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"Hatte labile Persönlichkeit"

"Er hatte einfach eine labile Persönlichkeit", sagte Natascha im ORF-Interview über den Entführer Wolfgang Priklopil. Die 18-Jährige ist aber überzeugt, dass sie stärker als er gewesen sei.

Sie habe früher ein sehr gesundes soziales Umfeld, eine liebevolle Familie gehabt. „Und er hatte so was nicht. Ihm fehlte in gewisser Weise so etwas wie Selbstsicherheit.“ Natascha Kampusch sei schon innerhalb der ersten paar Stunden nach der Entführung dessen bewusst gewesen, dass ihm etwas fehle. „Dass er ein Defizit hat.“

Über den Tag der Entführung, dem 2. März 1998, erzählte Natascha Kampusch mit zittriger Stimme. Auf dem Weg zur Schule habe sie Priklopil schon aus einigen Metern Entfernung bei seinem Auto stehen gesehen. „Ich dachte mir noch, ich wechsle die Straßenseite. Ich weiß auch nicht. Aus irgendeinem Bauchgefühl heraus, vermutete ich.“ Sie habe schon öfter etwas in der Schule über diese „Kinderverzahrer“ gehört. Sie habe sich noch gedacht, „der wird dich schon nicht beißen“ und ist einfach weitergegangen. „Und er packte mich. Ich versuchte zu schreien.“ Aber es sei kein Laut rausgekommen.

Er habe Natascha Kampusch gesagt, dass ihr nichts passieren werde, dass sie ruhig sein und sich nicht rühren soll. Später habe er gemeint, dass es eine Entführung sei und wenn ihre Eltern was zahlen, könne sie noch am selben Tag oder am nächsten Tag wieder zu Hause sein.

Sie habe vom ersten Moment an „keinerlei Angst“ gehabt. „Im Gegenteil. Ich dachte mir: Der bringt dich sowieso um.“ Sie dachte sich, dass sie ihre letzten paar Stunden, Minuten gezielt nützen könne. „Zu fliehen oder auf ihn einzureden oder so irgendwie.“ Sie habe ihm gesagt, dass das nichts werde und dass unrecht Gut nie gedeihen werde. Und dass die Polizei ihn schon schnappen werde.

Später im Haus habe sie versucht, Einzelheiten genau zu erkunden, um das eventuell später der Polizei mitzuteilen. „Ich war zu dem Augenblick, zu diesem Zeitpunkt noch sicher, dass mich die Polizei finden und befreien wird. Und dass das ein gutes Ende haben wird.“ Sie sei verzweifelt und sehr wütend gewesen. „Ich hab mich darüber geärgert, dass ich die Straßenseite nicht gewechselt habe. Oder dass ich nicht mit meiner Mutter in die Schule gefahren bin. (…) Ja, also es war furchtbar.“

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