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Hautdesinfektion besser als Waschen

Laut eines deutschen Hausarztes soll Hautdesinfektion schonender und besser für Patienten sein als häufiges Waschen.

Auch bei häufigem Waschen und Desinfizieren der Hände können Ärzte und Pflegekräfte gegen Hautprobleme vorbeugen. “Trotz guter Hygiene lassen sich Irritationen und Handekzeme weitgehend vermeiden”, sagt der Heilbronner Hautarzt Harald Löffler.

Viele Ärzte und Pfleger machen für den schlechten Zustand ihrer Haut die alkoholhaltigen Desinfektionsmittel verantwortlich. Löffler zeigte dagegen in Studien, dass alkoholhaltige Mittel die Haut wesentlich weniger belasten als die in Kliniken üblichen Handwaschmittel.

“Nach dem Händewaschen verliert die Haut deutlich mehr Wasser als nach der Desinfektion”, sagt Löffler. Die Barrierefunktion werde durch die Reinigungsmittel stärker beeinträchtigt als durch Alkohol. Das Brennen beim Kontakt mit Alkohol sei nicht Zeichen einer akuten Schädigung, sondern ein Warnsignal, dass die Haut schon beschädigt sei. Auch eine “Alkoholallergie”, an der manche Pflegekräfte zu leiden meinen, gebe es nicht.

Daher plädiert der Experte für eine häufige Desinfektion der Hände. Waschen sei dagegen nur dann nötig, wenn die Hände sichtbar verschmutzt seien. Löfflers Tipps sind einfach zu befolgen: Eine regelmäßige Handdesinfektion bei möglichst weitgehendem Verzicht auf Reinigungsmittel, das Tragen von Handschuhen bei der Flächendesinfektion und die Behandlung gestresster Haut mit Hautschutz- und Hautpflegemitteln.

Dies nütze auch den Patienten, schreibt der Arzt in der Zeitschrift “Aktuelle Dermatologie”. Zum einen werden Ekzeme stärker als gesunde Haut von Mikroorganismen besiedelt und erhöhen daher das Risiko für Infektionen mit Krankenhauskeimen. Zum anderen wird eine hautverträgliche Handhygiene von den Pflegekräften bereitwilliger und konsequenter vorgenommen als eine strapaziöse.

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