Straßen, in Wien bremste der Schnee auch den öffentlichen Verkehr und in Schwechat die Luftfahrt. Auf der B39 bei St. Pölten forderte ein Frontalzusammenstoß zweier Pkw ein Todesopfer.
Heftige Schneefälle in Wien
Schnee: Feuerwehreinsätze in NÖ

Bis Montagabend dürften im Wiener Stadtgebiet durchschnittlich fünf bis sieben Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, im Wienerwaldgebiet bis zu zehn Zentimeter. “Es ist aber nur ein kurzes Intermezzo, heute Abend folgt in Wien schon der Regen”, erfuhr die APA bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

In den Abendstunden sollten die Temperaturen bereits im Plusbereich liegen, für Dienstag wurden fünf bis sechs Grad prognostiziert. “Spätestens Dienstagvormittag ist der Schnee wieder weg. Ab Mittwoch folgt landesweit Hochdruckeinfluss mit viel Sonne vor allem auf den Bergen und Nebel oder Hochnebel in den Niederungen, aber tagsüber durchwegs mit Plusgraden”, so die Vorhersage.

1.300 Mann mit 350 Fahrzeugen im Einsatz

Zunächst sorgte der Schnee aber seit der Früh für viel Arbeit: 1.300 Einsatzkräfte der MA 48 rückten mit 350 Fahrzeugen aus. Trotzdem kam es zu Verzögerungen bei Bussen und Straßenbahnen.

APA
APA ©APA

 

“Volle Schneealarmstufe” bei den Wiener Linien

“Bedingt durch das Wetter gibt es aktuell viele Verspätungen, besonders bei den Bussen”, hieß es bei den Wiener Linien. Am frühen Nachmittag war beispielsweise der 14A wegen eines Verkehrsunfalls in der Kaunitzgasse blockiert. Die Autobusse der Linien 13A und 14A wurden Richtung Hauptbahnhof bzw. Reumannplatz örtlich umgeleitet. (Einen Überblick über alle Störungen gibt es auf der Homepage der Wiener Linien; Anm.).

“Wir haben die volle Schneealarmstufe ausgerufen”, sagte ein Sprecher der Wiener Linien zur APA: “250 Leute sind im Einsatz.” Auf der Wiener Außenringautobahn (A21) wurde für alle Lkw über 3,5 Tonnen ein Fahrverbot verhängt.

Wiener Bim “aus Weiche gehüpft”

Am Nachmittag entgleiste eine Garnitur der Wiener Straßenbahnlinie 10, die während der Reparaturarbeiten im Unfallbereich auf der Hütteldorfer Straße – Reinlgasse nicht fahren konnte. Die “Bim” sei mit einem Drehgestell in einer Weiche aus dem Gleis “gehüpft”, Ursache war vermutlich der Schnee. Die Fahrgäste mussten nach dem Vorfall gegen 11.30 Uhr aussteigen. Bis etwa 14.00 Uhr war die Straßenbahn wieder auf den Gleiskörper zurückgehieft und fahrbereit.

Verkehr auf Südosttangente kommt teils zum Erliegen

In den Mittagsstunden kam der Verkehr auf der Südosttangente (A23) immer wieder zum Erliegen. Vor allem die Auf- und Abfahrten der Wiener Stadtautobahn wurden abwechselnd gesperrt und vom Schnee befreit. In Richtung Süden wurde der Verkehr abschnittsweise komplett angehalten, um die Räumfahrzeuge durchzulassen, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger zur APA. Zeitweise kein Weiterkommen gab es in erster Linie auf der Höhe des Gürtels. Kleiner war das Verkehrschaos laut Keiblinger in Fahrtrichtung Norden. Dort waren vorerst die Auf- und Abfahrten Landstraße, Prater und St. Marx betroffen.

Kurzparkzonenregelung in Wien aufgehoben

Am Nachmittag hob das Magistrat ab 14.30 Uhr die Kurzparkzonenregelung auf. Bis 24.00 Uhr müssen keine Parkgebühren entrichtet werden. Die Arbeiterkammer konnte mit einer anderen, potenziell nicht unerfreulichen Nachricht aufwarten: Könne jemand aufgrund von Schneechaos nicht pünktlich oder gar nicht zur Arbeit kommen, so liege ein sogenannter Dienstverhinderungsgrund vor, der das Zuspätkommen bzw. Fernbleiben rechtfertige, wurde mitgeteilt. Das gelte jedoch nur, “wenn alles Zumutbare unternommen wurde”, um trotzdem pünktlich bzw. überhaupt zu erscheinen, erinnerte die AKNÖ.

