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Hauskrankenpflege Vorarlberg wählt neuen Landesobmann

Der frischgewählte Landesobmann Herbert Schwendinger, Franz Fischer, LH Markus Wallner, Geschäftsführerin Gaby Wirth
Der frischgewählte Landesobmann Herbert Schwendinger, Franz Fischer, LH Markus Wallner, Geschäftsführerin Gaby Wirth ©Dietmar Mathis
Rankweil, 12. Mai 2012 – Auf ihrer 31. Generalversammlung in Rankweil hat die Hauskrankenpflege Vorarlberg am Freitagabend Herbert Schwendinger (64) zum neuen Landesobmann gewählt.

Der frühere WIFI-Betriebsleiter folgt in dieser Funktion dem langjährigen Obmann Franz Fischer, der seit 1999 die Geschicke des Landesverbands leitete.

28 Jahre lang diente Franz Fischer ehrenamtlich im Vorstand des Landesverbands Hauskrankenpflege Vorarlberg, 13 Jahre davon als Landesobmann. In dieser Zeit war Fischer maßgeblich am Aufbau der Mobilen Hilfsdienste (MOHI), an der Entwicklung und dem Aufbau des Betreuungspools Vorarlberg und an der Erhebung des Personalbedarfsschlüssels beteiligt. Auf der 31. Generalversammlung im Vinomnasaal in Rankweil erhielt der nunmehr 77-Jährige für seinen engagierten Einsatz an der Verbandsspitze das Große Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg von Landeshauptmann Markus Wallner verliehen.

„Franz Fischer hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Hauskrankenpflege in Vorarlberg heute in allen Gemeinden flächendeckend Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zur Seite steht“, betonte Wallner. Er habe Fischer stets als äußerst umsichtig, korrekt und im Herzen und Tun sehr bescheiden erlebt: „Sein Wort hat Gewicht. Denn jeder weiß, Franz Fischer weiß genau, wovon er spricht.“ „Die Auszeichnung ist eine verdiente Wertschätzung und Anerkennung für das über viele Jahre geleistete freiwillige Engagement“, zollte auch Landesrätin Greti Schmid dem Einsatz Fischers großen Respekt.

Seinen Nachfolger Herbert Schwendinger – seit 2011 im Vorstand – wählten die Mitglieder der Hauskrankenpflege Vorarlberg einstimmig. Auch der frischgebackene Landesobmann bedankte sich bei seinem Vorgänger: „Die Hauskrankenpflege steht heute sehr gut da. So ist es mir ein Leichtes die Obmannschaft zu übernehmen“, betonte Schwendinger. Als weiteres Mitglied in den Vorstand wurde die Obfrau des Krankenpflegevereins Lauterach Heidi Ulla Drucker gewählt. Neuer Rechnungsprüfer ist Ernst Herboldsheimer, pensionierter Revisor der Raiffeisenbank Vorarlberg.

300 Pflegefachkräfte betreuten 7.670 Menschen
Sehr positiv ist die Leistungsbilanz der Hauskrankenpflege. Über 80 Prozent der alten und kranken Menschen werden in Vorarlberg zuhause gepflegt und betreut. Ein Prozentsatz, der ohne die 66 örtlichen Krankenpflegevereine nicht möglich wäre. In der ambulanten Pflege sind sie in Vorarlberg die tragende Säule.

2011 betreuten und pflegten in den ehrenamtlich geführten Ortsvereinen 300 Pflegefachkräfte mehr als 7.670 Menschen in ihrem Zuhause. Für die pflegenden Angehörigen waren sie außerdem wichtige Ansprechpartner, boten Beratung, Begleitung und Unterstützung. Zwei Drittel der Patienten sind Frauen, ein Drittel Männer. Gegliedert nach Altersgruppen nehmen erwartungsgemäß die 80 bis 99-Jährigen den größten Anteil der Betreuten ein, gefolgt von der Altersgruppe der 60 bis 79-Jährigen mit 33,2 Prozent. Pro 2.300 Einwohner ist in Vorarlberg eine vollbeschäftigte Pflegekraft tätig.

Finanzierung zu 40 Prozent aus Eigenmittteln
Für das letzte Jahr seiner Amtszeit konnte Obmann Franz Fischer bei der Finanzierung eine durchaus erfreuliche Bilanz vorlegen: Das Jahresbudget aller Krankenpflegevereine von knapp 11,2 Millionen Euro deckte die Hauskrankenpflege wieder zu rund 40 Prozent aus Eigenmitteln ab. 4,45 Millionen Euro konnten vornehmlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Aktionen und freiwilligen Pflegebeiträgen aufgebracht werden. Die restliche Finanzierung kommt von Land und Gemeinden. Die Krankenkassen hingegen kommen für die medizinische Pflege auf.

Dennoch gibt es laut Fischer einen Wermutstropfen: Mit 61.000 Mitgliedern unterstützt im Durchschnitt bereits fast jeder zweite Vorarlberger Haushalt die örtlichen Krankenpflegevereine. Ein Ausbau der Mitglieder wird damit schwierig „Selbst den hohen Mitgliederstand zu halten, ist in wirtschaftlich ungewissen Zeiten schwierig. Und auch das Spendenaufkommen ist großen Schwankungen unterworfen“, so Fischer. 2011 mussten einige Vereine einen Gebarungsabgang hinnehmen, der jedoch aus eigenen Finanzreserven abgedeckt werden konnte. Fischer: „Mittelfristig muss die Finanzierung der Hauskrankenpflege so gesichert sein, dass die Eigenmittel und die Förderungen zusammen den Aufwand abdecken können.“

Die 66 Vereine arbeiten flächendeckend und regional gegliedert in ganz Vorarlberg. Wichtige Aufgaben der Hauskrankenpflege sind die fachliche Pflege, Beratung und Koordination aller Angebote rund um die Pflege zuhause. Gaby Wirth, die Geschäftsführerin der Landesgeschäftsstelle: „Wir sind Ansprechpartner und Drehscheibe vor Ort – für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Deshalb legen wir auch größten Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen ambulanten Diensten, stationären Einrichtungen und Ärzten.“ Bereits 60 Prozent der örtlichen mobilen Hilfsdienste sind organisatorisch den örtlichen Krankenpflegevereinen angegliedert. Im vergangenen Jahr betreuten 1.030 Helferinnen und Helfer dieser MOHIs in 255.000 Einsatzstunden 1.900 Personen.

Info: www.hauskrankenpflege-vlbg.at

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