Hauskrankenpflege feiert 40-jähriges Jubiläum

Die Ehrengäste gratulierten zur 40 jährigen Erfolgsgeschichte des Landesverbandes Hauskrankenpflege Vorarlberg am Freitagabend im Rahmen der 34. Generalversammlung in Rankweil. (im Bild: v. li Landesrätin Katharina Wiesflecker, Landesobmann Herbert Schwendinger, Geschäftsführerin Gaby Wirth und Landtagsvizepräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer).
Die Ehrengäste gratulierten zur 40 jährigen Erfolgsgeschichte des Landesverbandes Hauskrankenpflege Vorarlberg am Freitagabend im Rahmen der 34. Generalversammlung in Rankweil. (im Bild: v. li Landesrätin Katharina Wiesflecker, Landesobmann Herbert Schwendinger, Geschäftsführerin Gaby Wirth und Landtagsvizepräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer). ©Hauskrankenpflege Vbg./Dietmar Mathis
Landesverband Hauskrankenpflege Vorarlberg feiert 40-jähriges Jubiläum. 1975 gegründet – Mittlerweile gibt es 66 Krankenpflegevereine mit rund 300 Pflegefachkräften.

Rankweil. Der Landesverband Hauskrankenpflege feiert 2015 sein 40-jähriges Jubiläum. 1975 gegründet, wurden von den 66 Krankenpflegevereinen 2014 landesweit 8.151 Menschen in ihrem Zuhause betreut und gepflegt – mehr als viermal so viele wie im Gründungsjahr.

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war die ärztliche und pflegerische Versorgung der Bevölkerung in Vorarlberg sehr lückenhaft und für viele Patienten nicht leistbar. „Aus dieser Not heraus entstanden im Jahr 1899 in Lustenau, und in den Folgejahren in Hard und Höchst die ersten Krankenpflegevereine als Selbsthilfevereine“, berichtete der Landesobmann der Hauskrankenpflege Vorarlberg, Herbert Schwendinger, im Rahmen der 34. Generalversammlung in Rankweil. Weitere Gründungen folgten, 1975 gab es bereits 34 Krankenpflegevereine. Sie hatten das Ziel, für die damals hauptsächlich geistlichen Krankenschwestern, den organisatorischen, finanziellen und ideellen Rahmen für ihre Pflegetätigkeit zu gewährleisten.

Mit Erfolg. Ein großer Teil der Vorarlberger Bevölkerung wurde bereits damals Mitglied der Krankenpflegevereine und unterstützte mit ihrem jährlichen Beitrag und vielen Spenden die örtlichen Organisationen tatkräftig. Diese solidarische Hilfe in Verbindung mit den weitgehend um „Gotteslohn“ arbeitenden Ordensschwestern ermöglichte es lange Zeit, all jenen eine kostenlose Pflege anzubieten, die es brauchten.

Landesverband stellte Finanzierung sicher

In den siebziger Jahren kamen die Krankenpflegevereine in finanzielle Bedrängnis. Die Ordensschwestern schieden aus der Pflege aus und die Vereine mussten „weltliches“ Pflegepersonal anstellen, das auch entsprechend entlohnt werden musste. In dieser schwierigen Situation wurde 1975 der Landesverband Hauskrankenpflege Vorarlberg gegründet. Er sollte als Interessensvertretung eine ausreichende Finanzierung für die Krankenpflegevereine sicherstellen, was auch gelang.

Rund 60 Prozent der Finanzierung der Krankenpflegevereine stammt heute von Land, Gemeinden und den Sozialversicherungsträgern. „Die restlichen 40 Prozent muss jeder Verein selbst aufbringen“, erklärte Schwendinger. Was allerdings von Jahr zu Jahr schwieriger werde.

Personalkosten steigen am stärksten

„Die Kosten steigen deutlich stärker als die Einnahmen“, so der Landesobmann. Der größte Brocken von 75 Prozent entfalle dabei auf die Personalkosten. Diese seien 2014 aufgrund der nötigen Gehaltsanpassung an die Vorarlberger Krankenanstalten erneut um sieben Prozent gestiegen. „Das können wir mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden nicht mehr wettmachen“, bekräftigte Schwendinger. Zumal die Zahl der Mitglieder kaum noch ausbaufähig sei. Mit 62.000 Vorarlbergern sind bereits 40 Prozent der Haushalte einem Krankenpflegeverein beigetreten.