Schwerfahrzeug stellt sich auf Westautobahn quer

In Niederösterreich war die Richtungsfahrbahn Salzburg der A1 (Westautobahn) bei Amstetten erneut blockiert, ein Schwerfahrzeug mit Anhänger hatte sich bei winterlichen Bedingungen quer gestellt. Erst am Sonntagnachmittag hatte sich etwa elf Kilometer weiter westlich eine Massenkarambolage mit 40 Kfz ereignet, während parallel dazu 26 Fahrzeuge auf der Richtungsfahrbahn Wien in einen Unfall verwickelt waren.

B39: Frontalkollision fordert Todesopfer

Auf der B39 in Mühlhofen in der Gemeinde Weinburg (Bezirk St. Pölten) forderte ein Frontalzusammenstoß ein Todesopfer. Ein 49-jähriger Lenker erlag laut “Notruf NÖ” an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Der 62-jährige Unfallgegner kam leicht verletzt davon und wurde vom Roten Kreuz ins Universitätsklinikum St. Pölten transportiert. Die B39 blieb im Unfallbereich fast zwei Stunden lang für den Verkehr gesperrt. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.

Probleme gab es weiters u.a. auf der A22 im Raum Stockerau – Korneuburg. Unpassierbar war die B1 beim Riederberg im Wienerwald, die B7 zwischen Drasenhofen und Poysdorf aufgrund hängen gebliebener Schwerfahrzeuge erschwert befahrbar. Abschnittsweise musste man in ganz Niederösterreich mit Schneeverwehungen rechnen. In höheren bzw. alpinen Lagen galt Kettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr bei der Bergung eines Pkw im Raum Mödling. Foto: APA/ FF Laxenburg
Einsatzkräfte der Feuerwehr bei der Bergung eines Pkw im Raum Mödling. Foto: APA/ FF Laxenburg ©Einsatzkräfte der Feuerwehr bei der Bergung eines Pkw im Raum Mödling. Foto: APA/ FF Laxenburg

Starker Seitenwind: Verzögerungen in Schwechat

Auch auf dem Flughafen Wien in Schwechat kam es zu Verzögerungen. Probleme bei Starts und Landungen bereitete vor allem der starke Seitenwind. Nur die Piste 29 stand zur Verfügung. Verspätungen habe es auch deshalb gegeben, weil alle Maschinen zum Enteisen mussten, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Der Winterdienst stand im Dauereinsatz. An Passagiere erging seitens der Flughafen Wien AG die Aufforderung, sich vor Reiseantritt nach dem Status ihres jeweiligen Fluges zu erkundigen.

Bahnverkehr: Lage auf Schiene “sehr angespannt”

Die Verkehrslage auf der Schiene blieb im Osten Österreichs auch am Montagnachmittag “sehr angespannt”, berichteten die ÖBB. An Fahrgäste erging sogar die Empfehlung, “nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben”. Trotz “maximaler Anstrengungen” verursachte die Wetterlage weiterhin Verspätungen und teilweise Ausfälle.

Vor allem in Wien gab es laut einer Aussendung Verspätungen im Ausmaß von 30 bis 90 Minuten. Seit der Früh standen alle verfügbaren Mitarbeiter und Maschinen im Dauereinsatz. Der Winterdienst sei oft “Handarbeit”, wurde betont. Hotspots dabei waren der gesamte Bereich zwischen Wien-Meidling, Wien-Hauptbahnhof und Wien- Westbahnhof.

Der IC-Verkehr auf der Weststrecke endete am Nachmittag bereits in St. Pölten, weil laut ÖBB “die erforderlichen Kapazitäten am Wiener Westbahnhof nicht mehr gegeben” waren. Fahrgäste mussten auf den Railjet (bis Westbahnhof) oder auf die Nahverkehrszüge (bis Wien-Hütteldorf) umsteigen. ICE-Züge liefen nur bis Wien-Meidling, der Flughafen Wien in Schwechat wurde vorübergehend nicht mehr angefahren. ÖBB-Fahrausweise galten am Montag auch in der Kernzone 100.

Auf der Südstrecke wendeten Fernverkehrszüge am Nachmittag schon in Wiener Neustadt. Reisende wurden dort auf den Regionalverkehr verwiesen. Einzelne Regionalzüge fielen aus.

Hohe Lawinengefahr in mehreren Bundesländern

In mehreren Bundesländern ist unterdessen die Lawinengefahr noch einmal gestiegen. In Kärnten beispielsweise wurde sie verbreitet als “erheblich” eingestuft. In Höhenlagen ab 2.200 Meter herrschte teilweise sogar Warnstufe 4, ebenso in Niederösterreich und Tirol. Verantwortlich ist ein Mix aus Neuschnee und Sturm. (APA/red)

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