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Haus von Jan Ullrich durchsucht

Für Jan Ullrich wird die Luft in der Fuentes-Affäre immer dünner. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat im Zuge ihrer Untersuchungen in dem Doping-Skandal das Haus des Tour-de-France-Siegers von 1997 durchsucht.

Insgesamt zehn Häuser und Geschäftsräume wurden am Mittwoch unter die Lupe genommen, darunter auch die Villa Ullrichs in Scherzingen/Schweiz sowie die Privat- und Geschäftsräume seines Managers Wolfgang Strohband in Hamburg. Nach seiner Hochzeit mit Sara Steinhauser am Wochenende befindet sich der 33-jährige Radprofi in den Flitterwochen und wurde am Mittwoch in seinem Anwesen mit Blick auf den Bodensee nicht angetroffen, berichtete Strohband auf dpa-Anfrage. Ein Nachbar habe geöffnet.

“Die Staatsanwaltschaft hat nach einer Strafanzeige und intensiver Prüfung des Sachverhalts ein Ermittlungsverfahren gegen die Personen wegen des Verdachts des Betrugs eingeleitet. Den beschuldigten Personen wird vorgeworfen, verschiedene, im Radsport verbotene leistungssteigernde Mittel angewendet zu haben. Ein Beschuldigter soll dabei Hilfe geleistet und insbesondere Medikamente besorgt haben”, hieß es in einer Pressemitteilung des Bundeskriminalamtes.

Unter dem Aktenzeichen 430 Js 936/06 hatten die Ermittler in Bonn ein Verfahren wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil des Rennstalls T-Mobile eingeleitet. Das Bonner Team hatte Ullrich wegen dessen Verwicklungen noch während der Tour de France fristlos entlassen. Die Staatsanwälte reagierten nach Informationen des Nachrichtenmagazin “Focus” auf eine Strafanzeige der Ex-Leichtathletin Britta Bannenberg. Die Professorin für Strafrecht und Kriminologie in Bielefeld hatte Ullrich und seinen ehemaligen Teamkollegen Oscar Sevilla sowie Berater Rudy Pevenage angezeigt, weil “der Sport in Deutschland sauber bleiben” müsse.

Dem ehemaligen T-Mobile-Kapitän droht zudem weiter eine sportrechtliche Auseinandersetzung mit dem Schweizer Radsport-Verband, bei dem Ullrich seine Profilizenz gelöst hat. Der Verband wartet weiter auf beglaubigte Dokumente des Weltradsport-Verbandes (UCI) zur Doping-Affäre. Ullrich droht als Wiederholungstäter bei einer Verurteilung eine lebenslange Sperre. Trotzdem behauptet er weiter, dass ihm mehrere Angebote zur Fortsetzung seiner Karriere vorlägen.

BKA-Beamte auch in T-Mobile-Zentrale
In der T-Mobile-Zentrale in Bonn nahmen BKA-Beamte Einsicht in Akten und Unterlagen des ehemaligen Arbeitgebers des Radprofis. “Wir waren da natürlich kooperativ”, sagte T-Mobile-Kommunikationsleiter Christian Frommert. Auch Pevenages Haus in Gent/Belgien soll von Beamten aufgesucht worden sein.

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