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Häusle: Habermann verteidigt interne Ermittlungen

Die aktuellen Entwicklungen könnte Häusle in Beträngnis bringen.
Die aktuellen Entwicklungen könnte Häusle in Beträngnis bringen. ©Privat, VN/Sohm
Bregenz/Lustenau - Grünen-Landesrat Johannes Rauch entzieht der Häusle-Geschäftsführung das Vertrauen. Thomas Habermann verteidigt die internen Ermittlungen, man koopiere vollständig. Am 6. April wird die Causa Häusle zum Politikum.
Häusle: Lizenz in Frage gestellt
Auch Problemstoffe vergraben
Land kündigt Konsequenzen an

“Mein Vertrauen in die Kooperationsbereitschaft des Unternehmens bei der Aufarbeitung des Müllskandals ist nicht mehr gegeben. Ich kann und will mich nicht mehr darauf verlassen, was von Seiten der Geschäftsführung kommuniziert wird”, informiert der für Abfallwirtschaft zuständige Landesrat Johannes Rauch am Mittwoch. Das Land behandelt nun das gesamte Firmenareal wie eine Altlastdeponie, gleichzeitig wird geprüft ob Häusle die Lizenz entzogen wird.

Habermann verteidigt Zusammenarbeit

Warum das Vertrauen Rauchs in die Kooperation Häusles erschüttert ist, kann sich Häusle-Geschäftsführer Thomas Habermann nicht erklären. Schließlich informiere man sofort und umfassend über neue Erkenntnisse, auch die von Rauch geforderten Maßnahmen habe man bereits ergriffen. Rauch sei für Habermann am Mittwoch nicht erreichbar gewesen. An der Prüfung und Reorganisation der Biovergärungsanlage arbeite ein Team bereits seit Tagen, die Rasterkontrolle wurde am Dienstag bereits angekündigt.

Kontrollausschuss lädt ehemalige Chefs

Am 6. April wird die Causa Häusle vor dem Kontrollausschuss des Landes verhandelt. Geladen sind nicht nur der Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft, Harald Dreher, und Habermann als aktueller Geschäftsführer. Auch die früheren Geschäftsführer Wieland Hofer und Martin Bösch sollen sich vor der Landtagsabgeordneten äußern. Beide waren bis Ende 2015 in der Geschäftsführung des Abfallunternehmens – und sind bis heute als Gesellschafter Miteigentümer.

Problemstoffe in ältester Deponie

Kritisch dürfte auch die Deponie von 2005 betrachtet werden. Diese fällt noch in die Zeit, als Häusle als Tochterfirma der Vkw im Landeseigentum war. In dieser Deponie wurden Hart- und Problemstoffe gefunden, das Ausmaß des illegalen Müllagers ist noch nicht bekannt. Vonseiten der Vkw betont man, keine Kenntnisse von den illegalen Tätigkeiten gehabt zu haben. Fakt sei, dass an dem Standort dieser Deponie zu keinem Zeitpunkt die Lagerung von Abfällen gestattet war.

Habermann sei als Berater ahnungslos gewesen

Bösch leitete das Unternehmen acht Jahre lang, bis er am 15. Dezember mit sofortiger Wirkung durch Habermann abgelöst wurde. Zu den Gründen, warum ein geschäftsführender Gesellschafter so kurzfristig abberufen wurde, schweigt man bislang. Habermann war damals bereits seit einem Jahr als Berater für die Umstrukturierung des Abfallverwerters verantwortlich. In dieser Zeit habe er keinerlei Hinweise auf illegale Aktivitäten erhalten, die Wertstoffströme hätten nicht zu seinen Agenden gezählt.

Krise als Chance

Nun zähle es, zwischen der Häusle der Vergangenheit und der Gegenwart zu unterscheiden, bittet er die Öffentlichkeit. Die aktuellen Entwicklungen weckten Existenzängste bei den allein an die 140 Mitarbeiter am Lustenauer Standort. Man müsse die aktuelle Krise als Chance für die Zukunft begreifen, Arbeitsplätze seien durch die auf Häusle zukommenden Strafen nicht gefährdet.

Batterien und Nagellack

Am Dienstag musste der seit Dezember 2015 tätige Häusle-Geschäftsführer Thomas Habermann weitere illegale Deponien eingestehen. In den meisten befinden sich mit Kunststoff durchsetzte Siebreste der Biovergärungsanlage. In einer wurden jedoch auch Problemstoffe wie Batterien festgestellt, in einer weiteren Straßenkehrricht und Kanalräumgut. Ob das Grundwasser verunreinigt wurde, wird derzeit noch geprüft.

2.000 Seiten Aktenmaterial

In einer Anfrage fordern nun auch die Vorarlberger Neos Aufklärung von Rauch. Laut ihren Informationen habe es in den vergangenen Jahren vergleichbare Anzeigen gegeben. Auch Fälle früherer von mit Plastik verschmutzten Einstreu im Raum Lustenau bringen sie mit dem Abfallentsorgungsunternehmen in Verbindung. Aus dem Büro des Landesrats betont man, derzeit alle Akten zu der Causa zu prüfen. Da es sich dabei um über 2.000 Seiten handle, könne man diesbezüglich noch keine Auskunft geben.

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