2014: 36 Prozent aus Eigenmitteln finanziert

2014 deckten die 66 Krankenpflegevereine 36 Prozent ihres Jahresbudgets von 14,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Die 5,2 Millionen Euro wurden größtenteils aus Mitglieds- und Pflegebeiträgen sowie aus Spenden und sonstigen Aktivitäten aufgebracht.

„Der  noch immer hohe Anteil der Eigenfinanzierung ist ein großes Verdienst unserer Funktionäre. Sie organisieren Veranstaltungen, akquirieren Spenden und gehen sehr verantwortungsvoll mit dem vorhandenen Geld um. Am Ende bleibt so möglichst viel für die Pflege“, lobte der Landesobmann der Hauskrankenpflege Vorarlberg seine Kollegen.

312 Mitarbeiter – Rund 85 Prozent diplomiert

Die Hauskrankenpflege, wie sie in Vorarlberg organisiert ist, ist europaweit einzigartig. Dass sie auch erfolgreich ist, belegte der Vorstand mit Zahlen: 2014 wurden 8.151 Menschen von den Mitarbeitern der 66 örtlichen Krankenpflegevereine in ihrem Zuhause gepflegt und betreut. Das sind mehr als viermal so viele wie im Gründungsjahr des Landesverbandes 1975. Damals fanden rund 2.000 Vorarlberger Unterstützung in 34 Krankenpflegevereinen.

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 312 Pflegefachkräfte in den Krankenpflegevereinen beschäftigt. Knapp 85 Prozent davon besitzen ein Diplom. Umgerechnet auf Vollzeitstellen entsprach die Mitarbeiterzahl 173,5 Dienstposten. Auch diese Zahl ist seit den Anfangsjahren der Hauskrankenpflege deutlich gestiegen. Noch 1982 beschäftigten die Krankenpflegvereine umgerechnet nur 40 Vollzeitmitarbeiter.

60 Prozent der Gepflegten sind 80 bis 99 Jahre alt

Der Großteil der von den Krankenpflegevereinen gepflegten Personen sind Frauen (63 Prozent), mehr als ein Drittel sind Männer. Gegliedert nach Altersgruppen nehmen erwartungsgemäß die 80- bis 99-Jährigen mit rund 60 Prozent den größten Anteil der Gepflegten ein.

Gaby Wirth, die Geschäftsführerin der Landesgeschäftsstelle: „Unsere Krankenpflegevereine sind Ansprechpartner und Drehscheibe vor Ort – für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Deshalb legen wir auch größten Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen ambulanten Diensten, stationären Einrichtungen und Ärzten.“ Bereits 63 Prozent der örtlichen mobilen Hilfsdienste sind organisatorisch den örtlichen Krankenpflegevereinen angegliedert.

Info: www.hauskrankenpflege-vlbg.at

Facts:

Leistungsbilanz 2014 der Hauskrankenpflege Vorarlberg

  • 66 private Vereine vor Ort
  • 312 angestellte Pflegefachkräfte, davon knapp 85 Prozent diplomiert
  • Pro 2.200 Einwohner steht in Vorarlberg eine vollbeschäftigte Pflegefachkraft zur Verfügung
  • Rund 62.000 Mitglieder (entspricht 40 Prozent der Haushalte)
  • Über 8.100 Personen wurden 2014 gepflegt
  • 63 Prozent der mobilen Hilfsdienste sind organisatorisch an die Krankenpflegevereine angegliedert
  • Jahresbudget 2014: über 14,5 Millionen Euro (alle 66 Krankenpflegevereine), 75 Prozent davon Personalkosten
  • Eigenmitteldeckung landesweit: 36 Prozent (über 5,2 Millionen Euro)

 

Quelle: Hauskrankenpflege Vorarlberg

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